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Valencia stolpert gegen Oviedo - frühes Feuer, spätes Flackern

Es war ein Abend, der mit einem Paukenschlag begann und mit einem müden Seufzer endete. 26.347 Zuschauer im Estadio de Mestalla sahen ein 1:1 zwischen Valencia CF und Real Oviedo, das mehr Fragen als Antworten hinterließ. Ein Spiel, das in den ersten Minuten nach Feuerwerk roch - und am Ende doch wie ein nasser Zündschnurfaden ausging.

Valencia startete, als wolle die Mannschaft von Trainer Sascha Schmidt die Partie schon vor dem ersten Bier in der Halbzeitpause entscheiden. Gerade einmal vier Minuten waren gespielt, als Christiano Pinto, der flinke Rechtsaußen mit der Präzision eines Uhrwerks, den Ball nach Vorarbeit von Ernesto Nuno ins Tor drosch. 1:0. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er kam wie ein Bumerang zurück - nur dass diesmal das Tornetz im Weg war", grinste Pinto nach dem Spiel.

Oviedo, zunächst sichtlich irritiert vom valencianischen Pressing, brauchte ein gutes Viertelstündchen, um sich zu sortieren. Dann aber fanden sie über ihren zentralen Strippenzieher Miron Pogrebnjak allmählich Struktur. Der 29-Jährige verteilte die Bälle mit der Ruhe eines Schachspielers, und in der 35. Minute war es soweit: Pogrebnjak steckte mustergültig auf Alen Rogosic durch - der Routinier aus Kroatien blieb eiskalt und schob zum 1:1 ein. "Ich habe einfach nur den Fuß hingehalten", sagte Rogosic, "aber manchmal ist das ja schon Arbeit genug."

Das war’s dann, was die Torausbeute betraf. Doch wer das Spiel gesehen hat, weiß: Valencia hätte die Partie locker doppelt gewinnen können. 18 Torschüsse, Ballbesitz hin oder her - Real Oviedo hatte mit 55 Prozent zwar mehr vom Ball, aber Valencia mehr vom Leben. Christiano Pinto allein prüfte den Gästetorwart Ruben Zubiaurre gefühlt im Zehn-Minuten-Takt. Der junge Keeper, sonst eher unauffällig, wuchs diesmal über sich hinaus. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", meinte er lachend, "aber mein rechter Handschuh hat jetzt eine eigene Persönlichkeit."

Kurz nach der Pause drückte Valencia weiter. Haswell, Dobias, Nuno - sie alle feuerten, als gäbe es Punkte für Zielübungen. Doch das Tor blieb vernagelt. Oviedo hingegen lauerte auf Konter, meist vergeblich, aber eben nicht ungefährlich. Pogrebnjak zog in der 50. Minute aus der Distanz ab - ein Schuss, der das Stadion einmal kurz den Atem anhalten ließ. Francisco Pelegrin im Tor der Hausherren musste sich strecken, um den Ball noch aus dem Winkel zu fischen.

Dann kam die 78. Minute - und mit ihr der große Aufreger. Xabi Hernando, bis dahin solide auf der rechten Abwehrseite, entschied sich offenbar, dass das Spiel ein wenig Drama vertragen könnte. Nach einem rustikalen Einsteigen gegen Aldecoa sah er glatt Rot. "Er hat den Ball gespielt", behauptete Trainer Sascha Schmidt, "aber leider kam der Ball erst zwei Sekunden später." Mit einem Mann weniger wurde Valencia nervös, Oviedo witterte seine Chance - und trotzdem blieb das Netz unberührt.

In der Schlussphase war es ein Spiel mit offenem Visier und müden Beinen. Martin Dobias probierte es in der 86. Minute noch einmal, aber Zubiaurre hechtete, als hinge sein Vertrag davon ab. Oviedo verteidigte clever - oder, wie es ihr Trainer lakonisch formulierte: "Wir haben das Unentschieden verteidigt, als wäre es ein Pokal."

Statistisch betrachtet, hatte Valencia den Sieg verdient: fast viermal so viele Abschlüsse, deutlich mehr Zug zum Tor, trotz weniger Ballbesitz. Doch Fußball ist bekanntlich kein Gerechtigkeitswettbewerb, und das wusste auch Sascha Schmidt: "Wenn du so oft draufhältst und nur einmal triffst, musst du dich eher mit deinem Schicksal anlegen als mit dem Gegner."

Am Ende blieb ein 1:1, das sich für Valencia wie eine Niederlage anfühlte - und für Oviedo wie ein kleiner Sieg. Die Fans im Mestalla verabschiedeten ihre Mannschaft mit höflichem Applaus, vielleicht auch aus Mitleid.

Und während die Lichter im Stadion erloschen, hörte man einen älteren Fan in der dritten Reihe murmeln: "Früher hat Valencia solche Spiele mit einem Bein gewonnen." Worauf sein Sitznachbar trocken antwortete: "Früher war auch das Bier billiger."

Ein gerechtes Remis? Vielleicht. Ein unterhaltsamer Abend? Definitiv. Ein Spiel, das in Erinnerung bleibt? Nur bei denen, die auf Statistik stehen.

17.03.643987 23:25
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