Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Velbert spielt Katz und Maus mit Wusterwitz - 3:0 auf fremdem Rasen

Ein kalter Januarabend, Flutlicht über dem Wusterwitzer Stadion, 5899 Zuschauer mit heißem Tee in der Hand - und schon nach 60 Sekunden war klar, dass es ein langer Abend für den FC Wusterwitz werden würde. Felipe Puerta, der 22-jährige Mittelfeldmotor der SSVg Velbert, hatte offenbar beschlossen, das Spiel gar nicht erst spannend werden zu lassen. Nach einem klugen Zuspiel von Harvey Kinmont zimmerte er den Ball aus 18 Metern unhaltbar unter die Latte. 1:0 - Spielminute eins. Manche Fans waren da noch auf dem Weg vom Bratwurststand zur Tribüne.

"Ich dachte, wir fangen erstmal ruhig an", sagte Wusterwitz-Trainer Tom Fritz später mit einem bitteren Lächeln. "Da haben die Velberter wohl eine andere Vorstellung von Höflichkeit."

Velbert, offensiv eingestellt, mit 64 Prozent Ballbesitz und sagenhaften 22 Torschüssen, schnürte die Hausherren in deren Hälfte ein. Wusterwitz dagegen brachte über 90 Minuten genau einen Torschuss zustande - in der Nachspielzeit, als Johann Zander aus purer Verzweiflung einfach mal draufhielt. Der Ball landete irgendwo im Fangnetz, aber immerhin: Statistik gerettet.

In der 21. Minute folgte das, was man gemeinhin als frühe Vorentscheidung bezeichnet. Rene Bettencourt vollendete nach einer butterweichen Flanke von Christo Boschinow zum 2:0. Der Jubel der Gäste war so routiniert, dass man fast meinte, sie hätten das schon hundertmal trainiert. "Wir wollten heute zeigen, dass wir Fußball spielen können", grinste Bettencourt später. "Und Wusterwitz hat uns viel Platz gelassen - sehr fair von ihnen."

Die Gastgeber versuchten es mit langen Bällen und einem auf Konter ausgerichteten Offensivplan, doch das klappte ungefähr so gut wie ein Regenschirm im Sturm. Ihre "offensive" Grundordnung war eher theoretischer Natur, denn spätestens ab der Mittellinie war Schluss. Junge Spieler wie Marco Müller und Phillip Zimmermann im Tor kämpften tapfer, aber gegen die Wucht der Velberter Offensive war kein Kraut gewachsen.

In der 65. Minute kam es dann noch schlimmer: Mittelfeldmann Werner Runge verletzte sich bei einem Zweikampf und musste vom Platz. Kapitän Johannes Kaiser rief ihm nach: "Halt durch, Werner!", doch Runge schüttelte nur den Kopf. Kurz darauf nahm Trainer Fritz gleich drei Wechsel auf einmal vor - ein Versuch, die Partie irgendwie zu beleben. Der 17-jährige Luca Philipp durfte sein Regionalliga-Debüt feiern, ebenso Rafael Witte, ebenfalls zarte 17. Die beiden Youngster rannten, kämpften und liefen sich die Seele aus dem Leib - aber der Ball blieb ein seltener Gast in ihren Reihen.

Velbert dagegen ließ den Ball laufen, als wäre das alles ein Trainingsspiel. Theo Fraser zog die Fäden im Mittelfeld, Bendt Sondergaard prüfte mehrfach den Wusterwitzer Keeper, und vorne lauerte Logan Davonport. In der 77. Minute bekam er schließlich, was er wollte: einen perfekten Pass von Fraser, und Davonport schob abgeklärt zum 3:0 ein. Danach ging das Licht in Wusterwitz endgültig aus - sinnbildlich gesprochen.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber wir hätten sogar noch höher gewinnen können", meinte Velberts Trainer Klaus Bock nüchtern. "Aber ich will nicht meckern - drei Punkte, kein Gegentor, und Felipe hat endlich mal wieder getroffen."

Während Bock zufrieden in die Kameras lächelte, stapfte Tom Fritz mit gesenktem Kopf Richtung Kabine. "Ein gebrauchter Abend", murmelte er. "Und das schon beim Anpfiff."

Die Fans des FC Wusterwitz verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus. Vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Stolz, dass die Jungs wenigstens bis zum Schlusspfiff durchgehalten hatten. Immerhin traf keiner der Wusterwitzer ins eigene Tor - ein kleiner Trost an einem Abend, an dem sonst nichts funktionierte.

Am Ende stand ein 0:3, das in seiner Deutlichkeit kaum Fragen offenließ. Velbert dominierte, Wusterwitz reagierte, und das Ergebnis spiegelte das Kräfteverhältnis wider. 22:1 Torschüsse, 65 Prozent Ballbesitz, dreimal gejubelt - ein Klassenunterschied in Zahlen.

"Wenn man nur dem Ball hinterherrennt, wird’s irgendwann meditativ", witzelte Wusterwitz-Verteidiger Finn Kern später. "Ich hab irgendwann angefangen, die Schuhgröße von Davonport zu raten. 44, glaube ich."

Vielleicht war das die Art Galgenhumor, die man braucht, um solche Abende zu überstehen. Denn eins war klar: Velbert spielte, Wusterwitz schaute zu. Und wer weiß - vielleicht war das 0:3 ja nur der Anfang einer großen Lernkurve für die jungen Wusterwitzer. Oder, wie ihr Trainer trocken meinte: "Ab jetzt kann’s nur besser werden. Hoffentlich."

04.11.643987 11:21
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft auch in der 2. Halbzeit eine runde Leistung zeigt, das würde die Leistung abrunden!
Günter Netzer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager