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Conference League | Gruppenrunde - 6. Spieltag | 27.08.26 | Viking FK - Aberystwyth Seasiders 1:0 Um 19 Uhr begann die Partie im Stadion von Viking, und zunächst sah es keineswegs nach einem norwegischen Heimsieg aus. Die Seasiders kamen mit einer ausgewogenen Ausrichtung, viel Ballbesitz und offenbar dem festen Vorsatz, Torhüter Gianluca Simeri Crichi arbeitsrechtlich zu überlasten. Bereits in der 10. Minute prüfte Robert Linney den Viking-Schlussmann, sieben Minuten später folgte Michael Kinmont. Linney legte in der 30. Minute nach, Matthew Ackland versuchte es kurz darauf ebenfalls. Viking FK stand defensiv, griff bevorzugt über die Flügel an und wartete geduldig auf Gelegenheiten. Das klingt in der Theorie nach kontrolliertem Fußball, sah in der Praxis aber zeitweise eher nach einer Mannschaft aus, die höflich darum bat, nicht überrannt zu werden. "Ruhig bleiben", hätte man sich an der Seitenlinie zurufen hören können. "Und vielleicht irgendwann auch mal den Ball behalten." Die Gäste hatten bis zur Pause weitere Möglichkeiten, unter anderem durch Linney in der 45. Minute. Viking dagegen kam kaum zu Abschlüssen. Der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen - 48,2 Prozent für Viking, 51,8 für Aberystwyth -, doch die Verteilung der Torschüsse sprach eine deutlichere Sprache als jeder Trainer-Vortrag: 2:13 aus Sicht der Gastgeber. Für Viking-Coach Markus Frey wurde die erste Halbzeit zusätzlich unangenehm, als Makis Kalitzakis in der 36. Minute verletzt vom Feld musste. Andrej Anissin kam ins Spiel, später sah der Mittelfeldspieler noch die Gelbe Karte. "Wir mussten improvisieren", lautete die sinngemäße Botschaft aus dem Viking-Lager. Im Fußball ist "improvisieren" häufig das elegante Wort für "der Plan hatte gerade einen kleinen Unfall". Nach dem Seitenwechsel änderte Viking seine Herangehensweise leicht. Die Mannschaft blieb defensiv, spielte nun aber ausgewogener und schoss notfalls aus allen Lagen. Das war kein Feuerwerk, eher ein kontrolliertes Zündeln - doch plötzlich wurde es gefährlicher. Sigfrid Bloch gab in der 46. Minute den ersten Viking-Schuss nach der Pause ab. Aberystwyth blieb überlegen und drängte. Ellis Henderson, Linney und Ackland feuerten zwischen der 58. und 74. Minute eine ganze Serie von Versuchen ab. Besonders Ackland entwickelte sich zum Dauergast vor dem Viking-Tor. In der 66. Minute versuchte es sogar Innenverteidiger Alexander Hawn. Wenn schon die Stürmer nicht treffen, muss eben die Abwehr ran - ein Konzept, das selten lange gutgeht. In diesem Fall ging es für Viking gut. In der 85. Minute schlug die Stunde von Albert Rodriguez. Nach Vorarbeit von Solveig Mykland erzielte der Mittelstürmer das 1:0. Es war Vikings zweiter Torschuss - und der saß. Rodriguez dürfte sich innerlich gedacht haben: "Warum mehr Aufwand betreiben, wenn einer reicht?" Die Schlussphase wurde hektisch. Ethan Millington sah in der 77. Minute Gelb und musste acht Minuten später nach Gelb-Rot vom Platz. Aberystwyth wechselte kurz darauf sogar den Torwart, doch der Ausgleich blieb aus. Matthew Ackland durfte in der 90. Minute noch einmal schießen, diesmal ebenfalls ohne Erfolg. Viking brachte den Vorsprung über die Zeit, stellte in der Nachspielphase auf aktives Pressing um und wechselte James Mayhew sowie Per Gulbrandsen ein. Die Seasiders hatten mehr Ballbesitz, mehr Abschlüsse und die deutlich bessere Statistik. Viking hatte Rodriguez - und damit das entscheidende Argument. So bleibt ein 1:0, das nicht schön, aber ausgesprochen wirksam war. Aberystwyth nahm die Chancen mit, Viking die Punkte. Manchmal ist Fußball eben kein Schönheitswettbewerb, sondern ein kleiner Taschenspielertrick mit großem Jubel. 28.08.2026 13:45 |
Sprücheklopfer
Wenn ich so Fußball gespielt hätte wie Berti Vogts, so als reiner Wadenbeißer, dann hätte ich mit 18 Jahren meine Fußballschuhe verbrannt.
Klaus Toppmöller