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Eliteserien | 6. Spieltag | 16.08.26 | Grimstad IF - Viking FK 2:4 Dabei begann Viking furios. Nach gerade einmal zehn Minuten zappelte der Ball im Netz: Hermann Zimmermann traf für die Gäste, Ilie Ghionea hatte die Szene vorbereitet. Viking spielte offensiv über die Flügel, suchte den Abschluss und schien Grimstad zunächst mit einer gewissen Eile erklären zu wollen, wer hier die Reise bezahlt hatte. Doch Grimstad antwortete prompt. Zwei Minuten nach Zimmermanns Treffer glich Ragnhild Berg aus, vorbereitet von Rune Halvorsen. Die Gastgeber fanden nun besser ins Spiel und ließen sich von den frühen Angriffswellen nicht beeindrucken. Christian Johnsen prüfte Viking bereits in der 20. Minute, ehe er in der 38. Minute selbst zur Stelle war und Grimstad mit 2:1 in Führung brachte. Auf den Rängen dürfte zu diesem Zeitpunkt die Zuversicht ungefähr so groß gewesen sein wie die Zahl der taktischen Ratschläge, die von den Tribünen Richtung Spielfeld flogen. "Jetzt nur noch ruhig bleiben", sagte vermutlich jemand. Im Fußball ist das bekanntlich der Satz, der am häufigsten fällt, kurz bevor es eben nicht ruhig bleibt. Viking hatte in der ersten Hälfte deutlich mehr Zug zum Tor. Die Statistik verzeichnete 19 Torschüsse der Gäste gegenüber vier von Grimstad über die gesamte Partie. Beim Ballbesitz blieb das Verhältnis dagegen beinahe ausgeglichen: Grimstad kam auf 48,0 Prozent, Viking auf 52,0 Prozent. Es war also keineswegs ein Spiel, in dem die Gastgeber nur hinterherliefen. Sie liefen allerdings oft in die Richtung, in der der Ball gerade nicht war - eine traditionelle, wenn auch selten erfolgreiche Form des Mannschaftssports. Nach der Pause nahm Viking personelle und taktische Anpassungen vor. Lewis Doyle ersetzte Solveig Mykland, dazu kamen Erik Gran und Gunnar Fjortoft. Das Spiel der Gäste verlagerte sich stärker ins Zentrum, das Passspiel wurde kürzer, die Abschlüsse weniger wählerisch. Der Plan war nicht kompliziert: Ball haben, Ball vors Tor bringen, im Zweifel trotzdem schießen. Für besonders romantische Fußballästheten war das vielleicht grob. Für Viking war es äußerst zweckmäßig. In der 56. Minute belohnte sich Benjamin Huxley für seine auffällige Vorstellung mit dem Ausgleich. Der 19-Jährige hatte schon zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und legte sechs Minuten später nach: In der 62. Minute traf Huxley erneut, diesmal nach Vorarbeit von Makis Kalitzakis. Aus 1:2 war binnen kurzer Zeit 3:2 geworden. Grimstad hatte seine Halbzeitführung ungefähr so lange fest im Griff wie ein nasses Stück Seife. Die Gastgeber bemühten sich um eine Antwort. Erik Karadas kam in der 68. Minute zum Abschluss, doch Viking blieb gefährlicher und drängte weiter. In der 74. Minute sah Grimstads Daniel Gulbrandsen die Gelbe Karte. Acht Minuten später war die Entscheidung gefallen: Milan Kozacik erhöhte in der 81. Minute auf 4:2, erneut vorbereitet von Kalitzakis. Viking ließ sich auch in der Schlussphase nicht mehr beirren. Huxley und Kozacik blieben aktiv, Grimstad fand trotz ausgeglichenem Ballbesitz kaum noch Lücken. Trainer Markus Frey dürfte nach dem Abpfiff sinngemäß festgestellt haben: "Wir haben in der zweiten Hälfte die richtigen Antworten gefunden." Grimstads Verantwortliche hätten dagegen wohl lieber über die erste Halbzeit gesprochen - dort war die Fußballwelt noch in Ordnung. Am Ende steht ein verdienter Auswärtssieg für Viking FK. Grimstad IF zeigte Mut und Effizienz, doch 19:4 Torschüsse erzählen eine Geschichte, die sich nicht dauerhaft wegdiskutieren lässt. Man kann ein Spiel drehen. Man sollte nur besser nicht darauf hoffen, dass der Gegner dabei höflich wartet. 16.08.2026 21:10 |
Sprücheklopfer
Ich hätte auch woanders ins Ausland gehen können.
Torsten Legat nach Bekanntgabe seines Wechsels zu Eintracht Frankfurt