Elfmeter
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VfL Tübingen stolpert über clevere Emsdettener - 0:2-Heimniederlage im Flutlicht

Es war einer dieser Abende im Tübinger Stadion, an denen man sich fragt, ob der Ball vielleicht einfach keine Lust hat, ins Tor zu gehen. 2.611 Zuschauer froren sich bei feuchtem Märzwetter durch 90 Minuten Verbandsliga-Fußball - und sahen ein Spiel, das für die Gastgeber unter dem Etikett "bemüht, aber glücklos" in die Vereinschronik eingehen dürfte. Borussia Emsdetten dagegen trat abgezockt auf und siegte mit 2:0, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten.

Die Partie begann munter, ja sogar verheißungsvoll für die Hausherren. Bereits in der ersten Minute prüfte Sergio Barros mit einem wuchtigen Versuch aus 20 Metern den Emsdettener Keeper Humberto Pauleta - der 19-Jährige, offenbar gelassen wie ein Sonntagnachmittag, faustete den Ball locker zur Seite. "Da dachte ich kurz, das wird heute ein Feuerwerk", grinste Tübingens Mittelfeldmotor Eri Baum später bitter. Es blieb allerdings bei der Funkenbildung.

Denn kaum hatte sich die Abwehr der Gäste formiert, schlug sie eiskalt zu. In der 7. Minute segelte eine Flanke von Gustav Abelson in den Strafraum, und wer tauchte dort auf? Innenverteidiger Jon Hästad - 20 Jahre jung, blond, unbeirrt - und köpfte den Ball aus fünf Metern in die Maschen. 0:1. Tübingens Torhüter Jannik Hummel sah dem Ball nur noch hinterher, wie man einer entgleitenden Einkaufstüte im Wind hinterherschaut.

"Jon hat einfach das gemacht, was wir im Training nie hinkriegen", witzelte Emsdettens Trainer Nico Wolf nach dem Spiel. "Ein Innenverteidiger, der trifft - das ist doch fast ein Naturereignis."

Nach dem frühen Rückstand mühte sich der VfL redlich, kam aber gegen das gut gestaffelte Defensivbollwerk der Gäste kaum zu Chancen. Yannik Fritsch versuchte es in der sechsten Minute, Ben Böhm nach der Pause (47.), doch mehr als drei magere Torschüsse standen am Ende auf der Habenseite. Ballbesitz? 39 Prozent. Zweikampfquote? Noch magerer.

Emsdetten dagegen blieb ruhig, spielte mit 60 Prozent Ballkontrolle so, als hätten sie die Uhr im Griff. Besonders auffällig: das Mittelfeld-Trio um den quirlig-technikverliebten Xabi Panero, den laufstarken Jesus Nagel und den blutjungen Davib Elliot. Letzterer sollte am Ende noch zum Hauptdarsteller werden.

"Wir wollten nicht ins offene Messer laufen", erklärte Coach Wolf die defensiv-balancierte Marschroute seines Teams. "Manchmal ist das beste Pressing einfach gar keins." Tatsächlich stand Borussia tief, lauerte auf Ballverluste - und bekam sie reichlich.

Tübingen schaffte es einfach nicht, den Ball in gefährliche Zonen zu bringen. Ein Versuch von Böhm rauschte über das Netz, ein anderer blieb im Abwehrbein stecken. Auf der Tribüne rief ein Zuschauer resigniert: "Vielleicht hilft ja ein Philosophiestudium!" - was in Tübingen durchaus als Fußballwitz gilt.

In der Schlussphase, als der VfL alles nach vorn warf, setzten die Gäste den Deckel drauf. In der 91. Minute kombinierte sich Emsdetten elegant durchs Zentrum: Jesus Nagel mit dem Steckpass, der 19-jährige Davib Elliot blieb eiskalt und schob flach ins rechte Eck zum 0:2-Endstand ein. Jubel bei den jungen Emsdettenern, betretenes Schweigen auf der Gegenseite.

"Das war der letzte Nagel in unserem Abend", seufzte Tübingens Kapitän Paul Hagen, bevor er sich in die Kabine trollte. "Aber wenigstens war’s ein schöner Pass."

Auch wenn Emsdetten mit 12 Torschüssen deutlich mehr für die Statistik tat, war es kein Spektakel, eher eine Demonstration von Reife. Die Gäste spielten in allen Phasen diszipliniert, defensiv klug und mit einer Ruhe, die man in dieser Liga selten sieht. "Wir sind jung, aber nicht dumm", lachte Torschütze Elliot nach Abpfiff und ließ sich von seinen Kollegen feiern.

Tübingen dagegen steckt in einer kleinen Ergebniskrise. Trainer (Name nicht angegeben, aber sichtbar genervt) fand klare Worte: "Wir haben Ideen, aber keine Lösungen. Und ohne Tore wird’s schwierig."

Als die Flutlichter erloschen, blieb den Zuschauern immerhin das Gefühl, ein technisch gutes, wenn auch einseitiges Spiel gesehen zu haben. Borussia Emsdetten entführt verdient drei Punkte aus Tübingen - und vielleicht auch ein Stück Selbstvertrauen der Hausherren.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Schöner Abend, nur schade, dass wir keine Gäste waren."

29.03.643994 07:45
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Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
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