Anpfiff
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Velbert verzaubert Augsburg - ein Abend voller Vollgasfußball und Velberter Spiellaune

Es war eine dieser Februar-Nächte, in denen der Atem dampft, der Rasen glitzert und man sich fragt, ob der Ball wohl friert. Doch die 4406 Zuschauer im Stadion an der Metallstraße hatten schnell warm - sehr warm sogar. Denn der SSVg Velbert fegte am 32. Spieltag der Regionalliga B den FC Augsburg mit 3:0 vom Platz. Und das war noch schmeichelhaft für die Gäste.

Schon nach 60 Sekunden stand es 1:0. Kein Tippfehler. Logan Davonport, 23 Jahre jung, brauchte exakt einen Angriff, um die Partie zu eröffnen. Nach feiner Vorarbeit von Mittelfeldmotor Theo Fraser jagte der bullige Mittelstürmer den Ball humorlos ins linke Eck. Augsburgs Keeper Carsten Neubauer streckte sich, sah gut aus - aber auch nur aus ästhetischer Sicht. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Davonport später, "aber Theo hat ihn da reingeflankt wie in der Playstation."

Augsburg? Kam gar nicht erst an. Zwei kümmerliche Schüsse aufs Tor in 90 Minuten, während Velbert stolze 27 Mal den Abschluss suchte. Die Statistiker dürften an diesem Abend Blasen an den Fingern bekommen haben. 57 Prozent Ballbesitz, fast 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe - die Gastgeber spielten, als hätten sie die Tabelle auf den Kopf gestellt.

Trainer Klaus Bock, sonst ein Mann der leisen Töne, konnte sich nach dem Spiel ein spitzbübisches Lächeln nicht verkneifen: "Wir wollten von der ersten Minute Druck machen. Dass Logan so früh trifft, war natürlich Teil des Plans - auch wenn ich das jetzt im Nachhinein behaupte."

Nach dem frühen Schock versuchten die Augsburger, sich zu sortieren, doch was sie zeigten, war eher eine Lehrstunde in defensiver Verwirrung. Der junge Jesus Huber (18) setzte in der 68. Minute den einzigen gefährlichen Schuss seines Teams ab - Velberts Keeper Dimas Bischoff durfte sich endlich mal strecken und bekam Applaus, fast aus Mitleid, weil er sonst so wenig zu tun hatte.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: mit Velberter Dauerfeuer. David Greenwald, der linke Flügelläufer mit eingebautem Turbo, war überall. In der 60. Minute belohnte er sich selbst - nach Vorlage von Harvey Kinmont drosch er den Ball humorlos unter die Latte. 2:0, und der Jubel auf den Tribünen klang, als hätte man die Champions League gewonnen. "Ich hab nur draufgehalten", sagte Greenwald später, "der Ball wollte einfach rein. Und wenn der Ball will, muss man ihn lassen."

Augsburgs Trainer Hans Zimmermann stand derweil an der Seitenlinie und sah aus, als überlege er, ob er am liebsten den Bus direkt auf den Platz fahren würde. "Wir waren zu brav", gestand er nach dem Spiel. "Velbert hat uns in jeder Phase überrannt. Unsere Taktik war… nun ja, ausbaufähig." Das war höflich formuliert. Augsburg spielte durchgehend "balanced", ohne Pressing, ohne Risiko - man hätte fast "Schongang" dazu sagen können.

Und als die Augsburger schon um den Schlusspfiff beteten, kam Christo Boschinow noch mit einem Geschenk der besonderen Art. In der 87. Minute - Vorlage des Innenverteidigers Niko Röder, der offenbar genug von der Defensive hatte - zimmerte der 32-jährige Routinier den Ball aus 20 Metern in den Winkel. 3:0. Ein Tor zum Einrahmen. Boschinow rannte jubelnd zur Eckfahne, schrie etwas, das wie "Für den Stammtisch!" klang, und verschwand in einer blauen Spielertraube.

Währenddessen zeigte der Schiedsrichter noch Gelb für Augsburgs Elias Michel (56.), der zu spät kam - sinnbildlich für den ganzen Abend.

Nach dem Abpfiff blieb das Publikum noch lange, um die Mannschaft zu feiern. "So einen Abend hat man hier nicht oft", meinte ein älterer Fan mit Schal und belegter Stimme. "Die Jungs haben gespielt, als ginge’s um die Weltmeisterschaft. Nur dass’s schöner war."

Velbert verabschiedete sich mit dieser Vorstellung wohl endgültig aus dem Tabellenkeller. Augsburg hingegen wird sich fragen müssen, ob "balanced" wirklich eine Taktik sein kann, wenn der Gegner auf "offensive" steht und das auch ernst meint.

"Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben", sagte Trainer Bock zum Abschluss. "Offenbar haben sie mich zu wörtlich genommen."

Und so ging ein kalter, klarer Abend in Velbert zu Ende - aber auf dem Rasen glühte es noch lange. 3:0, 27:2 Torschüsse, pure Spielfreude. Wer da noch fror, war wohl Fan des FC Augsburg.

02.04.643990 02:27
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Bei denen ist sogar die Putzfrau schon zehn Mal Meister geworden.
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