Tuttosport
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US Cittadella ringt Gela 2:1 nieder - Drama, Gelb und ein Hauch Chaos

Ein lauer Januarabend, 68.948 Zuschauer im Stadion von Cittadella, und ein Spiel, das alles hatte, was italienischer Fußball verspricht: Leidenschaft, kleine Gemeinheiten und große Emotionen. Am Ende jubelte die US Cittadella nach einem 2:1-Sieg über Gela - ein Ergebnis, das knapper war, als es der Ballbesitz von 54 Prozent vermuten lässt.

Cittadella begann, wie man es von einem Heimteam erwarten darf: mit viel Druck, aber auch mit dem unerschütterlichen Glauben, dass jeder Angriff schon irgendwie ein Tor bringen müsse. Trainer Michael Schuller gestikulierte von der Seitenlinie wie ein Dirigent, der sein Orchester gleichzeitig antreiben und bändigen will. "Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir das Spiel kontrollieren", sagte er später - und vergaß dabei charmant, dass sein Team in den ersten zehn Minuten kaum einen Ball sah.

Denn Gela legte los wie die Feuerwehr. Schon in der zweiten Minute prüfte Linksverteidiger Bruno Yaguez den gegnerischen Keeper Werner Gade mit einem Schuss, der eher nach Verzweiflung als nach Plan aussah. Kurz darauf versuchte es Lucas Cochran, dann auch noch Marco Frechaut - drei Schüsse in fünf Minuten, aber null Ertrag. "Wir hätten sie da schon packen müssen", knurrte Gelas Trainer Michael Müller nach Abpfiff. "Aber wir haben Cittadella wiederbelebt, statt sie zu versenken."

Das tat dann Cittadella selbst - in der 40. Minute. Nach einem mustergültigen Pass von Gaetano Basile stürmte der junge Nathan Callaert über den linken Flügel, zog nach innen und schob den Ball eiskalt ins lange Eck. 1:0, Stadionexplosion. Callaert riss die Arme hoch, Basile grinste wie ein stolzer großer Bruder. Später sagte Callaert: "Ich hab gar nicht gesehen, dass der Ball drin war, bis die Kurve gebrüllt hat." Eine ehrliche Verwirrung, die ihn noch sympathischer machte.

Doch Gela wäre nicht Gela, wenn sie nicht gleich nach Wiederanpfiff zurückgeschlagen hätten. 46. Minute, Pablo Tarrega, der bullige Mittelstürmer, traf nach Flanke von Javier Vazques per Kopf - ein klassisches "Wir sind noch da!"-Signal. 1:1, und plötzlich war alles wieder offen. Cittadellas Torwart Gade schimpfte, wedelte mit den Armen und fragte sich wahrscheinlich, warum seine Abwehr gerade kollektiv Siesta machte.

Das Spiel kippte nun hin und her. Beide Teams warfen alles rein, und die Zweikämpfe wurden ruppiger. Gelas Marcel Marcel (ja, der heißt wirklich so) sah in der 36. Minute Gelb, Cittadellas Igor Buterin bereits in der 12. Und als Basile in der 80. Minute ebenfalls verwarnt wurde, murmelte Schuller etwas von "italienischer Auslegung des Fairplays".

Dann kam die 66. Minute - und mit ihr der Moment des Abends. Michele Castelli, der Mittelfeldmotor Cittadellas, flankte präzise auf Tim Goosens, der den Ball volley nahm und in den Winkel hämmerte. 2:1, Stadion im Ausnahmezustand. Goosens lief jubelnd zur Eckfahne, Schuller sprang in die Luft, und ein älterer Fan auf der Tribüne verschüttete sein Bier - alles Zeichen eines gelungenen Fußballabends.

Gela kämpfte, wechselte fröhlich durch (Bedard kam für Marcel, später Martins für Frechaut), und in der 76. Minute brachte Müller sogar den Stürmer Javier Garcia für einen Innenverteidiger - ein Statement, das irgendwo zwischen Mut und Wahnsinn lag. Doch am Ende blieb es beim 2:1. Cittadella verteidigte mit Herz und Hektik, Gela fehlte das Glück - und vielleicht auch die Luft.

Die Statistiken bestätigen den Eindruck: 11 Torschüsse für Cittadella, 8 für Gela, leichtes Übergewicht beim Ballbesitz, aber keine klare Dominanz. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Cittadella die entscheidenden Momente einfach besser nutzte.

Nach dem Schlusspfiff umarmten sich Schuller und Müller wie zwei Männer, die wissen, dass sie unterschiedlicher nicht sein könnten. "Ich gönne es Schuller - er hat den Mut belohnt bekommen", sagte Müller. Schuller grinste: "Er meint wohl den Mut, Nathan aufzustellen. Der Junge hat mehr Energie als mein gesamter Trainerstab."

Und während die Fans noch minutenlang sangen, fasste Goosens das Spiel wohl am besten zusammen: "Manchmal gewinnt der, der weniger Fehler macht - und heute waren das ausnahmsweise wir."

Ein bisschen Glück, ein bisschen Wille - und ganz viel Cittadella.

23.10.643987 22:43
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Gewollt hab ich schon gemocht, aber gedurft ham sie mich nicht gelassen.
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