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Viking FK ringt Enga Oslo nieder - jugendlicher Sturm wirbelt Routiniers durcheinander

Eliteserien | 5. Spieltag | 09.07.26 | Viking FK - Enga Oslo 3:2

Ein lauer Sommerabend in Stavanger, 21.097 Zuschauer, und ein Spiel, das so gar nichts von nordischer Kälte hatte. Viking FK gewann am fünften Spieltag der Eliteserien mit 3:2 gegen Enga Oslo - und das in einer Partie, die alles bot: jugendlichen Übermut, alte Hasen mit Tricks auf Lager und einen Trainer, der nach Abpfiff aussah, als müsse er erstmal in die Sauna, um die Nerven zu sortieren.

Schon in den ersten Minuten wurde klar: Die jungen Wilden von Trainer Markus Frey hatten keine Lust auf Abtasten. 20 Torschüsse am Ende sprechen Bände - das war kein Spiel für Statistiker, das war Offensivdrang in Reinform. Nach 18 Minuten belohnte sich der 18-jährige Filip Skrtel, der nicht nur wegen seines Nachnamens auffiel. Nach feinem Flankenlauf von Diego Barbosa zog der Mittelfeld-Teenager aus 18 Metern ab - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten, weil Diego so geschrien hat, ich soll’s wagen", grinste Skrtel später, als hätte er gerade auf dem Bolzplatz getroffen.

Doch wer dachte, Enga Oslo würde sich ergeben, kennt die alten Krieger aus der Hauptstadt schlecht. Nur zwölf Minuten später schlug der 33-jährige Jorn Nilsen zurück - nach Pass des ebenfalls 33-jährigen Morten Fjortoft. Erfahrung trifft Übersicht: 1:1, und plötzlich wirkte Viking kurz wie ein Jungspund, der seinen ersten Tanz vergeigt hat. "Wir haben uns kurz vom Alter täuschen lassen", gab Coach Frey zu, "die Jungs dachten wohl, Erfahrung sei Langsamkeit. War sie nicht."

Nach der Pause wechselte Frey dreifach - und es war, als hätte jemand frischen Sauerstoff in die Kabine gepumpt. Neuer Torwart, neues Mittelfeld, neuer rechter Flügel. "Ich hab den Jungs gesagt: Jetzt oder nie", verriet Frey mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und leichter Verzweiflung hing.

In der 53. Minute traf dann ausgerechnet Innenverteidiger Nikolaj Moissejew zum 2:1, per Kopf nach einer Ecke von Roland Zofcak - ebenfalls 18 Jahre jung. "Ich wollte eigentlich nur blocken", meinte Moissejew augenzwinkernd. "Aber wenn der Ball schon auf deinem Kopf landet, sagst du nicht nein."

Doch Oslo war noch da. In der 64. Minute glich Mathias Hästad aus, nach perfektem Zuspiel von Rechtsverteidiger Kari Rautiainen. Es war einer der seltenen Momente, in denen die Gäste mit ihren nur fünf Torschüssen tatsächlich Effizienz bewiesen. "Wir haben 50 Prozent Ballbesitz, das reicht doch, oder?", witzelte Enga-Trainer Erik Solberg nach dem Spiel, "leider zählen Prozente keine Punkte."

Denn Viking ließ sich vom erneuten Rückschlag nicht beeindrucken. Zehn Minuten später, in der 73. Minute, fiel das Tor des Abends: Albert Rodriguez, der bullige Mittelstürmer, nahm eine Flanke des blutjungen Sigmund Larsson volley - 3:2, Stadion im Ausnahmezustand. Die Fans sangen, als gäbe es kein Morgen, und Rodriguez rannte jubelnd Richtung Eckfahne, wo er später zugab: "Ich wollte eigentlich einen Rückwärtssalto machen, aber mein Körper hat sich dagegen entschieden."

Die Schlussphase? Ein Sturmlauf der Gastgeber, die, obwohl sie laut Statistik leicht weniger Ballbesitz hatten (49,1 Prozent), das Spiel komplett kontrollierten. Die Youngsters rannten, kämpften und warfen sich in jeden Zweikampf - Tacklingquote 55,9 Prozent. Nur einmal musste der Schiedsrichter Gelb zücken: gegen Rechtsverteidiger James Mayhew, der nach einem rustikalen Einsteigen immerhin mit einem charmanten "Sorry, Sir" davonkam.

Als der Abpfiff ertönte, fiel Trainer Markus Frey seinem Co in die Arme. "Ich liebe diese Mischung aus Wahnsinn und Wille", sagte er später in die Mikrofone. "Wenn du 18-Jährige hast, die glauben, sie können die Welt erobern - und es dann einfach tun - dann weißt du, du bist auf dem richtigen Weg."

Auf der anderen Seite nahm Enga-Coach Solberg die Niederlage sportlich: "Wir sind nicht schlechter, nur älter. Und das ist manchmal das Gleiche."

So endete ein Spiel, das mehr versprach als nur drei Punkte - es war ein Generationenduell, ein Ausrufezeichen der Jugend und ein Beweis, dass in Stavanger nicht nur Fische, sondern auch Talente in Serie gefangen werden.

Und irgendwo in der Kabine von Viking FK soll ein Spieler nach dem Duschen leise gemurmelt haben: "Trainer, das war erst der Anfang." - Wenn das stimmt, darf sich Norwegen auf eine wilde Saison gefasst machen.

09.07.2026 23:10
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