Anpfiff
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Weiler im Allgäu zerlegt Frohnlach - Vier Tore, viele Fragezeichen

Ein lauer Sonntagabend in Frohnlach, Flutlicht, 5000 Zuschauer, Bratwurstduft - und ein Heimteam, das bald wohl lieber im Dunkeln geblieben wäre. Der VfL Frohnlach unterlag am 29. Spieltag der 3. Liga Deutschland (2. Div) dem furios aufspielenden Team aus Weiler im Allgäu mit 0:4 (0:2). Wer nur das nackte Ergebnis liest, ahnt kaum, dass die Gastgeber sogar mehr Ballbesitz hatten - 54 Prozent! -, aber trotzdem aussahen, als hätten sie den Ball lieber gar nicht erst berührt.

Schon nach wenigen Minuten war klar, wohin die Reise geht: Weiler legte los, als gäbe es für jedes Tor einen Freibier-Gutschein. 24 Torschüsse zählten die Statistiker am Ende, die Frohnlacher dagegen brachten es auf sage und schreibe einen einzigen Versuch aufs Tor - und der kam in der 45. Minute, als Marko Anders kurz vor der Pause verzweifelt abzog. Der Ball flog, wie ein sarkastischer Fan rief, "Richtung Coburg".

In der 23. Minute eröffnete der 21-jährige Jannick Fritsch den Torreigen. Nach einem cleveren Pass von Robin Born schob er den Ball lässig ins Netz - 0:1. Fritsch grinste später: "Ich wollte eigentlich flanken, aber der Ball war wohl schlauer als ich." Born, der Dreh- und Angelpunkt des Spiels, bereitete auch das 0:2 vor: In der 42. Minute schickte er den flinken Jürgen Linke auf die Reise, der den Ball mit jugendlicher Frechheit in den Winkel drosch.

"Da haben wir kurz geschlafen", murmelte Frohnlachs Torwart Luka Behrendt nach dem Spiel. Kurz? Der Mann hat Humor. Denn auch nach der Pause änderte sich nichts: Weiler im Allgäu kombinierte, Frohnlach kommentierte. Vier Minuten nach Wiederanpfiff traf erneut Jürgen Linke - wieder nach Vorlage Borns, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, seine eigene Assistentenstatistik neu zu definieren.

Trainer Mino Raiola, bekannt für seine extravaganten Aussagen, blieb erstaunlich nüchtern: "Ich habe meinen Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Ich wusste nicht, dass sie so viel Spaß haben würden."

Nach einer Dreifach-Auswechslung in der 60. Minute brachte Raiola frische Beine. Besonders Linus Berger, der zuvor für den jungen Felipe Gama gekommen war, nutzte seine Einsatzzeit eindrucksvoll. In der 66. Minute setzte er den Schlusspunkt, nach Flanke von Nelio Meira - 0:4, und das Publikum begann, Mitleid mit Frohnlach zu entwickeln.

Dabei wollte der VfL gar nicht so schlecht aussehen. Trainerstimmen aus der Kabine klangen nach galantem Selbstschutz: "Wir hatten den Ball, aber nicht die Ideen", meinte ein erschöpfter Mittelfeldspieler. "Wir haben das Spiel kontrolliert - nur leider ohne Kontrolle."

Statistisch gesehen war Frohnlach sogar leicht überlegen im Ballbesitz. Doch was nützt das, wenn man mit dem Ball nichts anzufangen weiß? Weiler zeigte, dass Effizienz keine Frage der Zahlen ist, sondern der Haltung. Die Gäste wirkten wie eine gut geölte Maschine, deren Zahnräder in Form von Born, Linke und Fritsch perfekt ineinandergriffen.

In der 70. Minute wagte der Stadionsprecher noch einmal den Versuch, die Stimmung zu retten: "Kopf hoch, Jungs, das nächste Spiel wird besser!" Ein älterer Fan antwortete trocken: "Das hoffe ich für meinen Blutdruck."

Als der Schlusspfiff ertönte, war es beinahe eine Erlösung. Die Spieler des VfL schlichen vom Platz, während die Gäste ausgelassen jubelten. "Vier Tore, null Gegentreffer - so macht Auswärtsspiel Spaß", strahlte Doppeltorschütze Linke. Und Born ergänzte grinsend: "Ich hab heute mehr Assists gemacht als meine Playstation-Figur."

Man kann Frohnlach keinen Willen absprechen, aber vielleicht fehlte ein Plan B - oder überhaupt ein Plan. Pressing? Fehlanzeige. Offensivdrang? Zwischenzeitlich sichtbar, aber nie gefährlich. Und so steht am Ende ein Ergebnis, das klarer nicht sein könnte: 0:4, und die Erkenntnis, dass Ballbesitz allein noch keine Punkte bringt.

"Wir müssen aus so einem Spiel lernen", sagte ein resignierter Spieler hinterher. "Zum Beispiel, dass der Ball auch in die andere Richtung rollen kann."

Ein launiger Abend für Weiler im Allgäu, ein Albtraum für Frohnlach. Vielleicht hilft Humor als Trost: Wenn man schon verliert, dann wenigstens gegen ein Team, das Fußball spielt, als hätte es das Prinzip verstanden. Und vielleicht, ganz vielleicht, kommt der Ball beim nächsten Mal auch wieder zurück.

11.08.643993 00:15
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