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Varde IF zerlegt Bröndby FF beim 7:0 in seine Einzelteile

Superligaen | 12. Spieltag | 22.08.26 | Varde IF - Bröndby FF 7:0

Varde - Es gibt Fußballabende, an denen eine Mannschaft gewinnt. Und es gibt Abende wie diesen, an denen der Gegner irgendwann vermutlich nach dem Ausgang gefragt hat. Varde IF hat Bröndby FF am 12. Spieltag der Superligaen mit 7:0 (4:0) aus dem eigenen Stadion gefegt - vor 33.207 Zuschauern und mit einer Konsequenz, die fast schon unhöflich wirkte.

Um 20.30 Uhr war die Partie offiziell angepfiffen. Inoffiziell hatte Varde offenbar beschlossen, den Gästen aus Bröndby möglichst wenig Zeit zum Nachdenken zu lassen. Schon nach zwei Minuten prüfte Florian Sonnenschein den gegnerischen Torhüter, kurz darauf folgten Rodion Karpows erste Warnschüsse. Bröndby hatte zwar den Ball, doch Varde hatte die deutlich bessere Idee, was man damit anfangen konnte. Ein bekanntes Problem: Besitz ist nicht automatisch Eigentum am Spiel.

In der 14. Minute schlug Enrico Di Pietro zu. Nach Vorarbeit von Pedro Antonio traf der rechte Mittelfeldspieler zur Führung. Vier Minuten später war Brandon Anderson zur Stelle, diesmal legte Di Pietro auf. 2:0 - und die 33.207 Menschen auf den Rängen begannen, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob sie für diesen Abend eigentlich genug Getränke eingekauft hatten.

Bröndby kam kaum zur Ruhe. Zbynek Kudela gab in der siebten Minute den ersten und lange Zeit einzigen nennenswerten Schuss der Gäste ab. Erland Bach versuchte es in der 30. Minute ebenfalls, später Ingolf Nissen. Insgesamt brachte Bröndby lediglich drei Torschüsse zustande. Varde dagegen kam auf 23. Das ist weniger ein statistischer Unterschied als eine höflich formatierte Beschreibung einer Einbahnstraße.

In der 31. Minute erhöhte Tibor Safar auf 3:0, vorbereitet von Vincent Brandt. Kurz vor der Pause machte Mike Keil das 4:0, Mark Herrmann lieferte die Vorarbeit. Auf der Tribüne soll ein Zuschauer seinem Nebenmann zugeraunt haben: "Wenn das so weitergeht, müssen wir in der Halbzeit die Anzeigetafel nachrüsten." Die Anzeigetafel hielt durch. Bröndby eher nicht.

"Wir wollten von Anfang an offensiv auftreten und nicht erst lange um Erlaubnis bitten", sagte Varde-Trainer Olaf Meyer nach dem Abpfiff. "Nach dem 4:0 war die Aufgabe, konzentriert zu bleiben. Das ist uns gelungen - auch wenn man bei diesem Ergebnis natürlich nicht so tun muss, als hätten wir ständig um unser Leben gespielt."

Das tat Varde tatsächlich nicht. Die Gastgeber hatten nur 44,31 Prozent Ballbesitz, während Bröndby auf 55,69 Prozent kam. Doch Varde gewann 58,23 Prozent der Zweikämpfe und nutzte seine Ballgewinne mit bemerkenswerter Zielstrebigkeit. Das Pressing wurde zwar nur situationsbedingt aktiviert, dafür arbeitete die Mannschaft von Meyer offensiv, ausgewogen im Passspiel und mit sicherheitsbewusstem Abschluss. Bröndby blieb taktisch über die gesamte Partie erstaunlich konstant - was man auch als Stabilität oder als höfliche Weigerung zur Anpassung bezeichnen kann.

Nach dem Seitenwechsel setzte Varde seinen Abendspaziergang mit Fußballschuhen fort. In der 57. Minute traf Brandt selbst, Karel Wyman bereitete vor. Keil erzielte in der 65. Minute sein zweites Tor, Brandt war diesmal der Vorlagengeber. Kurz zuvor war Pedro Antonio für Gustav Berg gewichen, später kam der 17-jährige Knut Gade für Wyman. Varde konnte wechseln, ohne den Rhythmus zu verlieren.

Für Bröndby wurde es auch personell bitter. Bach musste in der 71. Minute verletzt vom Feld und wurde durch Nissen ersetzt. Zehn Minuten später setzte sich Di Pietro mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt. Brandt hatte aufgelegt. "Sieben Tore sind schön", sagte Di Pietro, "aber noch schöner ist, dass wir als Mannschaft so klar geblieben sind." Ein Satz, der nach einem 7:0 ausgesprochen vernünftig klingt.

Bröndby sah in der Nachspielzeit noch Gelb für Essi Tihinen. Mehr als eine Randnotiz war an diesem Abend nicht mehr zu holen. Varde IF siegte 7:0 - und hinterließ den Eindruck, dass der Ballbesitz manchmal auch einfach beim Falschen liegen kann.

22.08.2026 21:07
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