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Victoria Guimarães tanzt Pampilhosa schwindlig - späte Tore, klare Sache

Primeira Liga | 11. Spieltag | 15.07.26 | Victoria Guimaraes - Pampilhosa 3:0

Manchmal dauert es eben, bis eine Mannschaft merkt, dass Fußball auch Spaß machen darf. Victoria Guimarães brauchte am Mittwochabend im Estádio D. Afonso Henriques fast eine Stunde, um den Turbo zu zünden - dann aber fegten sie den tapferen, aber letztlich überforderten Aufsteiger Pampilhosa mit 3:0 vom Platz. 40.000 Zuschauer bekamen eine zweite Halbzeit serviert, die zwischen Spielfreude und Lehrstunde schwankte.

"Ich habe in der Pause gesagt: Jungs, ihr dürft auch mal treffen", grinste Guimarães-Trainer Andreas Godejohann nach dem Abpfiff. "Offenbar hat man mich ausnahmsweise verstanden."

Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel - allerdings keins für Ästheten. Guimarães drückte, kombinierte, schoss (und schoss und schoss), aber das Tor wollte nicht fallen. 24 Torschüsse am Ende sind eine Ansage - allein acht davon in der ersten halben Stunde. Pablo Tarrega, Gunborg Söderberg und Zakhar Schitnik probierten es abwechselnd aus allen Lagen, doch Pampilhosa-Keeper Nuno Futre stand im Mittelpunkt wie ein überarbeiteter Türsteher vor dem Club: viel Betrieb, aber keiner kommt durch.

"Ich dachte, der Ball sei schon draußen, als Tarrega wieder abschloss", keuchte Futre später. "Dann war er wirklich draußen - aber hinter der Latte."

Pampilhosa, von Trainer Francisco Copado überraschend offensiv angekündigt, kam zwar in der ersten Minute tatsächlich zu einem Schuss von Nuno Martinez - danach allerdings verirrten sich die Gäste kaum noch in die gegnerische Hälfte. 45 Prozent Ballbesitz klingen freundlich, in Wahrheit waren es 45 Prozent Hoffen.

Nach dem Seitenwechsel blieb Guimarães am Drücker, spielte aber geduldiger. Charlie Smith zog die Fäden im Mittelfeld, Tomas Pudil wirbelte über die rechte Seite, als wäre er mit einem zusätzlichen Lungenpaar ausgestattet. In der 65. Minute zahlte sich die Überlegenheit endlich aus: Pudil flankte präzise, Tarrega stieg hoch und köpfte zum erlösenden 1:0 ein. Das Stadion explodierte - nicht vor Überraschung, sondern vor Erleichterung. "Da war endlich der Deckel runter vom Topf", beschrieb Smith die Szene poetisch.

Acht Minuten später war dann endgültig klar, wer an diesem Abend die Musik spielte. Wieder kam der Angriff über rechts, wieder war Pudil der Vorlagengeber, diesmal fand er Ricardo Teixeira, der trocken zum 2:0 einschoss (73.). Pampilhosa verteidigte nun mit der Körpersprache eines Teams, das innerlich schon den Bus gestartet hatte.

Und als die Nachspielzeit anbrach, setzte Guimarães noch einen drauf: Smith steckte durch, Teixeira lief durch - 3:0 in der 93. Minute. Die Fans sangen, der Stadionsprecher überschlug sich, und Trainer Godejohann lächelte, als hätte er gerade die Lottozahlen gezogen. "Das war eine reife Leistung", sagte er, "auch wenn wir die erste Halbzeit am liebsten in die Tonne treten würden."

Pampilhosa-Coach Copado sah es naturgemäß anders: "Wir haben gekämpft, aber gegen so viel Tempo und Präzision reicht Kampf allein nicht. Vielleicht haben wir uns zu sehr auf das schöne Wetter konzentriert."

Einziger kleiner Wermutstropfen für die Hausherren: Rechtsverteidiger Brandon Cunningham holte sich kurz vor Schluss noch Gelb ab - eine Erinnerung daran, dass übermotivierte Grätschen selten Eindruck machen, wenn das Spiel längst entschieden ist.

Statistisch war das Ganze eine klare Angelegenheit: 24:3 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, und eine Zweikampfquote von fast 58 Prozent zugunsten der Hausherren. Pampilhosa durfte immerhin stolz darauf sein, dass sie bis zur 65. Minute ohne Gegentor geblieben waren - mehr Positives ließ sich kaum finden.

Nach dem Schlusspfiff klatschten die Guimarães-Spieler ausgelassen ihre Fans ab. Tarrega, der Torschütze zum 1:0, fasste den Abend lässig zusammen: "Wir hätten zur Pause schon führen können, aber dann wäre’s ja langweilig geworden."

Ein Satz, der die Partie perfekt beschreibt: viel Aufwand, späte Belohnung - und ein Ergebnis, das am Ende so deutlich war, wie es das Spiel lange nicht vermuten ließ.

Vielleicht war es kein Fußballfest für die Ewigkeit, aber doch ein Abend, an dem Victoria Guimarães zeigte, dass Geduld manchmal die schönste Form von Offensivgeist ist. Pampilhosa dagegen wird sich fragen, ob man in Guimarães vielleicht Eintritt für ein Lehrvideo bezahlt hat.

Und irgendwo auf der Tribüne murmelte ein Fan beim Verlassen des Stadions: "Wenn sie so weiterspielen, brauchen wir bald keine Fingernägel mehr." Ein optimistischer Gedanke - und nach diesem 3:0 durchaus berechtigt.

15.07.2026 22:12
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Mario Basler
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