Anpfiff
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Velbert zerlegt Aschaffenburg - Kazim tanzt, Kinmont dirigiert

"Heute hatten wir einfach Lust auf Fußball", grinste Batu Kazim nach Abpfiff - und das war kaum zu übersehen. Der 33‑jährige Rechtsaußen der SSVg Velbert führte seine Mannschaft am Freitagabend vor 4025 begeisterten Zuschauern zu einem 4:0‑Kantersieg über Aschaffenburg. Schon zur Pause stand es 3:0, und die Gäste wirkten, als hätten sie lieber auf dem Sofa bleiben sollen.

Von Beginn an war klar, wer Herr im Haus ist. Velbert presste gar nicht aggressiv, sie spielten einfach besser - 63 Prozent Ballbesitz, 19 Torschüsse, und vor allem: Spielfreude. Bereits in der 14. Minute zappelte der Ball das erste Mal im Netz. Kazim, eben jener Mann mit dem verschmitzten Lächeln, nutzte einen feinen Querpass von David Greenwald und schob überlegt ein. Trainer Klaus Bock ballte nur kurz die Faust, als wolle er sagen: "So hatte ich das im Taktik‑Board gemalt."

Sechs Minuten später drehte Kazim den Spieß um: Diesmal legte er für Harvey Kinmont auf, der mit einem satten Schuss ins lange Eck erhöhte. 20 Minuten gespielt - 2:0. Aschaffenburgs Keeper Volker Barth schimpfte lautstark auf seine Vorderleute: "Könnt ihr wenigstens so tun, als würdet ihr verteidigen?" Doch es half nichts.

Velbert hatte Blut geleckt. In der 40. Minute kombinierten sich Kazim und Kinmont erneut durch die hilflose Abwehr - und wieder war es der 33‑jährige Routinier, der eiskalt vollendete. 3:0, Halbzeit, stehende Ovationen. "Ich hab in der Pause gesagt: Lasst uns bitte nicht einschlafen", verriet Trainer Bock später, "aber ehrlich gesagt - sie hätten auch im Halbschlaf kaum etwas anbrennen lassen."

Aschaffenburgs Coach Tesco Toni versuchte in der Pause zu reagieren, brachte Alex Postiga und den jungen James Hayman. Doch die frische Energie verpuffte schneller, als man "Fehlpass" sagen konnte. Die Gäste mühten sich, kamen aber bis zur 75. Minute nur auf drei magere Torschüsse. Einer davon - ein halbherziger Versuch von Hermann König - landete in der dritten Reihe.

Dann kam die Szene des Spiels: Theo Fraser, der bis dahin unauffällige Mittelfeldmotor, nahm sich in der 74. Minute ein Herz. Nach einem klugen Zuspiel des portugiesischen Linksverteidigers Vitorino Barros zog er aus 20 Metern ab - und traf herrlich in den Winkel. 4:0, Stadion im Ausnahmezustand. Barros, der kurz zuvor Gelb gesehen hatte, feierte ausgelassen mit, als wolle er sich für das Foul von Minute 32 entschuldigen.

"Wir hätten auch acht kriegen können", gestand Aschaffenburgs Kapitän Volker Barth nach dem Spiel. "Velbert war in jeder Hinsicht überlegen - Tempo, Technik, sogar Frisuren." Ein bitteres Lächeln blieb ihm, mehr nicht.

Die Statistik unterstreicht das Debakel: 19 Torschüsse zu 3, 64 Prozent Ballbesitz, Zweikampfquote 57 Prozent für Velbert. Selbst die Gelben Karten - vier für die Gastgeber, keine für die Gäste - wirkten wie kleine Erinnerungen daran, dass man sich auch mal wehren könnte.

Als Aschaffenburgs Youngster Mario Nene in der 75. Minute verletzt vom Platz musste, war endgültig die Luft raus. Ersatzmann Banel Petrescu rannte zwar tapfer, aber der Ball blieb meist ein flüchtiger Bekannter.

"Wir wollten offensiv spielen", erklärte Coach Toni mit stoischer Miene. "Das sah man auch - nur leider bei Velbert." Sein Gegenüber Bock hatte da schon wieder seinen typischen, halb ironischen Tonfall: "Wir haben offensiv angefangen, offensiv weitergemacht und offensiv aufgehört. Vielleicht sollten wir das beibehalten."

Kazim, der Mann des Abends mit zwei Toren und einer Vorlage, nahm’s gelassen: "Ich bin 33, da genießt man solche Tage doppelt. Heute hat einfach alles gepasst - Sonne, Platz, Ball, Gegner."

Während die Zuschauer im Stadion noch "Velbert!" skandierten und die Flutlichtmasten in den Nachthimmel leuchteten, verließen die Gäste mit hängenden Köpfen das Feld. Im Bus nach Aschaffenburg dürfte es still gewesen sein - vielleicht zu still.

Und Velbert? Die schielen nach diesem 4:0‑Fest nun selbstbewusst auf die obere Tabellenhälfte. Wenn sie weiter so aufspielen, könnte man meinen, sie hätten in der Kabine ein Geheimrezept entdeckt. Vielleicht ist es aber ganz einfach: Spaß am Spiel.

Oder wie Trainer Bock schmunzelnd sagte, bevor er in die Katakomben verschwand: "Manchmal reicht’s, wenn der Ball einfach gehorcht."

03.07.643990 17:08
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Ich habe immer gesagt, mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele.
Mario Basler
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