Fanatik
+++ Sportzeitung für Türkei +++

Waldoch schießt Tokatspor zum 2:1-Sieg gegen Nevsehir

Es war einer dieser Abende, an denen 29.331 Zuschauer im Tokat-Stadion ahnten, dass etwas passieren würde - und sie sollten recht behalten. Tokatspor besiegte am 14. Spieltag der 1. Liga Türkei den Gast aus Nevsehir mit 2:1 (1:0). Mann des Abends: Arthur Waldoch, der mit einem Doppelpack seinen Namen in die Herzen der Fans brannte und Trainer Friedel Friese vor Freude beinahe die Brille beschlagen ließ.

Dabei hatte die Partie zunächst wenig von einem Spektakel. Nevsehir begann ballsicher, mit rund 56 Prozent Ballbesitz und viel Geduld im Aufbau. Tokatspor dagegen lauerte - wie es in den taktischen Notizen heißt - auf Konter. "Wir wussten, dass sie den Ball wollen", erklärte Friese später mit einem Grinsen. "Also haben wir ihnen den Ball gegeben - und dann genommen, was wirklich zählt."

In der 30. Minute nahm das Spiel Fahrt auf: Der 18-jährige Pekcan Cakir eroberte im Mittelfeld den Ball, steckte blitzschnell auf Arthur Waldoch durch - und der zog trocken ab. 1:0. Der Jubel hallte bis in die umliegenden Straßen, und Waldoch lief mit der typischen Mischung aus Stolz und Understatement zur Eckfahne. "Ich wollte eigentlich flanken", witzelte er später im Interview, "aber dann dachte ich mir: Der Ball hat heute wohl andere Pläne."

Nevsehir, von Coach Mehmet Kaan gewohnt ruhig gecoacht, blieb unbeeindruckt. Behram Kas prüfte Tokats Keeper Agustin Velez schon in der 14. Minute, Yaman Erdem und Onat Ates folgten mit gefährlichen Abschlüssen. Doch immer stand einer im Weg - mal die Latte, mal der Schlussmann, mal das eigene Unvermögen. "Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Frust", seufzte Kaan nach der Partie.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: Nevsehir drückte, Tokat konterte. In der 67. Minute dann endlich der verdiente Ausgleich. Tahsin Oktay spielte einen perfekten Pass in die Schnittstelle, Onat Ates hob den Ball über den herauseilenden Velez - 1:1. Der Torschütze ballte die Fäuste Richtung Gästeblock, während sich Friese an der Seitenlinie eine Notiz machte, die wohl lautete: "Jetzt wird’s ernst."

Und ernst wurde es. Nur elf Minuten später, in der 78. Minute, schlug Tokatspor zurück - wieder durch Waldoch. Diesmal servierte Inigo Calderon einen butterweichen Pass in den Strafraum, den der Torjäger mit der linken Innenseite ins lange Eck schlenzte. 2:1, und das Stadion stand Kopf. "Ich hab’ den Ball reingezaubert, weil ich Hunger auf Süßes hatte", scherzte Waldoch später. "Und Tore sind nun mal das Dessert im Fußball."

Nevsehir versuchte noch einmal alles, doch trotz elf Torschüssen und einer Gelben Karte für Ates blieb der Ausgleich aus. Tokat verteidigte mit Leidenschaft, Zihni Demir grätschte, als hinge sein Leben davon ab, und Ryan Lockhart holte sich in der 77. Minute eine Gelbe Karte, die nach Meinung vieler Zuschauer mindestens die Farbe seiner Schuhe rechtfertigte.

Kurz vor Schluss gönnte Friese seinem Helden Waldoch den wohlverdienten Applaus - in der 88. Minute kam der 17-jährige Önder Martin für ihn. "Ich wollte, dass er hört, wie 30.000 Leute seinen Namen schreien", sagte der Trainer später. Die letzten Minuten gehörten dem Nachwuchs: Auch Ozan Kisa und Hugo Pacos durften noch ran, als Zeichen der Zukunft.

Am Ende stand ein 2:1, das sich wie ein Statement anfühlte. Tokatspor mag weniger Ballbesitz gehabt haben (44 Prozent), aber mehr Herz, mehr Effizienz und - dank Waldoch - den entscheidenden Unterschied. Nevsehir hingegen fuhr mit der Erkenntnis nach Hause, dass Ballbesitz allein keine Punkte bringt.

"Wir waren heute das bessere Team - außer bei den Toren", meinte Nevsehir-Coach Kaan mit einem bitteren Lächeln. "Und leider zählt am Ende nur das."

Tokatspor feierte ausgelassen, Waldoch wurde zum "Man of the Match" gewählt, und in der Kabine sangen die Spieler angeblich ein improvisiertes Lied über "Waldoch, den Wunderstürmer". Friese kommentierte das trocken: "Wenn sie so weitersingen wie sie spielen, haben wir bald ein Problem mit der Akustik."

Ein Abend voller Kampf, Witz und jugendlichem Übermut - und einer, der Tokatspor in der Tabelle weiter nach oben schiebt. Vielleicht kein perfektes Spiel, aber eines, das die Fans so schnell nicht vergessen werden.

Denn manchmal reicht ein Arthur, um Geschichte zu schreiben.

18.06.643987 14:17
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In der Türkei hängt in jeder Kneipe ein Bild von Atatürk. Hier in Kaiserslautern hängt fast überall Fritz Walter.
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