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Eliteserien | 12. Spieltag | 16.07.26 | Bergen IF - Viking FK 0:3 Es dauerte keine drei Minuten, bis die Gäste das erste Mal stachen. Sigfrid Bloch, der rechte Flügelmotor der Vikings, zog nach Pass von Hermann Zimmermann ab, und ehe Bergen-Keeper Ole Carew die Arme sortiert hatte, zappelte der Ball schon im Netz. 1:0 - ein Start, der wie ein Schlag ins Gesicht wirkte. "Wir wollten früh Druck machen", grinste Trainer Markus Frey nach dem Spiel, "aber dass es gleich so klappt, hat selbst mich überrascht." Bergen IF brauchte einen Moment, um sich zu schütteln. Hugo Bosingwa versuchte es in der 11. Minute mit einem Distanzschuss, der aber eher den Eindruck machte, als wolle er den Ball in den nahegelegenen Fjord chippen. Danach übernahm wieder Viking das Kommando. Mit 25 Torschüssen - ja, fünf-und-zwanzig! - belagerten sie das Tor der Gastgeber, die mit drei eigenen Versuchen eher auf Minimalismus setzten. Die Statistiken lesen sich wie ein Lehrbuch in Effizienz und Überlegenheit: 51 Prozent Ballbesitz für Viking, dazu die klar bessere Zweikampfquote (58 zu 42 Prozent). Bergen hielt kämpferisch dagegen, aber der Unterschied im Selbstverständnis war spürbar. Während Viking offensiv und mit viel Druck über die Flügel agierte, blieb Bergen in seiner "balancierten" Grundordnung gefangen - was in diesem Spiel eher nach "passiv" roch. Kurz vor der Pause wurde es noch einmal unruhig: Jon Mykland sah Gelb, nachdem er Knut Hoiland etwas zu leidenschaftlich vom Ball trennen wollte. Und als Sigfrid Bloch in der 43. Minute verletzt vom Platz humpelte, raunte der Block der Gäste: "Das war’s mit dem Turbo." Doch Viking hatte noch Reserven. Jan Gulbrandsen kam für Bloch, und in der zweiten Halbzeit übernahm das Team endgültig das Kommando. Nach der Pause wurde die Partie zur Einbahnstraße. Viking spielte nun auf Konter - ein riskanter, aber höchst effektiver Wechsel ihrer taktischen Ausrichtung. "Wir wussten, Bergen muss kommen", erklärte Frey später. "Und wenn sie das tun, ist das wie Weihnachten für unsere Flügelspieler." In der 81. Minute klingelte es erneut: Der gerade eingewechselte Jorgen Mykland - älterer Bruder des zuvor ermahnten Jon - stand da, wo ein Stürmer stehen muss. Nach einem präzisen Zuspiel von Makis Kalitzakis drückte er das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. 2:0, und die Köpfe der Bergen-Spieler hingen tiefer als die Wolken über dem Stadion. Aber Viking hatte noch Lust auf mehr. In der Nachspielzeit (93.) schloss die 20-jährige Rakete Ragnhild Hogmo einen Bilderbuch-Konter ab. Nach Vorlage von Innenverteidiger Nikolaj Moissejew, der plötzlich wie ein Spielmacher auftrat, traf sie wuchtig zum 3:0-Endstand. "Ich wollte eigentlich flanken", lachte Hogmo nach dem Spiel, "aber der Ball hat sich entschieden, direkt reinzugehen." Von Bergen kam danach nur noch ein letzter Versuch: Jan Fjortoft prüfte in der 90. Minute den Gästekeeper Baltsar Dahlin, aber der hatte einen ruhigen Abend und ließ sich den Zu-Null-Sieg nicht mehr nehmen. Die Fans der Gäste feierten ausgelassen - und das völlig zurecht. Viking FK zeigte nicht nur mehr Offensivkraft, sondern auch mehr Cleverness, mehr Laufbereitschaft und schlicht mehr Lust am Spiel. "So wollen wir auftreten", sagte Trainer Frey mit einem zufriedenen Schulterzucken. "Aggressiv, mutig, mit Spaß - und wenn’s geht, mit drei Toren Vorsprung." Bergen-Coach hingegen, der nach dem Schlusspfiff wortkarg in Richtung Kabine verschwand, ließ sich nur zu einem Satz hinreißen: "Manchmal lernt man mehr aus einer Niederlage." Wenn das stimmt, dann war das heute ein halbes Philosophiestudium. Ein Fazit bleibt: Viking FK war an diesem Abend eine Klasse besser. Die Gäste spielten nicht nur Fußball, sie zelebrierten ihn - mit Tempo, Präzision und einer Portion nordischer Coolness. Bergen IF dagegen wird sich fragen müssen, wie man ein Heimspiel mit fast 49 Prozent Ballbesitz so verschenken kann. Oder, wie ein Fan auf der Tribüne es trocken formulierte: "Wir hatten den Ball - sie hatten den Plan." Und der Plan ging auf. 0:3. Verdient, deutlich, fast schon lehrbuchhaft. 16.07.2026 23:47 |
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Wer Erster ist, hat immer recht. Ich habe also recht. Und wenn ich Fünfter bin, können Sie wieder mit mir reden.
Otto Rehhagel