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Eliteserien | 7. Spieltag | 17.08.26 | Viking FK - Kolbotn IF 1:2 Dabei begann der Abend ganz nach dem Geschmack der Gastgeber. Viking spielte offensiv, suchte den Weg über außen und schoss aus aussichtsreichen Positionen - oder zumindest aus Positionen, die man im Training dafür hält. Bereits in der 8. Minute zahlte sich der Druck aus: Jorgen Mykland traf nach Vorlage von Filip Skrtel zum 1:0. Mykland, auffälligster Viking-Angreifer, hatte zuvor und danach offenbar beschlossen, den Torhüter von Kolbotn nicht zu früh in den Feierabend zu schicken. Insgesamt kam er auf mehrere Abschlüsse. Die Führung hielt allerdings nur sieben Minuten. In der 15. Minute erzielte Erland Bratseth nach Zuspiel von Horst Rose den Ausgleich für Kolbotn. Der Treffer war die passende Antwort auf Vikings schwungvollen Beginn - und ein kleiner Hinweis darauf, dass die Gäste nicht angereist waren, um die Landschaft zu bewundern. "Wir wollten mutig auftreten. Vielleicht waren wir dabei manchmal mutiger, als es für den Blutdruck unserer Fans gesund ist", sagte Viking-Trainer Markus Frey nach dem Spiel. Auf der Tribüne wurde diese Einschätzung mit einem kurzen, kollektivem Seufzen quittiert. Fußball kann schließlich auch ohne medizinisches Fachpersonal sehr anschaulich erklären, was Stress bedeutet. Kolbotn verteidigte zunächst ausgewogen und blieb geduldig. Viking hatte mit 51,4 Prozent etwas mehr Ballbesitz, doch die Gäste ließen sich davon nicht beeindrucken. Die Zweikampfwerte lagen nahezu gleichauf: Viking gewann 49,9 Prozent, Kolbotn 50,1 Prozent. Es war also kein Abend für große taktische Eitelkeiten, sondern für harte Arbeit, kluge Nadelstiche und gelegentliche Bälle, die den Eindruck erweckten, sie hätten selbst einen anderen Spielplan. In der 27. Minute musste Kolbotn reagieren. Simen Jakobsen verletzte sich und wurde durch Diego Bosingwa ersetzt. Der Wechsel erwies sich später als bemerkenswert vorausschauend. In der Schlussphase sollte Bosingwa noch eine entscheidende Rolle spielen. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Viking die Schlagzahl. Die Gastgeber blieben offensiv ausgerichtet, stellten ihr Spiel aber breiter auf und schalteten zunehmend ins Pressing. Kolbotn blieb dagegen seiner ruhigen, ausgewogenen Linie treu. Viking hatte nun mehr Drang, Kolbotn aber die bessere Geduld. Die Bilanz sprach eine knappe Sprache: acht Torschüsse für Viking, neun für Kolbotn. Als die Zuschauer sich bereits auf eine Punkteteilung eingerichtet hatten, schlug Kolbotn in der 84. Minute zu. Ragnhild Fjortoft vollendete nach Vorlage von Diego Bosingwa zum 2:1. Fjortoft hatte zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und wurde schließlich belohnt. "Ich dachte kurz, der Ball sei noch unterwegs zu jemand anderem", sagte sie später mit einem Lachen. "Dann habe ich entschieden, dass ich ihn lieber selbst nehme." Viking warf in der Schlussphase alles nach vorne, nun mit aktivem Pressing und Schüssen aus allen Lagen. Doch Kolbotn hielt stand. Auch Myklands später Versuch in der Nachspielzeit brachte keine Wende mehr. Frey blieb nach Abpfiff sachlich: "Wir hatten genug Möglichkeiten, aber Kolbotn war im entscheidenden Moment kühler." So blieb Viking trotz mehr Ballbesitz und Heimkulisse ohne Lohn. Kolbotn hingegen bewies, dass man ein Spiel nicht besitzen muss, um es zu gewinnen. Manchmal reicht es, ihm im richtigen Augenblick die Richtung vorzugeben. unerquicklich 18.08.2026 07:54 |
Sprücheklopfer
Ich habe immer gesagt, dass ich kein Dauerläufer bin, sonst könnte ich ja gleich beim Marathon starten.
Mario Basler