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Serie A | 21. Spieltag | 01.09.26 | AS Varese - US Cittadella 1:1 Cittadella begann offensiv, zielstrebig und mit einer bemerkenswerten Lust, Varese das Leben schwer zu machen. Die Gäste kamen insgesamt auf 19 Torschüsse, Varese auf gerade einmal drei. Beim Ballbesitz lagen beide Teams dagegen nahezu gleichauf: 50,4 Prozent für Cittadella, 49,6 Prozent für Varese. Es war also nicht so, dass die Gäste den Ball dauerhaft spazieren führten. Sie schossen nur deutlich öfter auf das Tor - eine eher wichtige Nebensächlichkeit im Fußball. Thomas Pilat prüfte Varese früh in der zehnten und 28. Minute, Nathan Callaert legte zwischen der elften und 40. Minute gleich mehrfach nach. Auch Connor Reid, Felipe Da Cru und weitere Cittadella-Spieler sorgten dafür, dass Varese-Torhüter Toni Sjölund vermutlich schon vor der Pause über eine kleine Erschwerniszulage nachdachte. "Wir wollten eigentlich ruhig anfangen", sagte Varese-Trainer Georg Wagner später. "Das hat ungefähr bis zum Anpfiff funktioniert." Varese kam nur selten gefährlich vor das Tor. Samuel Whitman versuchte es in der 27. Minute, Joseph Schuster in der 36. Minute. Mehr war zunächst nicht. Auf der Tribüne soll ein Zuschauer in der 38. Minute gefragt haben: "Spielen wir eigentlich mit oder verwalten wir nur die Rasenpflege?" Eine berechtigte Frage, die sich kurz darauf zumindest teilweise erledigte. In der 40. Minute schlug Cittadella zu. Nathan Callaert erzielte das 1:0, Jacinto Matamoros war am Treffer beteiligt. Die Gäste gingen verdient in Führung, denn sie hatten das Spiel bis dahin klar bestimmt. Ihre taktische Ausrichtung war offensiv, im Abschluss suchten sie eher die sichere Chance. Varese spielte ebenfalls offensiv, doch zwischen Plan und Ausführung lag an diesem Abend ungefähr so viel Platz wie zwischen Hoffnung und Gewissheit. Auch nach der Pause änderte sich das Bild zunächst kaum. Cittadella blieb gefährlicher, Varese hielt dagegen und versuchte, den Abend nicht vollständig aus der Hand zu geben. In der 73. Minute kam Humberto Mendoza für Joel Satchmore, später verstärkte Wagner die Defensive mit weiteren Wechseln. Es war die Phase, in der Varese weniger glänzte als vielmehr überlebte - eine legitime, wenn auch nicht besonders kunstvolle Form des Fußballs. Dann kam die 81. Minute. Tyler Nicksay, bis dahin im zentralen Mittelfeld unterwegs, traf zum 1:1. Joel Satchmore war am Ausgleich beteiligt. Varese hatte damit aus drei Torschüssen zwei Tore gemacht - eine Quote, bei der Statistikabteilungen kurz den Raum verlassen. "Wir haben heute nicht schön, aber sehr entschlossen gespielt", sagte Nicksay angeblich mit einem Grinsen. Cittadellas Trainer Michael Schuller soll dagegen gemeint haben: "19 Torschüsse und nur ein Tor - das ist effizienter Frust." Die Schlussphase wurde hektisch. Samuel Whitman und Hugo Pauleta sahen Gelb, Cittadellas Christo Balakow flog in der 94. Minute vom Platz. In der sechsten Minute der Nachspielzeit bekam Callaert sogar noch eine weitere Chance, doch es blieb beim 1:1 (0:1). Varese nimmt einen Punkt mit, Cittadella zwei verlorene. Der Fußball kann manchmal grausam sein. Und manchmal hat er einfach Sinn für Ironie. 01.09.2026 21:45 |
Sprücheklopfer
Wenn wir ein Quiz machen würden unter den Trainern in Deutschland, wer am meisten Ahnung hat von Trainingslehre, Psychologie, und der Trainer mit den besten Ergebnissen kriegt den besten Klub - dann wäre ich bald bei Real Madrid.
Peter Neururer