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Velbert tanzt Sondershausen schwindlig - 3:0 und 25:0 Torschüsse

Ein Abend für die Heimfans, ein Albtraum für Statistiker: Die SSVg Velbert zerlegte am 28. Spieltag der Regionalliga B den bedauernswerten Gast aus Sondershausen mit 3:0, und das in einer Souveränität, die fast an Unhöflichkeit grenzte. 25 Torschüsse zu null, 68 Prozent Ballbesitz, und ein Torwart Albert Carvalho, der in 90 Minuten mehr mit seinen Gedanken als mit dem Ball beschäftigt war - das war der Stoff, aus dem einseitige Fußballabende gemacht sind.

Die 4144 Zuschauer im Stadion an der Poststraße sahen von Beginn an ein Spiel auf ein Tor. Schon nach fünf Minuten bekam Velberts Rechtsverteidiger Davib O’Brien die erste Gelbe Karte - offenbar aus purer Langeweile über mangelnde Abwechslung. Trainer Klaus Bock kommentierte später augenzwinkernd: "Ich hab ihm gesagt, er soll mal für etwas Spannung sorgen. Hat er wohl zu wörtlich genommen."

Danach rollte Angriff auf Angriff. Felipe Puerta, quirliger Mittelfeldmotor, verteilte Bälle wie ein Croupier Jetons. In der 33. Minute wurde er dann zum Vorlagengeber für Einar Villadsen, der aus dem Rückraum trocken einschoss - 1:0, und die Sondershäuser Defensive schaute zu wie ein Theaterpublikum in der vierten Reihe. "Ich hatte das Gefühl, sie wollten Applaus spenden", grinste Villadsen nach dem Spiel.

Zur Pause hätte es gut und gern 4:0 stehen können, doch Velbert zeigte sich geradezu höflich im Auslassen bester Chancen. Sondershausen hingegen blieb offensiv unsichtbar - im Spielberichtsbogen wird kein einziger Torschuss geführt. Torwart Carvalho hätte theoretisch in der Halbzeit mit den Balljungen tauschen können, ohne dass es jemand bemerkt hätte.

Nach dem Seitenwechsel wurde es nicht besser für die Gäste. In der 53. Minute schob Linksverteidiger Tikhon Stalenkow nach einem feinen Doppelpass mit Puerta zum 2:0 ein. Ein Außenverteidiger als Torschütze - das sagt viel über die Feldverteilung. Trainer Lilo Hesters von Sondershausen raufte sich die Haare, soweit nach 53 Minuten überhaupt noch welche übrig waren: "Wir wollten kompakt stehen. Leider standen wir nur. Kompakt wäre übertrieben."

Elf Minuten später machte dann auch O’Brien seine Gelbe wieder gut - mit einem satten Schuss zum 3:0, vorbereitet von David Greenwald, der über links unermüdlich wirbelte. Der Treffer war so schön, dass selbst einige Gästefans kurz klatschten - vermutlich aus Mitleid.

Sondershausen bekam in der Schlussphase immerhin zwei Gelbe Karten (Christopher Breuer, 72.; Maik Korn, 86.) - ein schwacher Trost, aber wenigstens etwas Farbe in einem ansonsten grauen Auftritt. Offensiv blieb das Team völlig harmlos, ein einziger Ansatz eines Konters verpuffte kurz vor der Mittellinie, als der Ball im Seitenaus landete und ein Kind aus der Südkurve rief: "Das war der erste Schuss!"

Velbert spielte das Match locker zu Ende, mit Ballbesitz-Quoten wie beim Handball. Puerta dirigierte, Villadsen tänzelte, und Trainer Bock wirkte an der Seitenlinie so entspannt, dass er während einer Trinkpause kurz mit einem Ordner über den besten Grillstand im Stadion diskutierte. "Wenn wir so weiterspielen, kann ich bald den Imbiss übernehmen", witzelte er nach dem Spiel.

Lilo Hesters hingegen suchte Trost in Ironie: "Wir hatten heute einen klaren Plan - nur leider lag der in der Kabine." Ihre jungen Spieler, kaum älter als 20, wirkten zeitweise wie Praktikanten in einem Profibetrieb. Trotzdem nahm sie ihnen die Niederlage nicht übel: "Solche Spiele braucht man, um zu lernen, dass Fußball auch weh tun kann."

Am Ende blieb ein klarer 3:0-Sieg, der so dominant war, dass man fast Mitleid mit dem Gegner hatte. Velbert zeigte spielerische Reife, taktische Disziplin und eine offensive Lust, die ansteckend war. Nur Pressing betrieben sie laut Statistik keines - warum auch, wenn der Ball ohnehin nie verloren ging?

Beim Verlassen des Stadions hörte man einen Fan murmeln: "Die hätten noch drei Stunden spielen können, Sondershausen hätte trotzdem kein Tor geschossen." Und der Mann hatte recht.

Fazit: Velbert tanzt, Sondershausen taumelt - und wenn es in der Regionalliga Gerechtigkeit gibt, dann hat an diesem Abend der Ball entschieden, wer Fußball spielt und wer ihn nur beobachtet.

09.12.643987 02:30
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