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Eliteserien | 7. Spieltag | 11.07.26 | Viking FK - Klepp IF 1:1 Trainer Markus Frey hatte seine Vikings einmal mehr offensiv eingestellt, ganz nach dem Motto: Lieber mit wehenden Fahnen als mit verschränkten Armen untergehen. Klepp-Coach - dessen Namen die Stadionregie interessanterweise nie über die Lautsprecher brachte - hielt mit einer ausgewogenen Offensive dagegen. 50 Prozent Ballbesitz für beide Teams - so ausgewogen, dass man fast meinen konnte, die Statistik habe schlicht keine Lust, Partei zu ergreifen. Die erste Halbzeit war eine Mischung aus jugendlichem Übermut und nordischer Geduld. Viking schickte früh junge Wildpferde auf die Flügel: Mathias Pfeifer prüfte in der 9. Minute den gegnerischen Torwart, Jorgen Mykland tat es ihm zwei Minuten später gleich. Doch Geir Andersen im Klepp-Tor wirkte wie ein Mann, der abends noch ein Schachturnier gewinnen wollte: konzentriert, unaufgeregt, unüberwindbar. Klepp antwortete mit zwei Gelben Karten (Herlovsen in der 17., Maier in der 24.) - vermutlich um nicht den Eindruck zu erwecken, sie hätten das Verteidigen verlernt. "Das war kein Foul, das war nordische Zärtlichkeit", grinste Herlovsen später in der Mixed Zone, während er sich die Schienbeinschoner ablegte. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum - bis zur 55. Minute. Da flankte Ragnhild Høgmo von links so präzise, dass Finn Stefan nur noch den Fuß hinhalten musste. 0:1. Die Klepp-Fans jubelten, die Heimkurve murmelte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gestand Vikings Verteidiger Nikolaj Moissejew später. "War er aber nicht. Leider." Frey reagierte sofort und brachte mit Hermann Zimmermann, Makis Kalitzakis und Andrej Anissin gleich drei frische Kräfte. Die Botschaft war klar: mehr Beine, mehr Wucht, mehr Risiko. Und tatsächlich: Der 18-jährige Benjamin Huxley, ohnehin der auffälligste Jungspund im Team, rannte wie ein Duracell-Hase über den rechten Flügel. In der 73. Minute legte er mustergültig für Zimmermann auf, der trocken vollendete - 1:1. Das Stadion explodierte, Frey warf seine Wasserflasche in die Luft, und der Stadionsprecher überschlug sich fast beim Namen des Torschützen. Danach war alles drin: wütende Angriffe, verzweifelte Befreiungsschläge, ein Torwart, der mehr Zeit schindete als ein Student vor der Abgabe, und ein Publikum, das zwischen Hoffnung und Nervenzusammenbruch pendelte. In der Nachspielzeit hatten die Vikings noch zwei dicke Chancen durch Vladan Manojlovic (88. und 93. Minute), doch Andersen blieb cool wie ein Eisbär im Schneesturm. Am Ende stand ein 1:1, das keinem so richtig schmeckte. "Wir hatten mehr vom Spiel, mehr Chancen, aber zu wenig Glück", sagte Trainer Frey nach dem Abpfiff und fügte mit einem schiefen Lächeln hinzu: "Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal einfach das Tor ein Stück breiter stellen." Klepp-Coach hingegen zeigte sich zufrieden: "Ein Punkt in Stavanger ist kein Geschenk, das ist Arbeit. Und wir haben gearbeitet." Sein Stürmer Finn Stefan ergänzte mit einem Augenzwinkern: "Ich hätte gern das zweite gemacht - aber mein linker Fuß ist heute wohl auf Urlaub." Statistisch gesehen war Viking das aktivere Team: 13 Schüsse aufs Tor gegenüber 7 von Klepp, dazu knapp 50 Prozent Ballbesitz. Doch so richtig belohnt wurden sie dafür nicht. Vielleicht, weil Fußball eben kein Statistikspiel ist, sondern manchmal einfach ein launiger Gott, der lieber Gleichstand spielt. Für die Fans blieb trotzdem viel hängen: das späte Aufbäumen, der Jubel über den Ausgleich, die jugendlichen Gesichter, die sich in den Rasen bissen. Und irgendwo auf der Tribüne rief ein kleiner Junge nach dem Spiel: "Papa, ich will auch so schießen wie der Zimmermann!" - worauf sein Vater trocken antwortete: "Dann fang an zu rennen, Junge, und hör nicht auf." Ein 1:1 also, das mehr erzählte, als es aussagte - und das Gefühl hinterließ, dass beide Teams gern noch eine dritte Halbzeit gespielt hätten, nur um zu sehen, wer zuerst umfällt. Oder, wie Journalist Rune Solheim es auf den Punkt brachte: "Fußball ist manchmal wie ein norwegischer Sommer - kurz, intensiv und am Ende bleibt man nass." 12.07.2026 21:10 |
Sprücheklopfer
Bei manchen Spielern fehlt etwas, deshalb spielen sie auch bei mir und nicht in Barcelona.
Aleksandar Ristic