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Primera Division | 7. Spieltag | 23.09.26 | Deportivo Zulia - Sporting Petare 4:4 Zulia begann vor heimischer Kulisse mit einer ausgewogenen Grundordnung, langen Bällen und dem festen Vorsatz, bei Ballbesitz nicht allzu lange zu verweilen. Das zahlte sich bereits nach zwei Minuten aus. Agustin Obregon traf nach Vorlage von Javier Nani zum 1:0. Ein Auftakt wie aus dem Lehrbuch - allerdings aus einem Lehrbuch, das anschließend offenbar niemand mehr gelesen hat. Sporting Petare antwortete mit offensiver Ausrichtung und reichlich Selbstvertrauen. In der 7. Minute erzielte Filipe Bischoff nach Zuspiel von Asen Stoitschkow den Ausgleich. Drei Minuten später drehte Marko Lukovic, bedient von Bischoff, die Partie komplett. Zulia hatte den Ball kaum aus dem eigenen Netz gefischt, da musste Torwart und Abwehr bereits wieder über die nächste Krisensitzung nachdenken. "Wir wollten kontrolliert starten", sagte Zulia-Trainer Emil Freier später. "Das haben wir ungefähr zwei Minuten lang sehr ordentlich gemacht." Sein Gegenüber Marcel Skupzig durfte sich über eine Mannschaft freuen, die trotz eines eher abwartenden Pressings immer wieder gefährlich nach vorn kam. In der 22. Minute glich Enrico Cervicati nach Vorlage von Amaury Domingo zum 2:2 aus. Doch Petare blieb unbeeindruckt. Diego Forlan stellte in der 34. Minute, vorbereitet von Lukovic, den alten Abstand wieder her. Zur Pause führte Sporting Petare 3:2 - und niemand im Stadion hätte ernsthaft behaupten können, dass diese Partie bereits ihr aufregendstes Kapitel hinter sich habe. "In der Kabine haben wir uns vorgenommen, ruhig zu bleiben", erzählte Petare-Mittelfeldspieler Savo Trkulja angeblich. "Das war ungefähr so realistisch wie ein stiller Abend in diesem Spiel." Tatsächlich brauchte Zulia nach dem Seitenwechsel nur acht Minuten, um erneut zuzuschlagen: Nani traf in der 54. Minute nach Zuspiel von Aaron Onnington. Drei Minuten später brachte Domingo die Gastgeber mit Vorlage von Köksal Karaca sogar mit 4:3 in Führung. Für einen Moment schien sich das Chaos in Richtung Heimsieg zu sortieren. Doch Diego Forlan hatte andere Pläne. In der 80. Minute erzielte er nach Pass von Trkulja seinen zweiten Treffer und damit den 4:4-Endstand. Ein Tor, das Petare rettete und Zulia daran erinnerte, dass man in einem Fußballspiel besser nicht aufhört, Fußball zu spielen. Die Zahlen unterstreichen den wilden Charakter des Abends: Zulia kam auf zwölf Torschüsse, Petare auf 13. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 51,5 Prozent knapp vorn, während Sporting 48,5 Prozent verbuchte. Auch bei den Zweikämpfen herrschte beinahe Gleichstand. Fußballerisch also ein Duell auf Augenhöhe - nur die Abwehrreihen schauten gelegentlich darunter hindurch. Zusätzliche Unruhe brachte die Schlussphase. Zulia-Verteidiger Bo Abelson sah in der 76. Minute Gelb und nur eine Minute später Gelb-Rot. Linus Lato wurde in der 83. Minute ebenfalls verwarnt. Petare wechselte zudem in der 59. Minute den Torwart: David de Gea machte Platz für Caio Maniche. "Nach dem 4:3 dachte ich, wir hätten das Spiel", sagte Freier. "Das war mein Fehler. Und vermutlich der Fehler von ungefähr 44.435 weiteren Menschen." Ein treffendes Schlusswort zu einem Abend, an dem Tore verlässlicher fielen als taktische Ordnung. 23.09.2026 20:40 |
Sprücheklopfer
Da wir nicht voll auf Niederlage spielen, spielen wir voll auf Sieg.
Berti Vogts