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Ein lauer Maiabend, 27.000 Zuschauer, die Ränge voll Sonne, Sangria und Erwartungen: Atletic Barcelona gegen Valencia Mestalla - ein Duell, das auf dem Papier nach Offensivspektakel roch, am Ende aber mit einem nüchternen 1:1 (1:1) endete. Und doch war es eines dieser Spiele, bei denen man sich fragt: Wie kann so viel passieren, ohne dass wirklich etwas passiert? Schon in der 13. Minute sorgte Morten Halvorsen für den ersten kollektiven Aufschrei. Der norwegische Rechtsaußen von Valencia bekam einen butterweichen Pass von Thomas Saint-Pierre in den Lauf, nahm den Ball mit der Brust an und knallte ihn aus spitzem Winkel zum 0:1 in die Maschen. Barcelonas Keeper Juan Pablo del Rio - zarte 17 Jahre alt und mit dem Gesicht eines Konfirmanden - sah dem Ball nur hinterher. "Ich hab den Schuss kommen sehen, aber der war einfach zu präzise. Und ehrlich gesagt: ein bisschen schön", gab der Debütant später selbstkritisch zu. Die Antwort kam in Minute 30, als Barcelonas Youngster Rafael Vico zeigte, warum ihn Trainer Al Bundy als "unseren kleinen Tornado" bezeichnet. Nach einem cleveren Zuspiel von Martin Flores zog Vico von rechts in den Strafraum, tanzte einen Verteidiger aus und schob den Ball flach ins lange Eck - 1:1. Ein Tor aus dem Lehrbuch: Tempo, Timing, Technik. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, statistisch fast in der Balance: 13 Torschüsse für Atletic, 14 für Valencia; Ballbesitz 49 zu 51 Prozent. Es war, als hätten beide Teams denselben Fitnessplan und dieselbe taktische App installiert. Beide agierten mit "ausgewogener Ausrichtung", beide spielten "sicher aufs Tor" - das ergab ein Fußballspiel, das zwar kontrolliert, aber selten berauschend war. Dennoch gab es Momente, in denen die Zuschauer aufsprangen. Slobodan Sulejmani prüfte in der 56. und 82. Minute Valencias Torwart Javi Moreno mit zwei kernigen Distanzschüssen - der eine flog knapp drüber, der andere hätte fast die Handschuhe des Keepers in Rauch aufgelöst. Auf der Gegenseite probierte es Halvorsen gleich mehrfach: In der 71., 74., 77. und 79. Minute zog der Norweger ab, als ginge es um einen persönlichen Wettbewerb im Torschuss-Volumen. "Ich hätte lieber weniger geschossen und einmal mehr getroffen", grinste er später. Einziger Farbtupfer in der ansonsten fairen Partie: die Gelbe Karte für den 19-jährigen Alex Rielo (73.). Der junge Linksverteidiger von Valencia kam gegen Jason Burghgraeve einen halben Meter zu spät - oder, wie Rielo es ausdrückte: "Ich war pünktlich, nur der Ball war zu früh." Kurz vor Schluss wurde es noch einmal dramatisch: Pol del Rio, Barcelonas Rechtsverteidiger, blieb nach einem Zweikampf liegen und musste verletzt vom Platz. Trainer Bundy reagierte blitzschnell und brachte Bartilomiej Sobolewski. "Pol hat einen Schlag aufs Sprunggelenk bekommen, nichts Schlimmes", erklärte Bundy später, "aber ich wollte nicht riskieren, dass er sich noch den Bart aus Schmerz abreißt." Insgesamt war es ein Spiel, das von Intensität lebte, aber selten von Inspiration. Beide Teams hielten an ihrem Plan fest, keiner wollte zu viel riskieren. Valencia kombinierte mit kurzen Pässen, Barcelona suchte den schnelleren Weg über die Flügel. Doch das Gleichgewicht wog schwer - kein Team fand den entscheidenden Punch. Nach dem Spiel zeigte sich Valencias Coach Hugo "Der Geist" zufrieden: "Ein Punkt in Barcelona ist immer gut. Wir haben gezeigt, dass wir reif sind - und dass unsere jungen Spieler keine Angst vor großen Namen haben." Sein Gegenüber Bundy hingegen seufzte: "Ein 1:1 ist wie ein lauwarmer Kaffee - besser als gar keiner, aber er haut dich auch nicht vom Hocker." In der Mixed Zone schüttelten sich die Spieler die Hände, lachten, klopften sich gegenseitig auf die Schultern. Es war das erste Spieltagstreffen einer langen Saison - und man spürte, dass beide Mannschaften noch auf der Suche sind: nach Rhythmus, nach Mut, vielleicht auch nach einem Funken Wahnsinn. Am Ende stand ein gerechtes Unentschieden, das niemanden glücklich, aber auch niemanden unglücklich machte. Und während die Sonne über Barcelona unterging, murmelte ein älterer Fan auf der Tribüne: "Wenn das so weitergeht, wird das eine sehr ruhige Saison. Vielleicht zu ruhig." Ein bisschen Recht hatte er wohl. Doch wer weiß - vielleicht braut sich in diesem unscheinbaren 1:1 schon das Feuerwerk für den nächsten Spieltag zusammen. 11.08.644000 20:50 |
Sprücheklopfer
Der Dieter Hoeneß hat die Glatze noch ganz nass gehabt. Da geht es um 30 bis 35 Millionen. Das ist Monopoly original.
Rainer Calmund zur großen Bedeutung der Partie zwischen Hertha und Leverkusen in der Saison 2000/2001