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Unentschieden mit Ansage - Jarota Jarocin und Rush Chorzow trennen sich 1:1

Ein Flutlichtspiel an einem frostigen Januarabend, 29.252 Zuschauer, und zwei Teams, die sich offenbar nicht einigen konnten, wer denn nun eigentlich gewinnen möchte - das war das Drehbuch des 4. Spieltags der 1. Liga Polen zwischen Jarota Jarocin und Rush Chorzow. Am Ende stand ein 1:1 (1:1), das vermutlich beide Mannschaften mit einem Schulterzucken quittieren werden.

Dabei begann alles so verheißungsvoll - zumindest für die Gastgeber. Schon in der achten Minute sorgte Cameron Lester für das frühe 1:0. Nach einem präzisen Zuspiel von Georgi Jelzin tauchte der englische Mittelstürmer plötzlich allein vor Rush-Keeper Ernesto Manuel auf und schob eiskalt ein. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Lester später in die Kameras. "Der Ball war da, das Tor auch - da kann man schon mal schießen."

Rush Chorzow reagierte allerdings nicht beleidigt, sondern mit einer Mischung aus Entschlossenheit und Dauerbeschuss. Insgesamt 17 Torschüsse feuerten die Gäste ab - mehr als doppelt so viele wie Jarocin. In der 18. Minute schließlich platzte der Knoten: Jürgen Menzel, der flinke Linksaußen, verwertete eine butterweiche Flanke von Pablo Calvente zum Ausgleich. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, und Trainer Herth Ussia riss auf der Bank die Arme hoch, als hätte er gerade den Meistertitel gewonnen. "Das war genau so ein Spielzug, wie wir ihn im Training zwanzigmal versemmelt haben", grinste Ussia nach der Partie.

Fortan entwickelte sich ein munteres Hin und Her. Jarocin, von Trainer Henryk Kasperczak gewohnt auf Konter getrimmt, lauerte auf lange Bälle in die Spitze. Rush hingegen setzte auf ständiges Anrennen, aber ohne Pressing - zumindest bis zur Schlussphase. Erst als die Uhr Richtung 90 tickte, schalteten die Gäste auf volles Pressing, als hätten sie entdeckt, dass man den Ball auch mal jagen darf. "Wir wollten sie müde laufen lassen", erklärte Ussia trocken. "Hat nicht ganz geklappt - sie liefen einfach selbst nicht."

Jarota Jarocin hatte mit 55 Prozent Ballbesitz zwar etwas mehr vom Spiel, doch Rush war die gefährlichere Mannschaft. Torsten Kraft, Adrian Dreszer und der unermüdliche Menzel prüften mehrfach Torhüter Pol Viana, der sich als Fels in der Brandung erwies. Besonders in der 85. Minute, als Dreszer gleich zweimal abschloss und Viana beide Male glänzend parierte - sehr zur Freude der heimischen Fans, die in der Kälte ohnehin jeden Grund zum Jubeln suchten.

Für ein wenig Farbe im Spiel sorgte Luis Meireles, der in der 21. Minute Gelb sah, nachdem er Jürgen Menzel mit einem rustikalen Einsteigen an die Seitenlinie befördert hatte. Später erwischte es auch Ferenc Huszti von Rush, dessen Grätsche in der 76. Minute so spät kam, dass der Ball längst im nächsten Angriff war. "Ich wollte eigentlich nur den Passweg zustellen", rechtfertigte sich Huszti halb lachend.

In der zweiten Halbzeit blieb es trotz vieler Chancen beim Remis. Marco Bosingwa hatte in der 47. und 78. Minute die Führung auf dem Fuß, aber jedes Mal fehlte die berühmte Fußspitze. Auf der anderen Seite traf Rush alles - außer das Tor. Adrian Dreszer schoss in den Schlussminuten gleich drei Mal in Richtung Stadiondach, was einige Fans von Jarocin zu Sprechchören inspirierte: "Immer drüber, nie daneben!"

Die einzige Unterbrechung, die keine Freude auslöste, war die Verletzung von Pablo Calvente in der 64. Minute. Nach einem unglücklichen Zweikampf musste der Mittelfeldmann vom Platz, für ihn kam Pieter Hoffman, der immerhin gleich mit zwei gefährlichen Schüssen auf sich aufmerksam machte. "Pablo ist ein Kämpfer", meinte Ussia später, "der steht wahrscheinlich morgen schon wieder auf dem Trainingsplatz - und wenn nicht, dann wenigstens daneben mit Pfeife."

Trainer Henryk Kasperczak zeigte sich nach dem Spiel zufrieden - zumindest äußerlich: "Ein Punkt ist ein Punkt. Wir hätten auch verlieren können, wenn Rush mal getroffen hätte." Sein Kollege Ussia konterte mit trockenem Humor: "Und wir hätten gewinnen können, wenn das Tor breiter wäre."

So blieb es beim gerechten 1:1, das dem Spielverlauf entsprach: Jarocin mit mehr Kontrolle, Rush mit mehr Feuer - und beide mit zu wenig Präzision.

Zum Abschluss noch eine Szene aus der Mixed Zone: Ein Reporter fragt Jarocins Keeper Pol Viana, ob er mit dem Ergebnis glücklich sei. Viana lächelt müde, zieht die Mütze tiefer ins Gesicht und sagt: "Glücklich bin ich, dass ich noch Gefühl in den Fingern habe. Der Rest? Ach, das war Fußball im Januar."

Und damit war eigentlich alles gesagt.

16.03.643987 10:42
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Wenn der Ball am Torwart vorbeigeht, ist es meist ein Tor.
Mario Basler
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