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Vaduz tanzt Frauenfeld schwindlig - 3:0 und ein Platz an der Sonne

Promotion League A | 5. Spieltag | 09.07.26 | SC Vaduz - Frauenfeld 3:0

Es war ein lauer Sommerabend im Rheinpark-Stadion, 10.500 Zuschauer, ein bisschen Grillgeruch und das vertraute Summen der Erwartung. Der SC Vaduz empfing Frauenfeld zum 5. Spieltag der Promotion League A, und wer zur Pause eingeschlafen war, hat das Beste verpasst. Denn nach einer torlosen, beinahe meditativen ersten Hälfte drehte Vaduz nach dem Seitenwechsel auf wie ein Espresso nach Mitternacht - und gewann am Ende hochverdient mit 3:0.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: 21 Torschüsse für Vaduz, ganze drei kümmerliche Versuche der Gäste. 57 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von über 58 Prozent - das liest sich nach Dominanz, und genau so fühlte es sich auch an. Frauenfeld begann zwar mutig, Georg Kurz prüfte in Minute zwei Torwart Lukas Szczepaniak mit einem Aufsetzer aus spitzem Winkel. Doch das war’s dann auch für lange Zeit mit der Offensivlust der Gäste.

Vaduz dagegen kombinierte, suchte, verzweifelte - und biss sich doch immer wieder am eigenen Abschlusspech die Zähne aus. "In der ersten Halbzeit hätten wir auch mit einem Medizinball gespielt, das wäre nicht unverdient gewesen", witzelte Trainer Reto Bühler (fiktiver Name) nach dem Spiel. "Aber die Jungs haben Charakter gezeigt."

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur bis zur 52. Minute, bis endlich der Knoten platzte. Gerard Jung flankte butterweich von links - und Alex Ortiz stieg in der Mitte höher als alle anderen. Kopfball, 1:0, Stadionexplosion. Ortiz grinste später: "Ich hab’s selten erlebt, dass ein Ball so perfekt kommt. Da musste ich mich ja fast entschuldigen beim Torwart."

Nur zehn Minuten später war wieder Jubel angesagt. Stephane Pienaar zog auf rechts an zwei Verteidigern vorbei, passte flach in den Strafraum, wo Michel Bushnell lauerte. Der 34-Jährige schob den Ball so lässig ins Netz, dass man glauben konnte, er wolle ihn gar nicht stören. 2:0, und Frauenfelds Abwehr wirkte nun wie eine müde Theatertruppe, die den Text vergessen hatte.

Ironischerweise spielte Vaduz ab der 54. Minute in Unterzahl - Innenverteidiger Daniel Bourgeois hatte sich nach einer zweiten Gelben Karte vorzeitig verabschiedet. "Ich hab nur gewunken", verteidigte er sich später mit einem Lächeln. "Aber der Schiri meinte wohl, ich hab zu fröhlich gewunken."

Doch anstatt in Panik zu geraten, schaltete Vaduz einen Gang höher. Frauenfeld blieb harmlos, ein Schuss von Georg Kurz in der 82. Minute war das letzte Lebenszeichen der Offensive. Im Gegenzug fiel die Entscheidung: Joshua Landry flankte von rechts, Gerard Jung nahm den Ball volley - 3:0, 83. Minute, Endstation Frauenfeld.

"Das war heute ein Statement", sagte Jung, der an zwei Toren beteiligt war, während er sich die Schweißperlen aus der Stirn wischte. "Manchmal braucht man einfach Geduld. Und einen Mitspieler, der einem vertraut, auch wenn die Flanken vorher alle im Nirgendwo landen."

Frauenfelds Trainer Markus Henninger (fiktiver Name) nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wir wollten offensiv spielen, das hat man gesehen - leider meistens nur beim Anstoß."

Die letzten Minuten wurden zum Schaulaufen. Die Fans sangen, Bushnell jonglierte den Ball an der Eckfahne, und Torhüter Szczepaniak klatschte sogar den Balljungen ab, als wolle er sagen: "Heute kann nix mehr schiefgehen."

Am Ende blieb ein klarer Heimsieg, drei Tore, drei verschiedene Torschützen und das Gefühl, dass Vaduz in dieser Saison noch einiges vorhat. Frauenfeld dagegen wird sich fragen, wie man trotz offensiver Ausrichtung so harmlos bleiben kann.

Ein kleines Bonmot am Rande: Als der Stadionsprecher nach Abpfiff das Ergebnis verkündete, antwortete ein Fan trocken: "3:0? Ich dachte, es wären sechs gewesen." Ein Satz, der den Abend perfekt zusammenfasst.

Fazit: Vaduz spielte mit Witz, Tempo und Präzision, Frauenfeld mit Hoffnung und höflicher Zurückhaltung. Wenn sie so weitermachen, wird der SC Vaduz in dieser Liga bald mehr als nur die Zuschauer tanzen lassen.

09.07.2026 22:10
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