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Wasserstandsmeldung aus Waterford: Blues und Reds teilen sich die Punkte

Premier Division | 8. Spieltag | 12.07.26 | Waterford Blues - Waterford Reds 1:1

Wenn in Waterford die "Blues" und die "Reds" aufeinandertreffen, dann riecht die Luft nach Regen, Rasen und Revanche. 20.000 Zuschauer drängten sich am Sonntagabend im City Ground, um das 1:1 zu erleben, das sich anfühlte wie ein Roman in zwei Kapiteln - erst Hoffnung, dann Ärger, schließlich Schulterzucken.

Das Drehbuch begann früh: Schon in der 9. Minute rauschte Linksverteidiger James Simpson nach vorn, als hätte er vergessen, dass er eigentlich Abwehrspieler ist. Nach einem feinen Doppelpass mit Robert Winfield zog er aus halblinker Position ab - und der Ball zappelte im Netz. 1:0 für die Waterford Blues, die Fans sprangen wie auf Kommando auf. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Simpson später mit einem Grinsen zu, "aber wenn der Ball reinfliegt, beschwert sich keiner."

Die Reds waren zu diesem Zeitpunkt noch im Schlafmodus, hatten aber mit Ballbesitz und Geduld bald die Kontrolle. 50,9 Prozent Ballbesitz für die Blues standen am Ende 49,1 für die Reds gegenüber - also praktisch Gleichstand, nur dass die Gäste mit 19 Torschüssen gegenüber 7 der Heimelf deutlich aktiver waren. "Wir haben geschossen, als ginge es um einen Preis für die meisten Versuche", knurrte Reds-Coach Costa Brava nach der Partie. "Leider gab es keinen."

Ein Preis wäre auch für den jungen Kian Stapleton verdient gewesen, der zwischen Minute 15 und 74 gefühlt auf Dauerfeuer stand. Fünfmal prüfte er Torhüter Roberto Naot, der mit jeder Parade ein bisschen älter und ein bisschen legendärer wirkte. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", meinte Naot trocken. "Ich dachte, die schießen auch in der Halbzeitpause weiter."

Nach der Pause kamen die Reds mit verändertem Gesicht - oder besser gesagt, mit Vaclav Krejci, der nach seiner Einwechslung in der 46. Minute sofort Alarm machte. In der 70. Minute war es dann soweit: Charles Seton spielte einen dieser Pässe, die nur auf den ersten Blick zu stark sind - Krejci sprintete, setzte den Körper geschickt ein und schob den Ball ins lange Eck. 1:1. Ausgleich. Und plötzlich war’s im Stadion still genug, um den Jubel der Gäste bis an die Promenade zu hören.

"Wir wussten, dass sie irgendwann wackeln würden", erklärte Krejci später mit einem charmanten Schulterzucken. "Ich wollte nur derjenige sein, der das nutzt."

Die Blues hingegen schienen nach dem Gegentreffer den Stecker gezogen zu haben. Zwar mühten sich Friedrich Bayer und Alexandru Filipescu mit zwei ordentlichen Abschlüssen (50. und 58.), aber der letzte Biss fehlte. Vielleicht lag’s am aufkommenden Wind, vielleicht am Gefühl, dass ein Punkt gegen die angriffigen Reds schon okay sei.

In der 83. Minute sah Innenverteidiger Vincent Carter Gelb - eine Szene, die mehr Frust als Härte zeigte. "Er hat den Ball gesucht und den Gegner gefunden", witzelte ein Fan auf der Tribüne. Trainer der Blues (der Name blieb nach außen diskret) hielt sich bedeckt: "Ein Derby ohne Karte ist wie ein Tee ohne Zucker - schmeckt nicht richtig."

Taktisch blieb’s interessant: Während die Blues über 90 Minuten offensiv eingestellt blieben, schalteten die Reds von ausgewogen auf Vollgas, sobald der Rückstand stand. Pressing, Zweikämpfe, lautes Coaching - es war, als hätte Costa Brava in der Halbzeit den Espresso durch Nitro ersetzt.

Zum Schluss drängten die Reds noch auf den Sieg, doch Naot hielt erneut stark gegen Seton (81.). Dann war Schluss, und beide Teams wirkten, als hätten sie gerade einen Marathon hinter sich - mit unklarem Sieger.

"Ein gerechtes Ergebnis", meinte Blues-Stürmer Winfield, "aber gerechte Ergebnisse sind für Statistiker, nicht für uns."

So bleibt Waterford geteilt: Blau auf der einen, Rot auf der anderen Seite - und irgendwo dazwischen ein 1:1, das keiner so richtig feiern, aber auch keiner so richtig beklagen konnte.

Und während die Fans nach Abpfiff die Pubs füllten, hörte man überall dieselbe Frage: "Wann spielen sie wieder gegeneinander?" - Die Antwort: Bald genug, um den Blutdruck der Stadt erneut in die Höhe zu treiben.

12.07.2026 21:07
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