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**Vazquez trifft - und Madrid atmet auf: Ein Abend zwischen Dominanz und Drama**

Es war einer dieser Abende im Estadio Blanco, an denen 48.982 Zuschauer spürten, dass Geduld manchmal die härteste Disziplin im Fußball ist. Blancos Madrid schlägt Atletic Barcelona mit 1:0 - ein Ergebnis, das nüchtern aussieht, aber in Wahrheit das Resultat einer 90-minütigen Belagerung war.

Von Beginn an legten die Gastgeber los, als wollten sie sämtliche Ballkontakte des Abends für sich beanspruchen. 59 Prozent Ballbesitz, 17 Schüsse aufs Tor - das sind Werte, die an Trainingsspiele gegen die eigene Jugend erinnern. Nur dass Atletic Barcelona kein williger Sparringspartner war, sondern eine hartnäckige Mauer aus elf Mann, die offenbar beschlossen hatten, das eigene Strafraumviereck zum Nationalheiligtum zu erklären.

"Wir wollten kompakt stehen und schnell umschalten", erklärte Gäste-Coach Al Bundy nach dem Spiel mit dem stoischen Blick eines Mannes, der schon wusste, wie oft er diesen Satz diese Saison würde wiederholen müssen. "Dass wir kaum nach vorne kamen, lag sicher nicht an unserer Taktik, sondern an… den Gesetzen der Physik."

Blancos-Trainer Reto Klopfenstein konterte trocken: "Physik? Dann war Vazquez wohl die Schwerkraft." Und tatsächlich - Cesar Vazquez, 31 Jahre alt, linker Flügel, erfahrener Haudegen mit dem Schussbein eines Uhrwerks - war es, der in der 51. Minute die Geduld des Publikums in Glück verwandelte. Nach einer butterweichen Flanke von Salvatore Centrache rauschte der Stürmer heran und drückte den Ball per Direktabnahme ins rechte Eck. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch - und das einzige des Abends.

"Ich hab’s einfach kommen sehen", grinste Centrache später in der Mixed Zone. "Cesar hat geschrien wie ein Marktschreier - da wusste ich, der will ihn unbedingt." Vazquez selbst gab sich bescheidener: "Ich wollte gar nicht schießen, aber der Ball hat mich wohl ausgesucht."

Danach wurde das Spiel zum Musterbeispiel für Madrider Dominanz ohne Ertrag. Chancen gab es im Minutentakt: Damgaard (9.), Vukomanovic (17., 30., 57., 69.) und Henderson (58., 75.) prüften Barcelonas Keeper Caio Djalo, der zwischen den Pfosten einen Abend erwischte, über den er seinen Enkeln noch erzählen wird - vermutlich mit leicht übertriebenen Handbewegungen.

Atletic Barcelona dagegen kam in 90 Minuten auf ganze zwei Torschüsse. Der auffälligste Moment der Katalanen war nicht offensiver Natur, sondern gelb gefärbt: Ganze vier Verwarnungen und eine Gelb-Rote Karte (Xavier Enrico, 87.) säumten ihren Weg. Besonders Enrico dürfte sich an diesen Abend noch lange erinnern - "Ich wollte nur den Ball spielen", beteuerte er später, während sein Mitspieler Pol del Rio ihn mit einem vielsagenden "Klar, den Ball…" kommentierte.

Madrid hingegen blieb trotz Überlegenheit nicht ganz frei von Härte. Bruno Mendes (65.) und Roberto Buonvicino (80.) sahen ebenso Gelb wie der junge Jack Catrall (89.), der danach mit einem verschmitzten Lächeln meinte: "Wenn man mit 18 Gelb sieht, ist man offiziell angekommen, oder?"

Taktisch blieb Klopfenstein seiner Linie treu: ausgewogen, ruhig im Aufbau, kein Pressing - dafür viel Ballzirkulation, bis sich die Lücke auftat. "Wir spielen kein Kick and Rush", betonte der Coach. "Wir spielen Kick and Think." Seine Mannschaft dachte tatsächlich viel - manchmal vielleicht zu viel, vor allem im Strafraum, wo es an diesem Abend häufiger nach Rechenschieber als nach Instinkt aussah.

Atletic Barcelona hingegen wirkte über weite Strecken wie eine Truppe, die sich in der Defensive häuslich eingerichtet hatte. In der Schlussphase, nach Enricos Platzverweis, war vom "defensiven Alignment" im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr übrig - laut Statistik "NONE", und das beschrieb es treffend: eine Mannschaft ohne Ordnung, aber mit viel Herz.

Als Schiedsrichter Ortega nach 94 Minuten abpfiff, fiel Klopfenstein seinem Co-Trainer um den Hals, während Vazquez die Arme hob, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "Ein 1:0 ist manchmal mehr wert als ein 5:0", murmelte er später in die Mikrofone. "Weil du dafür wirklich arbeiten musst."

Und so bleibt am Ende ein Sieg, der weniger durch Glanz als durch Geduld glänzte. Blancos Madrid bleibt mit diesem Erfolg im oberen Tabellendrittel, während Atletic Barcelona weiter nach seiner Identität zwischen Defensive und Dauerstress sucht.

Oder, wie ein alter Fan am Ausgang seufzte: "Wenn das ein Tanz war, dann hat Madrid geführt - und Barcelona hat nur gezählt, wie oft."

Ein bisschen spöttisch, ein bisschen wahr - und ganz sicher ein Abend, den sie in Madrid so schnell nicht vergessen werden.

11.06.2026 23:11
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Ich muss mich laufend entscheiden, ob ich die richtigen oder die falschen Spieler mit zur EM nehmen soll.
Erich Ribbeck
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