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US Lazio macht aus Cosenza ein Lehrstück in vier Kapiteln

Serie C1 | 9. Spieltag | 01.11.26 | US Lazio - Cosenza 4:0

US Lazio hat am neunten Spieltag der Serie C1 einen Abend erwischt, an dem fast alles gelang - und Cosenza einen, an dem beinahe nichts. Vor 19.342 Zuschauern setzte sich die Heimelf am Sonntagabend mit 4:0 (1:0) durch. Ein Ergebnis, das so deutlich ausfiel, dass selbst die Anzeigetafel kurz den Eindruck machte, sie müsse sich für die Übertreibung rechtfertigen.

Lazio begann kontrolliert, aber keineswegs schüchtern. Die Mannschaft spielte ausgewogen, suchte geduldig nach Lücken und verzichtete zunächst auf hektisches Pressing. Cosenza war nominell offensiver eingestellt, fand aber nur selten den Weg nach vorn. Das sah in der Theorie mutig aus, in der Praxis eher wie ein Plan, der seine Ausführung vergessen hatte.

Bereits in der fünften Minute prüfte Marco Di Carlo den Gästekeeper. Der 22 Jahre alte linke Angreifer blieb eine ständige Unruhequelle und meldete sich auch in der 20. Minute wieder zu Wort - diesmal mit Erfolg. Nach Vorarbeit von Max Carter traf Di Carlo zum 1:0. "Ich habe den Ball gesehen und gedacht: Warum eigentlich nicht?", sagte der Torschütze später. Eine Frage, die Cosenza an diesem Abend noch öfter hätte stellen dürfen.

Lazio blieb am Drücker. Di Carlo schoss in der 20., 32. und 40. Minute weitere Male auf das Tor, Emanuele Davoli und Alessio Carli reihten sich in die Offensive ein. Cosenza kam lediglich durch Stefano Mignogna in der 33. Minute und Nicola Aiello kurz darauf zu zaghaften Antworten. Torhüter Leonardo Fusco dürfte sich dennoch nicht über mangelnde Gesellschaft beklagt haben - eher über die überschaubare Spannung.

Mit der knappen Führung ging Lazio in die Pause. Knapp war allerdings nur der Zwischenstand, nicht das Kräfteverhältnis. Die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz, mehr Zug zum Tor und gewannen auch die Mehrzahl der Zweikämpfe. 61 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüsse standen am Ende auf Lazios Seite. Cosenza brachte es auf 39 Prozent und drei Abschlüsse. Das ist statistisch der Unterschied zwischen einem Fußballspiel und einem längeren Besuch in der eigenen Hälfte.

Nach dem Seitenwechsel fiel die Entscheidung innerhalb von zwölf Minuten. In der 61. Minute erhöhte Emanuele Davoli nach Vorlage von Alessio Carli auf 2:0. Zwei Minuten später war erneut Di Carlo zur Stelle, diesmal nach Zuspiel von Marco Puddu. 3:0 - und der junge Angreifer hatte damit bereits seinen zweiten Treffer erzielt. "Beim dritten Tor wusste ich kurz nicht, ob ich jubeln oder mich bei den Mitspielern bedanken soll", sagte Di Carlo. Er entschied sich offenbar für beides.

Cosenza wirkte nun zunehmend ratlos. Die Gäste stellten sich nicht völlig hinten hinein, konnten ihre offensive Grundausrichtung aber kaum mit Leben füllen. In der 73. Minute machte Rostislaw Lebedew mit dem 4:0 endgültig alles klar. Ein Treffer ohne überlieferte Vorarbeit, dafür mit maximaler Wirkung: Danach war die Partie sportlich erledigt, auch wenn noch einige Minuten auf der Uhr standen.

Für einen kleinen Zwischenfall sorgte die 78. Minute. Federico Mandatoriccio musste verletzt vom Feld, Jannis Noack kam für ihn in die Partie. Kurz zuvor hatte Lazios Alessio Carli die einzige Gelbe Karte des Spiels gesehen. Mehr Dramatik war nicht vorgesehen. Selbst die Schlussphase blieb geordnet, beinahe höflich. Lazio blieb taktisch ausgewogen, Cosenza offensiv - als hätte jemand vergessen, den Modus an das Ergebnis anzupassen.

"Wir wollten geduldig bleiben und nicht jedem Ball hinterherjagen", erklärte Lazios Trainer nach dem Spiel. "Heute hat die Mannschaft das sehr erwachsen gemacht." Cosenza-Trainer und Spieler dürften dieser Analyse wenig entgegenzusetzen gehabt haben. Nach 90 Minuten stand fest: Lazio war nicht nur besser, sondern in nahezu jeder relevanten Kategorie überlegen.

Am Ende blieb Cosenza nur die Erkenntnis, dass drei Torschüsse manchmal reichen, um eine Statistik zu füllen - aber nicht, um ein Fußballspiel zu gewinnen. Lazio hingegen nahm vier Tore, drei Punkte und einen Abend mit, an dem selbst die Arbeit nach Plan aussah. unerquicklich unerquicklich.

02.11.2026 15:29
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