Dagbladet
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Viking FK siegt knapp - Fredrikstad verzweifelt an der eigenen Harmlosigkeit

Eliteserien | 10. Spieltag | 14.07.26 | Fredrikstad BK - Viking FK 0:1

Es war einer dieser Abende im Fredrikstad-Stadion, an denen man sich fragt, ob das Flutlicht vielleicht zu hell war - denn die Hausherren schienen vom Glanz der Lampen mehr geblendet als inspiriert. Vor 20.071 Zuschauern unterlag Fredrikstad BK im Eliteserien-Duell am 10. Spieltag dem Gast aus Stavanger mit 0:1. Der Treffer des Tages fiel bereits in der 15. Minute - und das war sinnbildlich für den weiteren Verlauf: früh entschieden, dann zäh wie norwegischer Winterfisch.

Den goldenen Moment bescherte Mathias Pfeifer, der quirlige rechte Mittelfeldspieler von Viking FK. Nach einer butterweichen Flanke von Vladan Manojlovic nahm Pfeifer den Ball direkt - und drosch ihn mit einer Selbstverständlichkeit in die Maschen, als würde er im Training gegen Slalomstangen spielen. Fredrikstad-Keeper Martin Flo streckte sich vergeblich, sah die Kugel aber immerhin schön vorbei rauschen. "Ich hab ihn spät gesehen", seufzte Flo später, "wahrscheinlich, weil da noch ein Verteidiger im Weg stand - oder zwei, oder drei."

Viking zeigte sich von Beginn an bissig, obwohl Trainer Markus Frey seine Elf in einer klar defensiven Grundordnung aufs Feld geschickt hatte. Doch was heißt schon "defensiv", wenn man über die Flügel spielt, als gäbe es dort Freibier? Die Gäste suchten ihr Glück über Manojlovic und Pfeifer, die Fredrikstads Außenverteidiger regelmäßig in Verlegenheit brachten. Und während Fredrikstad-Coach Peter Lundekvam an der Seitenlinie immer wieder gestikulierend auf seine Hintermannschaft einredete, murmelte ein Fan auf der Tribüne trocken: "Vielleicht versteht ihn einfach keiner - er redet ja Taktik."

Nach dem frühen Rückstand bemühte sich Fredrikstad zwar redlich, ins Spiel zu finden, aber man merkte: Bemühen ersetzt keine Ideen. Mit 46 Prozent Ballbesitz und nur fünf Torschüssen blieb der Gastgeber weit unter seinen Möglichkeiten. Besonders bitter: die beste Chance hatte Asbjørn Giske in der 73. Minute, als sein Schuss aus 18 Metern hauchdünn am Pfosten vorbeiging. Das Publikum stöhnte kollektiv, und einer rief: "Endlich mal ein Ball aufs Tor!", woraufhin sein Nachbar trocken korrigierte: "Fast aufs Tor."

Viking hingegen verpasste es, den Sack früher zuzumachen. Jan Gulbrandsen und Albert Rodriguez vergaben in der zweiten Hälfte weitere gute Gelegenheiten, und selbst Innenverteidiger Bruno Frechaut versuchte sich in der 46. Minute an einem Kopfball, der allerdings mehr nach Rückpass aussah. Dennoch: Die Gäste kontrollierten das Geschehen, ließen Fredrikstad kaum Luft zum Atmen und zogen ihr Spiel mit kühler Konsequenz durch.

Trainer Frey zeigte sich nach dem Abpfiff entsprechend zufrieden - zumindest auf seine stoisch-nordische Art. "Es war kein schönes Spiel", gab er zu, "aber schön ist auch überbewertet, wenn man drei Punkte mitnimmt." Neben ihm grinste Torschütze Pfeifer und ergänzte: "Ich wollte eigentlich flanken, aber wenn’s ein Tor wird, beschwert sich ja keiner."

Fredrikstads Coach Lundekvam hingegen wirkte angefressen. "Wir haben zu spät verstanden, dass man Tore nur schießt, wenn man aufs Tor schießt", sagte er mit sarkastischem Unterton. "Vielleicht sollte ich das nächste Training einfach im Strafraum abhalten."

In der Schlussphase wechselte Lundekvam noch einmal offensiv - Andersen raus, Roi rein -, doch auch der frische Wind blieb aus. Stattdessen drehte Viking an der Uhr, brachte in der 77. Minute sogar einen neuen Keeper (Simeri Crichi für Berjon) und ließ den Rest der Partie in kontrollierter Ruhe auslaufen.

Statistisch war alles klar: 12:5 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe. Fredrikstad kämpfte, Viking spielte. Und manchmal reicht das.

"Wir hätten noch zwei Stunden spielen können", sagte Fredrikstads Mittelfeldmann Kai Hangeland nach dem Schlusspfiff, "und wahrscheinlich hätte Pfeifer dann noch einmal getroffen - aus Spaß."

So blieb es beim 0:1, einem Ergebnis, das Viking zurück in die oberen Tabellenregionen bringt, während Fredrikstad weiter im Mittelmaß stagniert. Die Fans applaudierten trotzdem höflich - wohl aus Erleichterung, dass es vorbei war.

Und als das Flutlicht erlosch, blieb der Eindruck eines Spiels, das in Erinnerung bleibt - nicht wegen der Dramatik, sondern wegen seiner nüchternen Klarheit: Wer trifft, gewinnt. Ganz einfach. Oder, wie ein älterer Herr beim Verlassen der Tribüne sagte: "Wenn man keine Tore schießt, kann man auch nicht gewinnen. Aber das merken sie bestimmt nächste Woche."

Vielleicht tut’s dann auch wieder ein bisschen weniger weh.

14.07.2026 21:06
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Ich dachte, der Torwart darf im Strafraum die Hände benutzen.
Oliver Kahn nachdem er in Rostock mit beiden Fäusten ein Tor erzielt hatte und dafür vom Platz gestellt worden war
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