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Eliteserien | 14. Spieltag | 18.07.26 | Viking FK - Glimt Bodo 4:0 Schon vor Anpfiff lag etwas in der Luft. 21.618 Zuschauer hatten sich im ausverkauften Stadion versammelt, viele in Blau, einige in Gelb, alle voller Erwartung. Trainer Markus Frey von Viking stand mit verschränkten Armen am Spielfeldrand, grinste kurz und meinte zu seinem Co-Trainer: "Heute riecht’s nach Toren." Er sollte recht behalten. Bereits in der 26. Minute brach der Bann. Der blutjunge Lubos Jablonsky, gerade einmal 18, zog nach Pass von Frederic Burton von rechts in den Strafraum und schlenzte den Ball unverschämt lässig ins lange Eck. "Ich hab gar nicht gesehen, dass er schießt", gestand Bodo-Keeper Rune Bjornebye später. "Plötzlich war der Ball einfach weg - und dann im Netz." Wenig später, in der 41. Minute, legte Viking nach. Vladan Manojlovic tanzte an der linken Außenlinie gleich zwei Verteidiger aus und legte quer auf Milan Kozacik. Der Mittelstürmer fackelte nicht lange: 2:0. "Das war ein Pass wie auf Schienen", schwärmte Kozacik nach der Partie. "Ich musste nur noch einschieben." Der Jubel im Stadion war ohrenbetäubend, und Glimt Bodo wirkte, als hätte man ihnen den Stecker gezogen. Nach der Pause wechselte Frey gleich dreimal - ein Zeichen, dass er nicht etwa verwalten, sondern weiter stürmen wollte. Jan Gulbrandsen kam für Sigfrid Bloch, Filip Skrtel ersetzte Roland Zofcak, und der junge James Mayhew durfte auf der rechten Abwehrseite ran. "Ich hab den Jungs gesagt: Angriff ist die beste Verteidigung", lachte Frey später. Bodo Glimt versuchte es indes mit kontrolliertem Aufbau, hielt den Ball, fand aber keine Lücke. Ihre fünf Torschüsse blieben harmlos, Torwart Salvador Berjon im Viking-Kasten hatte einen eher ruhigen Abend. Nur einmal, in der 28. Minute, musste er richtig zupacken - und tat das mit einer Hand, als wolle er demonstrieren, dass auch Torhüter Stil haben dürfen. In der 74. Minute fiel dann die endgültige Entscheidung. Wieder Kozacik, wieder eiskalt. Diesmal nach einem weiten Ball von Skrtel, der gerade einmal 18 ist, aber spielt, als wäre er der uneheliche Sohn von Andrea Pirlo. Kozacik nahm den Ball mit der Brust, ließ einen Verteidiger stehen und nagelte das Leder unter die Latte - 3:0. "Ich hatte kurz Angst, dass er zu früh jubelt", grinste Trainer Frey, "aber Milan hat’s einfach drauf." Als die Partie schon in den letzten Zügen lag, schenkte Viking noch einen vierten Treffer nach. In der 90. Minute schloss Jan Gulbrandsen einen mustergültigen Angriff über Manojlovic ab - wieder über die Flügel, wieder mit Präzision. 4:0, Endstand, und das Stadion kochte. Nach dem Schlusspfiff stand Frey mit verschmitztem Lächeln vor den Mikrofonen. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur kämpfen, sondern auch zaubern können. Heute war’s ein bisschen von beidem." Auf der anderen Seite wirkte Bodo-Trainer (dessen Name an diesem Abend lieber ungenannt blieb) wie ein Mann, der überlegt, ob er seinen Spielern morgen das Dribbeln mit Medizinbällen üben lässt. "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore - so ist Fußball eben", murmelte er und stapfte davon. Die Statistik war eindeutig: 15 Torschüsse für Viking, 5 für Glimt Bodo. Zwei Gelbe Karten für die Gastgeber, beide für übermotivierte Verteidiger, die wohl zeigen wollten, dass sie auch noch da sind. Und ein Publikum, das sich schon Minuten vor Abpfiff in einer La-Ola-Welle verlor. "Das war ein Statement", sagte Doppeltorschütze Kozacik, bevor er in der Kabine verschwand. "Wenn wir so weitermachen, kann uns keiner stoppen." Und während draußen die letzten Fans noch jubelten, murmelte ein älterer Zuschauer auf der Tribüne: "So spielt man Fußball, nicht dieses Ballgeschiebe aus Bodo." Ein Abend, an dem alles passte - zumindest für Viking FK. Für Glimt Bodo bleibt die Erkenntnis: Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner. Und irgendwo, zwischen dem Duft von Stadionwurst und dem Applaus der Fans, klang es wie ein Versprechen: Das war nicht das letzte Feuerwerk, das diese jungen Wikinger gezündet haben. 18.07.2026 21:08 |
Sprücheklopfer
Wer Erster ist, hat immer recht. Ich habe also recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.
Otto Rehhagel