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3. Bundesliga (1. Div) | 26. Spieltag | 06.09.26 | Weiler im Allgäu - Türkiyemspor 1978 2:0 Die Hausherren benötigten kaum Anlaufzeit. Bereits nach wenigen Sekunden prüfte Michel Hierro den gegnerischen Torwart, wenig später legte Jannick Fritsch nach. Weiler spielte offensiv, suchte den Abschluss und behandelte den Ballbesitz nicht etwa wie ein seltenes Sammlerstück. Türkiyemspor hatte sich zwar ebenfalls eine offensive Ausrichtung vorgenommen, doch zwischen Plan und Umsetzung lag an diesem Abend ungefähr so viel Raum wie zwischen einem guten Vorsatz und dem dritten Stück Kuchen. In der 15. Minute fiel schließlich die Führung. Fritsch, der zuvor mehrfach Gefahr heraufbeschworen hatte, traf zum 1:0. Damian Vasco hatte die Vorarbeit geleistet. Die Weiler Anhänger feierten, als sei die Rechnung für die lange Anreise soeben vollständig zurückerstattet worden. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir nicht nur wegen der schönen Landschaft hier Fußball spielen", sagte Fritsch später mit einem Grinsen. Türkiyemspor fand nur schwer in die Partie. Der einzige nennenswerte Abschluss der Gäste vor der Pause kam in der 37. Minute von Innenverteidiger Cesc Yaguez. Ein bemerkenswerter Versuch - und zugleich ein kleiner Hinweis darauf, dass die Offensive der Gäste an diesem Abend eher im Energiesparmodus arbeitete. Jose Godinez sah bereits in der neunten Minute die Gelbe Karte, Weilers Michel Hierro folgte in der 39. Minute. Nach dem Seitenwechsel blieb Weiler die aktivere Mannschaft. Die Gastgeber kamen immer wieder zu Abschlüssen, unter anderem durch Dimas Allegri, Benyamin Schaller und Nick Scherer. Insgesamt standen am Ende 13 Torschüsse für Weiler zu Buche, Türkiyemspor brachte es auf lediglich drei. Auch beim Ballbesitz lag Weiler mit 53,4 Prozent knapp vorn. Es war keine erdrückende Dominanz, aber eine ziemlich klare Ansage: Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel und vor allem mehr Ideen, was man mit dem Ball anfangen könnte. In der 60. Minute brachte Raiola Tomasz Stoll für Fritsch, außerdem kamen Bernd Maass und Ben Meister. Türkiyemspor musste kurz darauf Fernando Tonel verletzungsbedingt auswechseln. Der Spielfluss wurde dadurch mehrfach unterbrochen, der Weiler Rhythmus jedoch kaum gestört. "Wir mussten geduldig bleiben", soll Trainer Raiola gesagt haben. "Geduld ist im Fußball wichtig. Und manchmal auch, weil der Gegner einfach nicht mitspielen will." In der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Hierro sah in der 84. Minute Rot, Türkiyemspors Ejder Recber musste drei Minuten später nach Gelb-Rot ebenfalls vom Platz. Zehn gegen zehn also - Fußball, wie ihn die Dramaturgie liebt und die Trainer eher mit zusammengekniffenen Augen betrachten. Den Schlusspunkt setzte schließlich Vasco. In der 95. Minute traf der Angreifer zum 2:0, Scherer hatte aufgelegt. Damit belohnte Vasco seine starke Partie und machte endgültig klar, dass Weiler an diesem Abend nicht vorhatte, den Sieg noch aus der Hand zu geben. "Das zweite Tor war wichtig, damit niemand mehr auf dumme Gedanken kommt", sagte Vasco angeblich lachend. Ein Satz, der den Abend treffend zusammenfasst. Weiler war überlegen, effizient genug und am Ende verdienter Sieger. Türkiyemspor bleibt dagegen die Erkenntnis, dass offensive Taktik allein noch keinen gefährlichen Angriff ergibt. 06.09.2026 21:09 |
Sprücheklopfer
Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.
Jürgen Klinsmann