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Eliteserien | 11. Spieltag | 21.08.26 | Viking FK - Morkebla Stavanger 1:0 Viking startete offensiv, wie es Trainer Markus Frey offenbar bestellt hatte: mit viel Druck und der höflichen, aber bestimmten Aufforderung an die Gäste, den Ball doch bitte möglichst schnell wieder herzugeben. Schon nach einer Minute prüfte Mathias Pfeifer Torhüterin Solveig Flo, wenig später setzte Hermann Zimmermann zweimal ein Zeichen. Morkebla antwortete in der neunten Minute durch Jorn Berre - ein früher Hinweis darauf, dass die Gäste keineswegs nur zum Besichtigen des Stadions angereist waren. Dennoch gehörte die erste Halbzeit klar den Hausherren. Viking kam vor der Pause auf elf Torschüsse, Morkebla insgesamt auf fünf. Das Verhältnis war also ungefähr so eindeutig wie die Frage, wer nach einer Niederlage behauptet, man habe "eigentlich ganz gut gespielt". In der 41. Minute platzte schließlich der Knoten. Pfeifer fand den 17-jährigen Anders Iversen, der als linker Mittelfeldspieler ohnehin auffällig viel am Spiel beteiligt war. Iversen nahm die Einladung an und traf zum 1:0. Ein bemerkenswerter Moment: Der Teenager vollendete nicht nur den besten Angriff der ersten Hälfte, sondern sorgte auch dafür, dass sich die 21151 Zuschauer für einige Sekunden kollektiv daran erinnerten, warum sie überhaupt gekommen waren. Eine wörtliche Reaktion von Iversen ist nicht überliefert. In einer szenischen Rekonstruktion hätte sie wohl ungefähr gelautet: "Ich habe einfach geschossen, bevor jemand auf die Idee kam, noch einen Pass zu spielen." Der Satz wäre jedenfalls passend gewesen. Tatsächlich blieb es bei diesem einen Treffer - weitere Tore wurden nicht erzielt, auch wenn Viking mehrfach daran arbeitete. Zur Pause reagierte Frey gleich dreifach. Ragnhild Hogmo, Filip Skrtel und Morten Storm kamen ins Spiel, Lubos Jablonsky, Andrej Anissin und Ezequiel de la Fuente gingen vom Platz. Die Wechsel brachten frische Beine, aber keinen zweiten Treffer. Milan Kozacik suchte in der 56. und 61. Minute sein Glück, Iversen prüfte Flo in der 78. Minute erneut. Der junge Torschütze war damit einer der auffälligsten Akteure des Abends - und vermutlich auch derjenige, der am wenigsten Zeit hatte, sich über sein Alter Gedanken zu machen. Morkebla hatte zwar mehr Ballbesitz: 54,6 Prozent gegenüber 45,4 Prozent bei Viking. Doch Ballbesitz ist bekanntlich eine höfliche Formulierung für "Wir hatten den Ball, wussten aber nicht immer, wohin damit". In der Schlussphase kamen die Gäste durch Jorgen Giske, Tryggve Hareide und erneut Giske noch zu Möglichkeiten. Viking verteidigte jedoch konzentriert. In der 68. Minute musste Frederic Burton nach einer Verletzung behandelt werden; auch das unterbrach den Rhythmus der Gastgeber. Vier Gelbe Karten auf Viking-Seite und zwei bei Morkebla zeugten von einem umkämpften Spiel, rote Karten blieben aus. Trainer Frey hätte nach Abpfiff - als fiktive, nicht wörtlich überlieferte Szene - durchaus sagen können: "Wir hätten das zweite Tor verdient, aber zur Not nehmen wir auch nur drei Punkte." Genau das tat Viking. Mehr verlangt ein 1:0 schließlich selten - außer von den Zuschauern, die für ein bisschen mehr Drama bezahlt haben. 21.08.2026 21:07 |
Sprücheklopfer
Wenn ich so Fußball gespielt hätte wie Berti Vogts, so als reiner Wadenbeißer, dann hätte ich mit 18 Jahren meine Fußballschuhe verbrannt.
Klaus Toppmöller