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Eliteserien | 17. Spieltag | 21.07.26 | Lillestrom IL - Viking FK 0:9 Dabei begann alles harmlos. In der ersten Minute prüfte Lillestroms Martin Braaten mit einem beherzten Schuss Vikings Keeper Gianluca Simeri Crichi - und die Fans dachten: "Na, heute könnte was gehen." Doch was dann folgte, war eine Lehrstunde in Sachen Effizienz, Dynamik und - man darf es so sagen - Gnadenlosigkeit. Bereits in der 8. Minute eröffnete Ragnhild Hogmo das Torfestival. Der 20-jährige Rechtsaußen legte los, als wolle er alle bisherigen Karriere-Tore in einem Spiel nachholen. Bis zur Pause hatte er bereits dreimal getroffen (8., 17., 27.) und sich zudem noch einen Assist gegönnt. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste Hogmo nach dem Spiel. "Und wenn du merkst, dass jeder Schuss reingeht - dann hörst du nicht auf." Zwischen Hogmos Treffern trugen sich auch Jan Gulbrandsen (12.) und Ilie Ghionea (14.) in die Torschützenliste ein. "Wir haben uns überlegt, ob wir wirklich über die Flügel gehen wollen", erklärte Vikings Trainer Markus Frey nach dem Spiel mit einem Schmunzeln. "Dann haben wir’s einfach gemacht - und siehe da, es hat funktioniert." Das war wohl leicht untertrieben. Albert Rodriguez, der Mittelstürmer mit der Ruhe eines Scharfschützen, traf doppelt (24., 33.) und sorgte mit seinem zweiten Tor für das 0:7 noch vor der Halbzeitpause. Einige Lillestrom-Fans nutzten diesen Moment, um sich in Richtung Kiosk aufzumachen - vermutlich, um nach Trost in Form von Waffeln oder Kaffee zu suchen. "Ich habe den Jungs in der Pause gesagt: Wir müssen das Spiel jetzt abhaken, aber bitte nicht wörtlich", versuchte Lillestroms (nicht genannter) Trainer später zu erklären. Doch Viking hatte noch längst nicht genug. Nach der Pause schaltete Freys Team nur scheinbar zurück, um dann in der 61. Minute erneut zuzuschlagen - natürlich wieder durch Hogmo, diesmal nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Gino Marica. Als Jan Gulbrandsen in der 82. Minute den Endstand von 0:9 markierte, war das Publikum längst in einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Galgenhumor angekommen. "Wir wollten den Ballbesitz gewinnen", sagte Lillestroms Mittelfeldmann Kai Andersen mit einem gequälten Lächeln. "Das haben wir sogar geschafft - 50,3 Prozent! Leider hat Viking die Tore gewonnen." Statistisch liest sich das Desaster wie ein schlechter Scherz: 22 Torschüsse der Gäste, nur 3 auf Seiten der Hausherren. Und obwohl Lillestrom mit minimal mehr Ballbesitz glänzte, gingen fast alle Zweikämpfe verloren (42 zu 58 Prozent). "Wir waren immer einen Schritt zu spät", gestand Abwehrrecke Tore Fjortoft, "und wenn du das gegen so eine Mannschaft bist, klingelt’s halt neunmal." Interessanterweise blieb Viking auch nach dem siebten Treffer taktisch konsequent: offensiv, aggressiv, aber mit kontrolliertem Passspiel. Frey ließ in der zweiten Halbzeit auf Konter umstellen - ein Luxus, wenn man bereits haushoch führt. "Wir wollten sehen, wie die Jungs reagieren, wenn sie mal *nicht* alles dominieren", sagte der Trainer trocken. "Das war unser Beitrag zur Spannung." Lillestroms Torwart Erik Andersen hingegen hatte wohl den härtesten Arbeitstag seines Lebens. "Ich hab aufgehört zu zählen", gab er zu. "Ab dem vierten dachte ich, das ist jetzt ein Experiment. Ab dem siebten war’s Philosophie." Als Schiedsrichter Oskar Nyberg endlich abpfiff, klatschten die Lillestrom-Fans ihre Spieler trotzdem ab - aus Mitleid, aus Lokalpatriotismus oder einfach, weil man so etwas im Fußball eben macht. "Das war kein Spiel, das war ein Statement", fasste ein sichtlich zufriedener Markus Frey zusammen. Und Ragnhild Hogmo, der mit vier Toren und einer Vorlage der überragende Mann des Abends war, fügte hinzu: "Vielleicht hätten wir noch das zehnte machen sollen - aber man soll ja nicht unhöflich sein." Ein bisschen unhöflich war’s dann doch. Aber für die Zuschauer ein Abend, den sie so schnell nicht vergessen werden - ob sie wollen oder nicht. Und Lillestrom? Die müssen jetzt irgendwie die Scherben aufsammeln. Oder wie ein Fan auf der Tribüne seufzte: "Das war kein Heimspiel, das war eine Hausdurchsuchung." 22.07.2026 06:41 |
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Dieter Eilts auf eine Hätte-wenn-und-aber-Frage eines Journalisten