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Regionalliga D | 34. Spieltag | 14.09.26 | Viktoria Thiede - Sportfreunde Lotte 3:2 Vincent Benito eröffnete die Partie in der 2. Minute. Der 17-Jährige nahm die Vorlage von Frank Korn auf und schob zur frühen Führung ein. Auf der Tribüne war zu diesem Zeitpunkt noch nicht jeder Fan mit seinem Getränk zurück am Platz. "Ich wollte eigentlich nur wach sein. Dann war der Ball drin", soll Benito später gesagt haben. Ein bemerkenswert effizienter Weg, die Müdigkeit zu bekämpfen. Thiede blieb zunächst die aktivere Mannschaft. Trainer Jonas Reinefeld hatte sein Team offensiv ausgerichtet, und das war nicht bloß eine hübsche Beschreibung für das Programmheft. Die Gastgeber suchten den Weg nach vorn, kombinierten ausgewogen und kamen über die Flügel immer wieder in gefährliche Räume. Lotte hielt dagegen, spielte kontrolliert und mit einem leichten Übergewicht im Ballbesitz - allerdings offenbar nach dem Motto: Wir haben den Ball, aber Thiede hat die Tore. Das zweite fiel in der 28. Minute. Radek Zemlik erhöhte nach Vorarbeit von Phillip Pfeiffer auf 2:0. Die Sportfreunde hatten bis dahin bereits mehrere Abschlüsse gesammelt, doch Viktoria war vor dem Tor deutlich weniger gesprächig und dafür umso überzeugender. "Wir wollten geduldig bleiben", erklärte Lottes Trainer Mick McLagun später. "Leider war Viktoria schneller fertig mit ihrer Geduld als wir mit unserer Verteidigung." In der 36. Minute meldete sich Lotte zurück. Jens Thuesen verkürzte nach Zuspiel von Kai Seiler auf 1:2. Plötzlich war die Partie wieder offen, und die Zuschauer erhielten jene seltene Zugabe, die Fußball gern ungefragt liefert: Hoffnung für die einen, Nervosität für die anderen und reichlich Beschäftigung für die Trainerbänke. Nach der Pause drängte Lotte auf den Ausgleich. Lewis Davonport erzielte in der 52. Minute nach Vorlage von Tom Kaufmann das 2:2. Die Gäste hatten nun mehr Ballbesitz und kamen insgesamt auf 14 Torschüsse, Thiede auf elf. Auch bei den Zweikämpfen lag Lotte mit 50,7 Prozent knapp vorn. Statistisch war das also durchaus die Stunde der Sportfreunde. Dummerweise wird ein Fußballspiel noch immer nicht nach Tabellenkalkulation gewonnen. Für Thiede wurde es in der 59. Minute besonders kompliziert: Ralf Wirth sah die Rote Karte. Die Gastgeber mussten fortan in Unterzahl verteidigen, während Lotte auf den entscheidenden Treffer drängte. "Ab da war jeder Zweikampf eine kleine Steuerprüfung", sagte Reinefeld mit jener Ruhe, die Trainer entwickeln, wenn sie innerlich längst drei neue graue Haare zählen. Thiede hielt dagegen, der junge Curt Krieger im Tor und seine Vorderleute warfen sich in die Bälle. In der 79. Minute musste Benito verletzt vom Feld und wurde durch Leo Primes ersetzt. Lotte wechselte bereits zur Pause Joel Innes für Johannes Konrad sowie Olav Keil für Ralph Max ein, fand aber trotz 54,3 Prozent Ballbesitz nicht den Weg zum dritten Treffer. Den erzielte stattdessen Viktoria. In der 87. Minute traf Rui Couto nach Vorlage von Louis Schröter zum 3:2. Lotte versuchte in der Schlussphase alles, doch die Thieder Abwehr überstand auch die Nachspielzeit. Nach dem Abpfiff sank ein Gastgeber zu Boden, als hätte er gerade einen Marathon beendet. "Wir haben heute nicht alles kontrolliert", sagte Couto. "Aber das Ergebnis schon." So blieb es beim 3:2 (2:1). Thiede gewann trotz Unterzahl, weniger Ballbesitz und weniger Torschüssen. Lotte hatte die besseren Zahlen. Viktoria hatte die bessere Antwort - und am Ende bekanntlich das, was im Fußball am wenigsten diskutierbar ist: ein Tor mehr. 14.09.2026 21:07 |
Sprücheklopfer
Die Entscheidungen, die ich treffe, sind immer richtig.
Otto Rehhagel