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3. Bundesliga (1. Div) | 3. Spieltag | 26.10.26 | Weiler im Allgäu - Türkiyemspor 1978 6:2 Kaum war um 20.30 Uhr angestoßen, zappelte der Ball bereits im Netz. In der sechsten Minute traf Ben Meister zur Führung, nachdem Carsten Vetter vorbereitet hatte. Eine Minute später war Vetter selbst an der Reihe: 2:0, vorbereitet von Marcel Chevallier. Wer noch sein Getränk öffnete, musste sich anschließend vermutlich erklären lassen, warum er zwei Tore verpasst hatte. "Wir wollten über die Flügel kommen. Dass es dann so schnell und so oft funktioniert, war natürlich angenehm", sagte Weilers Trainer Mino Raiola später mit jener Gelassenheit, die man sich leisten kann, wenn die eigene Mannschaft nach sieben Minuten 2:0 führt. Türkiyemspor-Coach Ata Mramor sah das naturgemäß etwas anders. "Wir waren gedanklich noch in der Kabine. Leider hatte der Gegner dort offenbar schon einen Torwart gefunden", soll er nach dem Spiel gesagt haben. Weiler blieb offensiv, spielte zielstrebig über die Außen und suchte eher die sichere Chance als den spektakulären Kunstschuss. Das zahlte sich aus. In der 15. Minute erhöhte erneut Vetter, diesmal nach einem Zuspiel von Michel Hierro. Der junge Angreifer war an diesem Abend kaum einzufangen und bewegte sich durch die Gästeabwehr, als hätte er den Spielplan persönlich geschrieben. In der 30. Minute folgte sein dritter Treffer: Hierro legte wieder auf, Vetter vollendete - 4:0. Türkiyemspor hatte zwar mehr Ballbesitz, insgesamt 53,0 Prozent, doch der Ball schien sich in den Füßen der Gäste deutlich wohler zu fühlen als in deren Strafraum. Weiler benötigte keine Dauerbeschallung mit Ballbesitz, sondern vor allem klare Abschlüsse. Türkiyemspor meldete sich dennoch zurück. Özhan Kahraman verkürzte in der 31. Minute nach Vorarbeit von Mevlut Demirel. Kurz vor der Pause traf Kahraman erneut, diesmal nach Zuspiel von Pol Carcedo. Aus dem gemütlichen Spaziergang wurde plötzlich ein 4:2, und auf der Tribüne dürfte mancher Zuschauer kurz überprüft haben, ob die Anzeigetafel tatsächlich noch funktioniert. "Wir haben uns zurückgekämpft, aber danach leider wieder zu viele Räume angeboten", sagte Kahraman angeblich. Claude Belanger sah kurz nach Wiederbeginn die Gelbe Karte, später wurde auch Zihni Sükür verwarnt. Härte war im Spiel, doch die ganz große Eskalation blieb aus - vermutlich, weil Weiler lieber Tore schoss. Nach mehreren Wechseln in der 60. Minute übernahm der Gastgeber wieder deutlicher das Kommando. Jamie Wiltshire stellte in der 68. Minute nach Vorarbeit von Vetter auf 5:2. Sechs Minuten später machte Kevin Hübner, erst 18 Jahre alt, nach Zuspiel von Dimas Allegri das halbe Dutzend voll. Die Gäste hatten weiterhin mehr vom Ball, Weiler aber die besseren Argumente - und mit 18:9 auch doppelt so viele Torschüsse aufs Tor. "Nach dem 4:2 war klar: Wir dürfen nicht anfangen, Fußball zu verwalten", erklärte Raiola. "Das haben die Jungs verstanden." Wie gut, zeigte der Endstand. Weiler gewann zudem 53,0 Prozent seiner Zweikämpfe und ließ Türkiyemspor nach der Pause nicht mehr zurück ins Spiel. Am Ende stand ein 6:2, Vetter als dreifacher Torschütze und eine Heimkurve, die vermutlich noch lange mitgezählt hat. Ob jemand dabei den Überblick verlor? Möglich. Weiler im Allgäu jedenfalls nicht. 26.10.2026 21:18 |
Sprücheklopfer
Ich sehe einen positiven Trend: Tiefer kann es nicht mehr gehen.
Olaf Thon