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Oberliga D | 8. Spieltag | 12.07.26 | TSV Höpfingen - Weddinghofen 1:2 Schon die ersten Minuten gaben den Ton an: Weddinghofen presste wie die Feuerwehr, Höpfingen wirkte, als hätte man die Abwehrreihe erst in der Kabine zusammengelost. Und dann kam die doppelte kalte Dusche. In der 14. Minute zirkelte der 20-jährige Hartmut Schenk den Ball nach feinem Zuspiel von Linksverteidiger Patrik Albrecht ins lange Eck - so trocken, dass selbst der Rasen kurz verstummte. Eine Minute später legte Olivier Albers nach, diesmal nach Vorarbeit von Jannik Jürgens. Zwei Tore in 60 Sekunden, und Höpfingens Torwart Friedrich Seiler konnte nur hilflos abwinken. "Ich hab’ den Ball nicht mal kommen gesehen. Da war mehr Verkehr im Strafraum als auf der A5", stöhnte der Schlussmann hinterher. Doch Höpfingen wäre nicht Höpfingen, wenn sie sich ohne Drama geschlagen gäben. Nur vier Minuten nach dem Doppelschock haute Tom Hein, der ewige Dauerläufer auf der rechten Seite, das Leder nach Vorarbeit von Ivan Coupek in die Maschen - 1:2, und plötzlich roch es wieder nach Hoffnung. Trainer Müller (der sich selbst lieber "Jürgen der Taktiker" nennt) schrie von der Seitenlinie: "Mehr Mut, Männer!", während der Linienrichter nur noch müde die Fahne hob - vermutlich aus Mitleid. Die erste Halbzeit war ein wilder Schlagabtausch: 16 Torschüsse Weddinghofen, 9 von Höpfingen. In Zahlen eine klare Sache, in Emotionen pure Raserei. Filippo Viola prüfte den Höpfinger Keeper gleich mehrfach, und der junge Hartmut Schenk tanzte die Defensive so schwindlig, dass selbst die Ordner kurz dachten, sie müssten eingreifen. Zur Pause wirkte Weddinghofens Coach Luca Pappagalo erstaunlich gelassen. "Wir spielen offensiv, aber mit Verstand", sagte er und grinste, "na ja, meistens jedenfalls." Sein Gegenüber hingegen zerknüllte im Kabinengang einen Kaffeebecher und fluchte über "den fehlenden Zugriff im Zentrum". Nach dem Seitenwechsel flachte das Spiel etwas ab - was weniger an Taktikänderungen als an der schwindenden Kondition lag. Weddinghofen blieb gefährlich, aber weniger gnadenlos. In der 62. Minute musste Jannik Jürgens verletzt raus, was die Gäste zu einer spontanen Rochade zwang. Der junge Filip Dalgaard kam und wirkte, als hätte man ihn gerade aus der F-Jugend hochgezogen - nervös, aber engagiert. Höpfingen kämpfte, rannte und verzweifelte. Kai Siebert hatte in der 57. und 72. Minute zwei Riesenchancen, scheiterte aber jeweils an Weddinghofens aufmerksamen Keeper Jürgen Heller. "Wenn der Ball ein Stück breiter gewesen wäre, hätte er gepasst", witzelte Siebert nach dem Abpfiff mit Galgenhumor. Der Schiedsrichter verteilte drei Gelbe Karten - zwei an Höpfingen, eine früh an Weddinghofens Rechtsverteidiger Joshua Zimmer, der danach brav wie ein Schuljunge spielte. "Ich hab versprochen, keine dummen Fouls mehr zu machen", sagte er lachend, "mein Trainer hat sonst wieder Puls 180." Die Schlussphase war purer Nervenkitzel: Jürgen Müller drosch in der 93. Minute noch einmal aufs Tor, aber der Ball rauschte knapp über die Latte. Sekunden später sah David Schuster Gelb, weil er mehr mit den Händen als mit den Füßen verteidigte. Dann war Schluss, und Weddinghofen jubelte ausgelassen. "Ein dreckiger Sieg, aber ein verdienter", meinte Pappagalo und verschwand mit einem Espresso-Becher in der Hand in den Katakomben. Höpfingens Trainer Müller dagegen stand noch minutenlang am Mittelkreis, unbeweglich wie ein Denkmal. "Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Herz, aber weniger Tore. Das ist wie im Leben", murmelte er. Die Statistik belegt seine bittere Wahrheit: 52 Prozent Ballbesitz für Höpfingen, aber Weddinghofen war effizienter, zielstrebiger, kaltschnäuziger. Zwei Tore aus den ersten vier guten Chancen - das ist Oberliga-Pragmatismus in Reinform. Am Ende gingen die Zuschauer mit gemischten Gefühlen nach Hause. Einige applaudierten der kämpfenden Heimelf, andere schüttelten ratlos den Kopf. Ein Fan rief auf dem Parkplatz: "Wenn wir so weiterspielen, steigen wir wenigstens unterhaltsam ab!" - und ein anderer antwortete trocken: "Hauptsache, wir treffen mal öfter als der Gegner." Ein Abend voller Lärm, Leidenschaft und Lehrgeld - und ein Sieg für die Cleverness. Weddinghofen nimmt drei Punkte mit, Höpfingen die Erkenntnis, dass Fußball manchmal kein Spiel, sondern eine Charakterprüfung ist. Und wer genau hinhörte, konnte den Ball im Wind noch flüstern hören: "Zwei Minuten, zwei Tore - das reicht doch, oder?" 13.07.2026 10:43 |
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