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3. Bundesliga (1. Div) | 1. Spieltag | 11.08.26 | Weiler im Allgäu - Braunschweig 2:1 Um 20.30 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie an, und Weiler legte los, als hätte Trainer Mino Raiola persönlich den Turbo-Knopf gesucht. Asen Todorow gab in der 2. Minute den ersten Warnschuss ab. Braunschweig antwortete mit Chancen von Maurice Hartung, Brandon Kober und Berndt Urban. Besonders Urban zwang die Weiler Defensive früh zu jener konzentrierten Betriebsamkeit, die Trainer normalerweise "kompakt stehen" nennen und Zuschauer "bitte nicht schon wieder" murmeln. Weiler hatte etwas mehr vom Spiel, 52,98 Prozent Ballbesitz sprechen eine klare, wenn auch keineswegs erdrückende Sprache. Die Gastgeber agierten offensiv, blieben im Passspiel ausgewogen und suchten vor dem Tor eher die sichere Gelegenheit als den spektakulären Schuss aus der Nachbargemeinde. Braunschweig hielt dagegen, presste allerdings kaum. Das erwies sich über weite Strecken als Einladung, die Weiler dankend annahm. In der 27. Minute fiel das 1:0. Heinrich Foerster bediente Jannick Fritsch, der als Mittelstürmer dort auftauchte, wo Mittelstürmer nun einmal auftauchen sollten: im Strafraum. Fritsch blieb ruhig und vollendete. "Ich habe Heinrich nur zugerufen: Wenn du schon den Ball hast, kannst du ihn auch gleich vernünftig spielen", sagte Fritsch später mit einem Grinsen. Foerster soll daraufhin erwidert haben: "Das war der Plan. Oder zumindest sah es so aus." Braunschweig kam mit Schwung aus der Kabine - und Weiler mit der besseren Antwort. In der 48. Minute erhöhte Carsten Vetter auf 2:0. Der gerade einmal 18 Jahre alte linke Angreifer nahm die Vorlage von Asen Todorow auf und traf. Vetter hatte zuvor bereits auf das Tor geschossen und sollte auch danach nicht aufhören, die Braunschweiger Abwehr auf ihre Geduld zu testen. Insgesamt brachte es Weiler auf zehn Torschüsse, Vetter allein war mehrfach beteiligt. "Ich wollte eigentlich nur einmal treffen", sagte der Youngster später. "Dann war ich offenbar zu gut gelaunt." Braunschweig ließ sich nicht abschütteln. In der 62. Minute verkürzte Adam O’Brien auf 1:2, vorbereitet von Adriano Figo. Der rechte Verteidiger, der bereits früh die Gelbe Karte gesehen hatte, schob sich mutig nach vorn und belohnte den Aufwand. Für einige Minuten bekam die Partie nun jene Nervosität, die im Fußball gern als Spannung verkauft wird. In der 75. Minute war O’Briens Abend allerdings beendet: Nach einer weiteren Verwarnung sah er Gelb-Rot. Braunschweig musste in Unterzahl weiterspielen, blieb aber gefährlich. Phillip Roth und Hartung prüften die Weiler Defensive noch einmal. Gleichzeitig musste Johann Schramm in der 81. Minute verletzt behandelt werden. Acht Minuten vor Schluss erwischte es auch Vetter, der nach seinem engagierten Auftritt angeschlagen vom Feld musste. Der Sieg hatte inzwischen deutlich mehr gekostet als nur Nerven. Weiler brachte die Führung über die Zeit. Trainer Raiola lobte anschließend die Haltung seiner Mannschaft: "Wir wollten offensiv spielen, aber nicht kopflos. Das ist ein schmaler Grat - ungefähr so schmal wie die Geduld eines Trainers in der Nachspielzeit." Braunschweigs Coach Heiko Duwe befand: "Wir waren nicht chancenlos. Leider ist das im Fußball die höfliche Umschreibung für: Wir haben verloren." Am Ende stand ein verdientes 2:1 (1:0). Weiler war etwas häufiger am Ball, schoss öfter und nutzte seine Chancen konsequenter. Braunschweig hatte den Ausgleich auf dem Fuß, aber Weiler hatte an diesem Abend die besseren Argumente - und Fritsch, Vetter sowie eine Abwehr, die sich irgendwann weigerte, noch weitere Fragen zu beantworten. 11.08.2026 21:09 |
Sprücheklopfer
Schwach wie eine Flasche leer!
Giovanni Trappatoni