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Eliteserien | 4. Spieltag | 14.08.26 | Kongsvinger FF - Viking FK 1:2 Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Nach gerade einmal sieben Minuten brachte Daniel Gulbrandsen die Gastgeber in Führung. Der 21 Jahre alte linke Mittelfeldspieler blieb nach einem Angriff über Per Herlovsen cool und schob den Ball zur Freude der Heimkurve ins Netz. "Ich habe nicht lange nachgedacht. Das ist meistens besser, als wenn ich lange nachdenke", soll Gulbrandsen später mit einem Grinsen gesagt haben. Viking ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Mannschaft von Trainer Markus Frey rückte offensiv an, suchte vor allem über die Flügel den Weg nach vorn und beschäftigte Kongsvingers Abwehr beinahe im Dauertakt. Ole Berntsen, gerade einmal 17 Jahre alt, tauchte mehrfach gefährlich vor dem Tor auf. Auch Benjamin Huxley, Filip Skrtel und Jan Gulbrandsen prüften die Defensive der Hausherren. Der Ballbesitz war dabei nahezu ausgeglichen: Kongsvinger kam auf 50,9 Prozent, Viking auf 49,1. Der Unterschied lag also nicht im Besitz, sondern in der Verwendung. Kongsvinger hatte fünf Torschüsse, Viking deren 20. Fußball kann manchmal erstaunlich deutlich werden, obwohl die Prozentrechnung höflich bleibt. In der 35. Minute fiel der Ausgleich. Jan Gulbrandsen, der Namensvetter des Kongsvinger-Torschützen, traf für Viking nach Vorarbeit von Filip Skrtel. Die Zuschauer mussten kurz sortieren, welcher Gulbrandsen nun eigentlich gefeiert werden sollte. "Wir haben uns in der Halbzeit darauf geeinigt, dass der Nachname allein nicht mehr reicht", scherzte Frey angeblich. Mit dem 1:1 ging es in die Pause. Frey reagierte zur zweiten Hälfte gleich dreifach. Ezequiel de la Fuente, Frederic Burton und Hermann Zimmermann blieben in der Kabine; Lewis Doyle, Filip Skrtel und Jon Frigard kamen ins Spiel. Die taktische Marschroute wurde zugleich mutiger und flexibler: Viking blieb offensiv ausgerichtet, wechselte aber von Flügelangriffen zu einem ausgewogeneren Spiel. Geschossen wurde nun, wenn sich die Gelegenheit bot - zur Not auch aus Lagen, in denen andere Mannschaften erst einmal den Ball fragen würden, ob er das ernst meine. Kongsvinger hielt dagegen, blieb seinem ausgewogenen Ansatz treu und suchte seine Chancen mit Geduld. Doch die Hausherren fanden nur selten den Weg in den Strafraum. Tryggve Nevland sah in der 14. Minute Gelb, Henning Hareide folgte kurz vor Schluss. Viking war in den Zweikämpfen ohnehin etwas bissiger: 55,0 Prozent gewonnene Duelle standen 45,0 Prozent für Kongsvinger gegenüber. Dann die 87. Minute. Nach einem weiteren Angriff der Gäste landete der Ball bei Ilie Ghionea, der Viking mit 2:1 in Führung brachte. Vorbereiter war Jan Gulbrandsen - ausgerechnet jener Mann, der bereits den Ausgleich erzielt hatte. "Heute war Jan praktisch unser Navigationsgerät", sagte Frey angeblich. "Er wusste immer, wo es langgeht." Kongsvinger warf noch einmal alles nach vorn, doch der Ausgleich blieb aus. Viking presste in der Schlussphase aktiv, Berntsen und Gulbrandsen kamen noch zu Abschlüssen. Die Heimfans verabschiedeten ihre Mannschaft dennoch mit Applaus. Vielleicht, weil sie fünf Torschüsse gesehen hatten. Vielleicht auch, weil man nach 20 gegnerischen Versuchen einfach froh ist, dass der Abend nicht länger dauerte. So blieb Viking der verdiente Sieger - und Kongsvinger die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein ungefähr so gefährlich ist wie ein Regenschirm im norwegischen Sommer: nett gemeint, aber nicht immer ausreichend. 14.08.2026 21:22 |
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