Anpfiff
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Weiler im Allgäu fegt Chemnitz vom Platz - jung, wild und torhungrig

Ein kalter Januarabend im Allgäu, Flutlicht an, 12.500 Zuschauer dick eingepackt - und am Ende ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst: Weiler im Allgäu schickt den Chemnitzer CBC mit 5:1 nach Hause und tanzt anschließend fast den Schuhplattler auf dem Rasen. Trainer Mino Raiola grinste nach dem Abpfiff breit: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben - aber dass sie gleich so viel Spaß haben, überrascht mich dann doch."

Von Beginn an war klar, dass Weiler keine Lust auf Kälte hatte - sie wollten sich warmspielen. Schon in der 12. Minute prüfte Michael Siebert den gegnerischen Torwart mit einem satten Schuss, und in den folgenden zehn Minuten durfte der Chemnitzer Keeper Bernt Stefan gleich mehrfach seine Handschuhe testen. Da passte es ins Bild, dass Siebert in der 25. Minute Gelb sah - offenbar war ihm selbst das Warten auf das erste Tor zu langweilig.

Das fiel dann in der 29. Minute: Siebert, diesmal mit dem richtigen Zielwasser, traf nach feinem Zuspiel von Jannick Fritsch zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten. Irgendwann muss ja einer rein", lachte der 23-Jährige später. Die Chemnitzer wirkten irritiert, fanden aber bis zur Pause nicht wirklich ins Spiel. Ihr gefährlichster Mann war noch Rechtsverteidiger Kamil Zuraw, der in der 26. Minute aus der zweiten Reihe abzog - aber Weilers junger Keeper Robert Schöne (17!) blieb souverän.

Kurz vor der Halbzeit musste Weiler allerdings einen Dämpfer hinnehmen: Samuel Erskine verletzte sich in der 36. Minute am Knöchel. Sein Ersatz, der 20-jährige David Cabrera, sollte sich später als Glücksgriff erweisen.

Nach dem Seitenwechsel folgte dann ein zehnminütiges Feuerwerk, das selbst die Allgäuer Kühe im Umkreis von drei Kilometern aus dem Schlaf gerissen haben dürfte. Erst erhöhte Jannick Fritsch in der 54. Minute auf 2:0 - nach Vorarbeit von Robin Born. Fritsch, gerade mal 20 Jahre alt, war ohnehin überall zu finden, lief, kämpfte und grinste ununterbrochen. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich’s kann", sagte er nach dem Spiel.

Fünf Minuten später durfte dann Born selbst ran: In der 59. Minute schlenzte er den Ball nach Pass von Cabrera sehenswert ins lange Eck - 3:0. Und kaum hatte der Stadionsprecher den Treffer verkündet, zappelte der Ball schon wieder im Netz: Der 17-jährige Innenverteidiger Asen Todorow köpfte nach einer Ecke von Ronald Bertram das 4:0 (60.). "Ich wusste gar nicht, dass ich so hoch springen kann", staunte Todorow anschließend, während Trainer Raiola ihm liebevoll auf den Helm klopfte.

Chemnitz? Stand zu diesem Zeitpunkt kollektiv unter Schock. Coach Uwe Nestler gestikulierte wild an der Seitenlinie, doch seine Mannschaft wirkte, als hätte sie sich in der Bergluft verlaufen. "Wir hatten eigentlich einen Plan", murmelte Nestler später, "aber nach dem 3:0 war der wohl irgendwo im Schnee verschwunden."

Weiler ließ es nun ruhiger angehen - naja, fast. In der 80. Minute machte Fritsch mit seinem zweiten Treffer alles klar, nach schöner Vorlage des quirligen Felipe Gama. 5:0, die Tribünen bebten. In der 86. Minute donnerte Verteidiger Michel Hierro noch einen Schuss auf den Chemnitzer Kasten, bevor Gottfried Winchel in der 87. Minute wenigstens den Ehrentreffer erzielte - 5:1 nach Pass von Zuraw.

Statistisch war die Sache eindeutig: 24 Torschüsse für Weiler, nur 6 für Chemnitz. 52 Prozent Ballbesitz für die Hausherren - also fast ausgeglichen, aber was soll’s, wenn man fünf Tore macht? Dazu eine Zweikampfquote von über 56 Prozent, und das gegen eine Mannschaft, die sich selbst "kampfstark" nennt.

Ein wenig Farbe kam noch durch die Karten ins Spiel: Neben Siebert (Gelb in Minute 25) und Chemnitz’ Henri Roades (Gelb in Minute 76) durfte auch Weilers Nick Scherer in der Nachspielzeit einmal den Arm des Schiedsrichters bewundern - Gelb in Minute 91.

Nach dem Schlusspfiff klatschte das Publikum minutenlang. "So was sieht man hier nicht alle Tage", meinte ein älterer Fan mit Wollmütze, "früher ham’s hier Kühe getrieben, heute Chemnitzer."

Trainer Raiola fasste es trocken zusammen: "Wir haben jung gespielt, mutig gespielt - und vielleicht ein bisschen frech. Genau so soll’s sein." Sein Gegenüber Nestler nickte nur und murmelte: "Manchmal ist Fußball einfach gnadenlos ehrlich."

Und so blieb den Gästen nur der lange Heimweg ins frostige Chemnitz. Weiler dagegen durfte feiern - mit roten Wangen, heißem Tee und der beruhigenden Gewissheit: Wer so spielt, braucht keine Heizung mehr.

16.11.643987 00:20
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Das Lokvenc-Foul an Lizarazu war das Übelste. Das war dunkelrot. Hätte Lizarazu nicht so einen Prachtkörper, wäre er mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht worden.
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