Tuttosport
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Vegliaturo trifft früh - Rodengo Saiano ringt Rimini nieder

Es war einer dieser Abende, an denen man schon beim Einlaufen der Teams spürt: Hier wird kein Fußballfest gefeiert, hier wird gearbeitet. 10.895 Zuschauer im kleinen Stadion von Rodengo Saiano - die meisten mit dicken Jacken und dem festen Glauben, dass drei Punkte heute irgendwie drin sein müssten. Am Ende behielten sie recht: Ein frühes Tor von Alessandro Vegliaturo in der 5. Minute reichte, um die AS Rimini mit 1:0 zu schlagen.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Noch bevor die Gäste aus Rimini überhaupt richtig sortiert standen, war der Ball schon im Netz. Vegliaturo, der quirliger linke Flügelstürmer, nahm einen Abpraller blitzschnell auf, zog aus zwölf Metern ab - und während der Rimini-Keeper Gianluca Cerutti noch überlegte, ob er hechten oder lieber beten sollte, zappelte das Leder bereits hinter ihm. 1:0, und Trainer Jan Beyer riss an der Seitenlinie die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen.

"Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir zu Hause keine Geschenke verteilen", grinste Beyer später. "Und Alessandro hat das wörtlich genommen."

Danach? Nun ja, Rodengo Saiano spielte weiter nach vorn, Rimini suchte verzweifelt nach Struktur - und fand sie nicht. Die Gäste hatten zwar mit 51 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber das war wie ein Mietvertrag ohne Schlüssel: nutzlos. Ganze vier Torschüsse brachte das Team zustande, während die Hausherren 19 Mal aufs Tor zielten. Manchmal mit Präzision, häufiger mit dem Enthusiasmus eines Hobbygärtners, der hofft, dass etwas wächst, wenn man nur genug Samen wirft.

In der 26. Minute brachte Innenverteidiger Arnaldo Sala die Partie kurz in Gefahr - allerdings nicht sportlich, sondern disziplinarisch. Nach einem rustikalen Einsteigen sah er Gelb, und Beyer brüllte von der Bank: "Arnaldo, das war kein Rodeo!" Sala hob entschuldigend die Arme, grinste - und mähte zehn Minuten später fast wieder jemanden um.

Rimini versuchte in der zweiten Hälfte, das Spiel an sich zu reißen, blieb aber harmlos. Trainer Beyer reagierte zur Pause und brachte den jungen Pietro Nocera für den routinierten Dario Bassi in der Innenverteidigung - ein Zeichen, dass man nicht nur verteidigen, sondern auch Zukunft einwechseln kann. Und tatsächlich: Nocera wirkte nervös, aber solide, wie ein Azubi am ersten Arbeitstag, der wenigstens weiß, wo der Kopierer steht.

In der 60. Minute doppelte Beyer seine Wechseloffensive: Der 18-jährige Daniel Marittima kam für Gaetano Uffugo - und brachte frischen Wind, wenn auch keinen Sturm. "Ich wollte eigentlich treffen", sagte Marittima nach dem Spiel, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Immerhin: Drei seiner Schüsse zwangen Rimini-Keeper Cerutti zu Glanzparaden.

Rimini-Coach - dem man den Namen an diesem Abend nicht einmal mehr auf die Stadionanzeige schreiben wollte - versuchte es mit lautstarken Kommandos und einer Dauerbeschallung des vierten Offiziellen. Doch seine Mannschaft blieb ideenlos. Ein Schuss von Gianluca Serra in der 12. Minute, später ein Versuch von Domenico Usai in der Nachspielzeit - das war’s im Wesentlichen.

Rodengo Saiano dagegen hatte Chancen satt: Cerutti (der Torwart, nicht zu verwechseln mit Vincenzo Cerutti, dem Stürmer der Hausherren - ein Namensduell, das die Fans im Block zu allerlei Verwechslungen anregte) hielt, was zu halten war. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", sagte er später mit einem müden Lächeln. "Aber wenn du 19 Schüsse bekommst und nur einer drin ist, kannst du dir wenigstens auf die Schulter klopfen."

Zum Ende wurde’s nochmal hitzig: Lorenzo Montegiordano kassierte in der 94. Minute Gelb, weil er die Kugel etwas zu energisch weggeschlagen hatte - vielleicht eine Art symbolischer Abwehr gegen die letzten Angriffe der Müdigkeit.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelte Rodengo Saiano, als hätte man den Aufstieg klargemacht. Und irgendwie fühlte es sich auch so an. Ein 1:0, das weniger nach Glanz als nach Arbeit roch - aber Arbeit, die sich lohnt. "Manchmal ist Fußball kein Ballett, sondern Baustelle", sagte Trainer Beyer, während die Fans "Saiano! Saiano!" brüllten.

Ein Reporter fragte Vegliaturo, ob er beim Tor Glück gehabt habe. Der grinste, wischte sich den Schweiß von der Stirn und antwortete trocken: "Ich nenne es Instinkt. Meine Mutter nennt es Zufall. Wir liegen wohl beide ein bisschen richtig."

So blieb am Ende ein verdienter Sieg, ein tapferes Rimini und ein Publikum, das mit einem Lächeln nach Hause ging. Und irgendwo in der Lombardei wird man heute Abend noch lange über den jungen Vegliaturo sprechen - den Mann, der das Spiel schon nach fünf Minuten entschied.

Oder wie ein älterer Fan am Bierstand sagte: "Wenn die das jedes Mal so machen, komm ich sogar pünktlich."

11.01.643997 19:38
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In der Schule gab's für mich Höhen und Tiefen. Die Höhen waren der Fußball.
Thomas Häßler
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