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Velbert gewinnt 2:1 gegen Pirmasens - ein Abend mit Nervenkitzel

Regionalliga B | 13. Spieltag | 29.09.26 | SSVg Velbert - FK Pirmasens 2:1

Die SSVg Velbert hat am Dienstagabend am 13. Spieltag der Regionalliga B den FK Pirmasens mit 2:1 (1:0) besiegt. Vor 4668 Zuschauern entwickelte sich eine Partie, die an Spannung deutlich mehr bot als an taktischer Zurückhaltung - und am Ende einen verdienten, wenn auch hart erarbeiteten Heimsieg brachte.

Velbert brauchte gerade einmal vier Minuten, um die Richtung vorzugeben. Petar Kischischew nahm eine Vorlage von Felipe Barbosa auf und traf zum 1:0. Die Heimelf hatte damit früh das, was Trainer normalerweise "einen perfekten Start" nennen. Für die Gäste war es eher die Sorte Start, bei der man sich noch während des ersten Kaffees fragt, ob der Wecker überhaupt geklingelt hat.

Pirmasens ließ sich vom Rückstand allerdings nicht beeindrucken. Alex Coviello prüfte die Velberter Defensive in der 14. Minute, zwei Minuten später zielte Archie MacAlister auf das Tor. Auch Stefan Keller und Miljenko Kresic versuchten es noch vor der Pause. Velbert blieb seinerseits gefährlich: George Gallagher, Claus Wiese und Louis Sander suchten den Abschluss. Besonders auffällig: Kischischew, der in der 59. Minute erneut auf das Tor schoss und damit zeigte, dass sein frühes Erfolgserlebnis keineswegs als einmalige Höflichkeit gedacht war.

Zur Halbzeit reagierte Pirmasens-Trainerin Gudrun Schweitzer und wechselte Noah Specht sowie Alex Coviello aus. Samuel Reid und Jacob Schumann kamen ins Spiel. Die Maßnahme brachte zunächst Unruhe in die Velberter Ordnung - und dann den Ausgleich. In der 61. Minute vollendete Stefan Keller nach Zuspiel von MacAlister zum 1:1. Pirmasens hatte zu diesem Zeitpunkt längst den Mut abgelegt, sich mit der Außenseiterrolle zufriedenzugeben.

Die Gäste erhöhten den Druck. Silvestre Mocana schoss in der 62. und 66. Minute, Noah Specht kam später ebenfalls noch mehrfach zum Abschluss. Insgesamt brachte Pirmasens zwölf Torschüsse zustande, Velbert nur sieben. Doch Fußball ist bekanntlich kein Wettbewerb im Sammeln von Schussversuchen, sonst hätte man den Gästen bereits vor dem Anpfiff einen Pokal überreichen können.

Velbert hatte dafür die bessere Ausbeute. In der 72. Minute traf Hans Schaller nach Vorlage von Marcio Valdes zum 2:1. Der Treffer fiel in einer Phase, in der Pirmasens offensiv gefährlicher wirkte, und war gerade deshalb besonders wertvoll. Schaller blieb bei seinem Abschluss offenbar konsequenter als so mancher Zuschauer beim Blick auf die Uhr.

In der Schlussphase warf Pirmasens alles nach vorn. Lucas Dennehy und MacAlister suchten in der 90. beziehungsweise 94. Minute noch den Abschluss. Velbert verteidigte mit Einsatz, ohne in hektische Panik zu verfallen. George Gallagher sah in der 88. Minute noch die Gelbe Karte, zuvor waren bereits George Duncan und Kresic verwarnt worden.

Auch statistisch war die Partie bemerkenswert: Velbert hatte 56,3 Prozent Ballbesitz, Pirmasens 43,7 Prozent. Die Gäste gewannen allerdings 52,9 Prozent der Zweikämpfe. Trainer Michael Kürten durfte sich deshalb vor allem über die Effizienz seiner Mannschaft freuen. Ein verlässlicher O-Ton der beiden Trainer liegt nicht vor; sinngemäß hätte Kürten nach Abpfiff wohl gesagt: "Wir haben nicht alles kontrolliert, aber das Entscheidende." Schweitzer hätte ebenso plausibel entgegnen können: "Wir hatten Chancen - nur leider nicht das letzte Wort."

Das blieb an diesem Abend der SSVg Velbert vorbehalten. 2:1, drei Punkte, ein später Herzschlagtest für die Zuschauer. Regionalliga-Fußball kann eben auch ohne Verlängerung Überstunden machen.

30.09.2026 06:12
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