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Eliteserien | 1. Spieltag | 17.09.26 | Viking FK - Morkebla Stavanger 0:0 20.968 Zuschauer waren am Donnerstagabend um 20.30 Uhr gekommen, viele davon in der berechtigten Erwartung, dass Viking im heimischen Stadion gleich einmal ein Ausrufezeichen setzt. Stattdessen setzte die Mannschaft von Trainer Markus Frey vor allem Fragezeichen - und schoss sie aus praktisch allen Lagen auf das Tor. 20 Torschüsse notierte die Statistik für Viking. Morkebla brachte es auf zwei. Der Ballbesitz war mit 51,3 zu 48,7 Prozent beinahe ausgeglichen, was vermutlich der höfliche Versuch der Zahlen war, das Kräfteverhältnis nicht allzu brutal aussehen zu lassen. Denn auf dem Rasen spielte überwiegend Viking, während Morkebla mit bemerkenswerter Konsequenz darauf bedacht war, das eigene Tor als streng bewachte Ferienwohnung zu behandeln. "Wir hatten genug Möglichkeiten für mindestens drei Tore", sagte Frey nach dem Spiel. "Leider haben wir uns offenbar vorgenommen, die Spannung bis zum letzten Pfiff zu konservieren." Ein Satz, der vermutlich ironisch gemeint war. Vermutlich. Viking begann offensiv und suchte das Glück vor allem über die Flügel. Nach neun Minuten prüfte Ole Berntsen erstmals Morkeblas Torhüter Einar Fjortoft. Benjamin Huxley legte in der 12. Minute nach und entwickelte sich anschließend zum Dauergast im gegnerischen Strafraum. In der 18., 19., 21. und 38. Minute durfte der 20-Jährige erneut sein Glück versuchen. Die Bilanz: viel Fleiß, kein Treffer. Der Ball schien Huxley persönlich zu kennen, wollte aber partout keine engere Beziehung eingehen. Auch Uri Spiegler kam in der 27. und 28. Minute zum Abschluss, Frederic Burton in der 36. Minute. Georges Gariepy setzte kurz vor der Pause noch einen Versuch drauf. Morkebla? Hatte in der 35. Minute durch Morten Herlovsen seinen ersten Torschuss. Vincent Gorritxategi sorgte in der 67. Minute für den zweiten. Danach war die offensive Besuchszeit der Gäste im Wesentlichen beendet. "Wir haben uns gesagt: Wenn wir schon nicht viel schießen, dann wenigstens sehr selektiv", erklärte Herlovsen mit einem Lächeln. Ob das als taktischer Plan oder als nachträgliche Selbstverteidigung gemeint war, blieb offen. Zur Halbzeit reagierte Frey und brachte unter anderem Albert Rodriguez sowie Diego Barbosa. Rodriguez stand kurz darauf mehrfach im Mittelpunkt: In der 47., 49., 70., 72. und 75. Minute suchte er den Abschluss. Barbosa versuchte es in der 51. und 83. Minute. Der gewünschte Durchbruch blieb aus. Viking erhöhte später das Risiko, spielte ausgeglichener und schließlich mit aktivem Pressing. Doch auch die Brechstange blieb stumpf. Gelbe Karten sahen Ole Jakobsen (60.), Burton (62.), Andre Hagen (76.) und Sigmund Larsson (78.). Es war also nicht völlig ereignislos - nur eben torlos. In der Nachspielzeit durfte Huxley noch einmal schießen. Vielleicht war es der Versuch, die Statistik auf 21 zu bringen. Das Tor blieb trotzdem geschlossen. "Ich dachte kurz, der Ball sei schon drin", sagte Huxley angeblich nach Abpfiff. "Dann habe ich gesehen, dass er daneben war. Das war weniger schön." So endete der erste Spieltag der Eliteserien mit 0:0 (0:0). Viking hatte Angriffswillen, Chancen und 20 Torschüsse. Morkebla hatte Ordnung, Geduld und am Ende denselben Punkt. Im Fußball genügt manchmal eben ein Tor. In Stavanger genügte diesmal sogar keines. 18.09.2026 04:36 |
Sprücheklopfer
Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
Rudi Völler