// Startseite
| Anpfiff |
| +++ Sportzeitung für Deutschland +++ |
|
|
|
3. Bundesliga (1. Div) | 23. Spieltag | 03.09.26 | Weiler im Allgäu - SpVgg Ansbach 3:1 Die ersten Minuten gehörten den Gastgebern - und zwar so deutlich, dass Ansbachs Torwart Friedrich Beer vermutlich schon nach dem zweiten Torschuss innerlich eine Beschwerde beim Spielplan eingereicht hätte. Damian Vasco, Jannick Fritsch und Ophir Kashtan prüften früh die Gästeabwehr. Weiler spielte offensiv, suchte den Weg nach vorn und ließ den Ball mit 54,3 Prozent Ballbesitz häufiger in den eigenen Reihen zirkulieren. In der 19. Minute zahlte sich der Druck aus. Kashtan brachte Weiler im Allgäu in Führung, vorbereitet von Damian Vasco. Der 19-jährige Angreifer war ohnehin auffällig und sollte noch einmal in Erscheinung treten. Ansbach allerdings ließ sich nicht lange beeindrucken. Friedrich Heise glich in der 39. Minute aus, Werner Miller lieferte die Vorarbeit. Plötzlich stand es 1:1, und auf den Rängen machte sich jene eigentümliche Stille breit, in der Fußballfans gleichzeitig hoffen und so tun, als hätten sie nie gezweifelt. Doch Weiler antwortete noch vor der Pause. Samuel Erskine traf in der 44. Minute zum 2:1, Nick Scherer war der Vorbereiter. Damit ging es mit einer knappen, aber verdienten Führung in die Kabinen. Die Zahlen bestätigten den Eindruck: 13 Torschüsse für Weiler im Allgäu standen zu diesem Zeitpunkt nur drei Versuchen der SpVgg gegenüber. Ansbach hatte sich also nicht versteckt, aber auch nicht gerade mit einer offensiven Bewerbung für die Hauptrolle abgegeben. Nach dem Seitenwechsel blieb Weiler im Allgäu die aktivere Mannschaft. Beide Trainer wechselten in der 60. Minute gleich mehrfach. Raiola brachte unter anderem Asen Todorow, Ben Meister und Juergen Berg, während Rainer Heckel mit Oscar Perez, Sigfrid Kolvidsson und Pattrick Wiese neue Impulse suchte. Das Spiel wurde dadurch nicht schöner, aber immerhin abwechslungsreicher - eine Qualität, die im Fußball manchmal schon als taktischer Durchbruch gilt. Ansbach blieb bemüht, kam jedoch insgesamt nur auf fünf Torschüsse. Niclas Ziegler versuchte es in der 62. und 92. Minute, ohne den Rückstand noch ernsthaft zu gefährden. Weiler dagegen blieb geduldig und lauerte auf die Entscheidung. In der 84. Minute war es erneut Kashtan, der den Abend endgültig in die gewünschte Richtung bog. Dieter Völker bereitete das 3:1 vor. Für Kashtan war es der zweite Treffer des Spiels, für Ansbach der Moment, in dem aus Hoffnung langsam höfliche Resignation wurde. "Wir haben nach dem Ausgleich nicht den Kopf verloren", sagte Raiola in einer sinngemäß wiedergegebenen Trainerstimme. "Das ist wichtig. Und dass Ophir zweimal trifft, hilft natürlich auch. Der Junge hatte heute offenbar einen guten Termin mit dem Tor." Heckel hätte sich den Abend verständlicherweise anders vorgestellt. "Wir waren nicht chancenlos, aber Weiler war konsequenter", lautete sein nüchternes Fazit. Eine Erkenntnis, die zwar stimmt, Ansbach aber kaum wärmen dürfte. Weiler gewann zudem 55,1 Prozent der gemessenen Zweikämpfe und bewies damit, dass an diesem Abend nicht nur der Ball, sondern auch die entscheidenden Duelle häufiger beim Heimteam landeten. Nach 90 Minuten stand ein 3:1 auf der Anzeigetafel. Und Kashtan durfte sich fragen, ob er den Spielball eigentlich selbst mit nach Hause nehmen darf. Der Abend hätte jedenfalls kaum besser laufen können. 03.09.2026 21:06 |
Sprücheklopfer
Der Mann hat Stallgeruch.
Rainer Calmund über Dragoslav Stepanovic