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3. Bundesliga (1. Div) | 2. Spieltag | 12.08.26 | TV Badenstedt - Weiler im Allgäu 0:4 Dabei begann die Partie am Mittwoch um 20.30 Uhr durchaus verheißungsvoll. Tobias Breuer prüfte bereits in der dritten Minute die Defensive der Gäste, später versuchten es Lennard Wolf, Dorin Deleanu und erneut Breuer. Fünf Torschüsse brachte Badenstedt insgesamt zustande. Das klingt zunächst nach Aktivität, ist aber im Fußball ungefähr so beruhigend wie ein Regenschirm in einem Hurrikan, wenn der Gegner 17-mal auf das Tor schießt. Weiler im Allgäu nahm die Einladung dankend an. Trainer Mino Raiola hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, ohne in blinden Aktionismus zu verfallen. Ausgewogenes Spiel, präzise Chancenwahl, kontrolliertes Pressing - zumindest solange es nicht nötig war: So lautete die Idee. Sie funktionierte. In der 21. Minute schlug Dimas Allegri zu. Nick Scherer, der im Mittelfeld die Fäden zog und später auch den zweiten Treffer vorbereitete, leitete den Angriff ein. Allegri vollendete zur Führung. Auf der Tribüne dürfte zu diesem Zeitpunkt noch mancher Badenstedter gedacht haben: Kein Problem, ein Tor kann passieren. Acht Minuten später war diese Theorie bereits schwer beschädigt. Damian Vasco erhöhte in der 29. Minute auf 2:0, erneut nach Vorarbeit von Scherer. Badenstedt fand kaum Zugriff, während Weiler mit bemerkenswerter Konsequenz den direkten Weg zum Tor suchte. Die Gäste kamen über die Außen, kombinierten durch die Mitte und schossen nicht aus Verzweiflung, sondern offenbar nach Plan. Ein für die Hausherren unangenehmer Unterschied. Kurz vor der Pause wurde es endgültig bitter. Ophir Kashtan, gerade einmal 19 Jahre alt, traf in der 42. Minute zum 3:0. Heinrich Foerster hatte den Treffer vorbereitet. Als der Schiedsrichter zur Halbzeit pfiff, war die Begegnung praktisch entschieden. "Wir wollten mutig nach vorne spielen", hätte Coach Wingman in einer nachgestellten Pressekonferenz sagen können. "Leider hat Weiler das mit dem Nach-vorne-Spielen etwas ernster genommen." Badenstedt reagierte zur Pause mit einem Wechsel: Juergen Heinz kam für Johann Max. Doch kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, klingelte es erneut. Kashtan erzielte in der 50. Minute seinen zweiten Treffer des Abends, diesmal nach Zuspiel von Allegri. 4:0 - und die Frage, ob die Partie noch kippen könnte, war damit endgültig beantwortet. Sie kippte höchstens noch in Richtung gemütlicher Auswärtsabend. Weiler blieb gefährlich. Jannick Fritsch, Asen Todorow, Ben Meister und Samuel Erskine suchten weitere Abschlüsse, während Badenstedt zwar nicht aufgab, aber nur noch selten gefährlich wurde. Deleanu kam in der 67. Minute noch zu einem Versuch, doch der Ehrentreffer blieb aus. Beim Ballbesitz war die Angelegenheit erstaunlich ausgeglichen: Badenstedt kam auf 49,67 Prozent, Weiler auf 50,33 Prozent. Auch darin lag die Pointe des Abends. Die Gäste brauchten keine erdrückende Dominanz, sondern nur die deutlich besseren Ideen. Bei den Zweikämpfen lag Weiler mit 54,92 Prozent ebenfalls vorn. "Wir haben unsere Chancen genutzt und Badenstedt kaum Luft gelassen", lautete das sinngemäß zugeschriebene Fazit von Mino Raiola. Eine Analyse, die so nüchtern war wie das Ergebnis. Badenstedt hatte fünf Torschüsse, Weiler 17 - manchmal ist die Statistik eben kein Spielverderber, sondern derjenige, der schon vor dem Schlusspfiff die Wahrheit sagt. Für den TV Badenstedt bleibt die Erkenntnis: Offensiv eingestellt zu sein ist schön. Man sollte nur gelegentlich auch den Gegner davon abhalten, zu treffen. 12.08.2026 21:15 |
Sprücheklopfer
Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer