Tuttosport
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**Virtus Entella verschenkt frühen Glanz - Rodengo Saiano kämpft sich zum 1:1**

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben - oder in diesem Fall: den Pfosten. 16.000 Zuschauer im Comunale von Chiavari sahen am Mittwochabend ein Spiel, das so begann, als würde Virtus Entella Rodengo Saiano mit wehenden Fahnen aus der 3. Liga schießen. Am Ende stand es 1:1, und beide Trainer blickten in die Kameras mit einem Gesichtsausdruck, der irgendwo zwischen Erleichterung und milder Verzweiflung pendelte.

Schon in der 7. Minute bebte das Stadion. Alessio Rossi, der flinke Linksaußen, nahm einen Pass von Silvestre de Freitas auf, machte zwei schnelle Schritte nach innen und donnerte den Ball ins rechte Eck. Gästetorhüter Niccolò Argusto reckte noch die Fingerspitzen, aber der Ball zischte wie ein geölter Blitz vorbei. "Ich hab einfach draufgehalten, bevor ich’s mir anders überlege", grinste Rossi später. Trainer auf der Tribüne nickten anerkennend - so viel Mut sieht man nicht jeden Spieltag.

Entella blieb dran, befeuert vom frühen Treffer und einem Ballbesitz von fast 56 Prozent. Arnaldo Vegliaturo prüfte Argusto gleich mehrfach (11., 14., 15. Minute), Marco Romagnoli vergab freistehend in der 17. Minute. Auf der Pressetribüne hörte man jemanden murmeln: "Wenn die so weitermachen, ist das hier zur Halbzeit durch." Doch die Norditaliener aus Rodengo Saiano hatten andere Pläne.

"Wir waren wütend, aber nicht tot", sagte Gästetrainer Jan Beyer später mit einem Grinsen, das verriet, dass er den Punkt nicht ungern mitnahm. Seine Mannschaft, anfangs offensiv eingestellt, aber erstaunlich zahm im Pressing, stellte sich langsam besser auf Entellas Kombinationsspiel ein. Kurz vor der Pause gab’s dann die erste Gelbe Karte - Davide Castello grätschte beherzt, aber ein bisschen zu beherzt. Der Schiedsrichter machte kurzen Prozess.

In die zweite Hälfte starteten die Gastgeber erneut mit viel Kontrolle, aber weniger Zielstrebigkeit. Romagnoli humpelte nach 62 Minuten vom Platz - Oberschenkelprobleme, wie sich später herausstellte. Für ihn kam der erfahrene Jaroslav Drsek, der das Spiel mit seiner Routine beruhigen sollte. Doch in dieser Phase kippte die Partie.

Rodengo Saiano, plötzlich mit mehr Laufbereitschaft und etwas Pressing-Drang, roch Lunte. Alessandro Vegliaturo und Luca Cariati prüften Entellas Keeper Raffaello Celico mehrfach (58., 60., 66. Minute). Dann, in der 69. Minute, der Ausgleich: Dario Bassi, Innenverteidiger mit Offensivdrang, schlug einen langen, butterweichen Ball auf den rechten Flügel. Gaetano Uffugo nahm das Leder technisch fein mit und drosch es aus 14 Metern ins kurze Eck - 1:1!

"Ich habe einfach instinktiv geschossen", sagte der 20-Jährige, noch außer Atem, "und plötzlich war’s still im Stadion - zumindest für zwei Sekunden." Stille? Nun ja, gefolgt von einem kollektiven Aufstöhnen der Heimmannschaft und einem Jubelorkan im Gästeblock.

Entella wachte auf, doch die Präzision war dahin. De Freitas und Drsek vergaben aussichtsreiche Chancen (80. und 94. Minute). Währenddessen verteilte der Schiedsrichter fleißig Gelbe Karten - diesmal traf es Giorgio Bianchi, der in der 81. Minute mehr Ball als Gegner traf, aber das reichte dem Unparteiischen offenbar nicht als Entschuldigung.

Statistisch gesehen war Entella überlegen: 14 Torschüsse zu 8, 56 Prozent Ballbesitz, leicht bessere Zweikampfquote. Doch Zahlen schießen keine Tore - eine Wahrheit, die Trainer Beyer nach Abpfiff süffisant kommentierte: "Wir spielen lieber mit Herz als mit Excel." Auf der Gegenseite rang man nach Erklärungen. "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber vergessen, es zu töten", brummte ein sichtlich genervter Entella-Coach in die Mikrofone.

Auf der Tribüne gähnte ein älterer Herr und sagte zu seinem Enkel: "Früher hätten die das 3:0 gemacht." Der Kleine nickte wissend, als hätte er die goldene Ära von Entella selbst erlebt.

Nach 94 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab, und beide Teams schienen nicht recht zu wissen, ob sie sich freuen oder ärgern sollten. Rodengo Saiano nahm den Punkt mit, als hätte man in Chiavari einen Pokal gewonnen, während Entella den Blick auf die Anzeigetafel mied.

Am Ende blieb ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Drama, einen frühen Paukenschlag und eine Lektion in Sachen Effizienz.

Oder, wie Torschütze Rossi es trocken formulierte: "Manchmal ist Fußball einfach ein Spiel, bei dem der Ball nicht weiß, wer heute eigentlich gewinnen soll."

Ein Satz, den man sich ruhig einrahmen kann - direkt über dem Trainingsplatz.

16.12.643993 05:47
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Marcio Amoroso ist der Prototyp des Spielers, der nach einem 1:10 höchst zufrieden nach Hause geht, weil er das einzige Tor geschossen hat.
Paul Breitner
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