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3. Bundesliga (1. Div) | 4. Spieltag | 14.08.26 | FC Wusterwitz - Weiler im Allgäu 1:4 Dabei sah zunächst vieles nach einem Duell auf Augenhöhe aus. Wusterwitz stand tief, lauerte auf Konter und schoss offenbar aus Prinzip aus jeder halbwegs denkbaren Lage. Weiler hingegen trat offensiv auf, blieb im Passspiel ausgewogen und suchte eher die sichere Gelegenheit. Eine Strategie, die in der ersten Halbzeit zunächst nur bedingt belohnt wurde - aber später umso gründlicher. Die Gäste begannen mit bemerkenswertem Appetit. Ophir Kashtan, Nick Scherer, Tomasz Stoll, Bernd Maass, Damian Vasco und Dimas Allegri prüften die Wusterwitzer Defensive bereits in der Anfangsviertelstunde. Der Ballbesitz lag zwar nur leicht bei Weiler - 53,03 Prozent gegenüber 46,97 Prozent -, doch bei den Torschüssen war die Rollenverteilung deutlich weniger diplomatisch: 19 Versuche der Gäste standen am Ende fünf der Hausherren gegenüber. In der 21. Minute fiel folgerichtig das 0:1. Tomasz Stoll, der zuvor bereits mehrfach angeklopft hatte, ließ sich diesmal nicht mehr abweisen. Michel Hierro hatte die Szene vorbereitet, Stoll vollendete. "Ich dachte kurz, der Ball wollte heute grundsätzlich nicht ins Tor", sagte Stoll später. "Dann habe ich ihm die Entscheidung abgenommen." Wusterwitz blieb bei seinem vorsichtigen Konterplan. Trainer Tom Fritz hatte seine Mannschaft defensiv ausgerichtet, auf aktives Pressing verzichtet und offenbar auf die Geduld als elften Mann gesetzt. Das funktionierte nicht immer, aber kurz vor der Pause plötzlich sehr gut: In der 44. Minute traf Luca Philipp zum 1:1, Hanns Konrad lieferte die Vorarbeit. Fünf Torschüsse waren bis dahin notiert - und einer davon saß. Effizienz kann manchmal geradezu unhöflich sein. "In der Kabine war es kurz still", schilderte Fritz die Pause. "Dann haben wir gesagt: Wir bleiben ruhig. Das war offenbar die falsche Nachricht, denn ruhig blieb danach nur noch der Spielstand - und auch das nicht lange." Tatsächlich dauerte es gerade einmal zwei Minuten nach Wiederanpfiff, ehe Weiler erneut zuschlug. Samuel Erskine traf in der 47. Minute zum 2:1, vorbereitet von Damian Vasco. Drei Minuten später war Vasco selbst an der Reihe und erhöhte auf 3:1. Wusterwitz hatte den Start in die zweite Hälfte vermutlich taktisch noch auf dem Flipchart gesucht, während Weiler bereits die nächste Seite umblätterte. In der 57. Minute machte Juergen Berg den Abend endgültig zu einem Ausflug in die Allgäuer Festtagsplanung. Der erst 17 Jahre alte zentrale Mittelfeldspieler vollendete nach Zuspiel von Dimas Allegri zum 4:1. "Ich habe einfach geschossen, bevor jemand Zeit hatte, mir abzuraten", sagte Berg mit jugendlicher Vernunft. Fritz reagierte mit mehreren Wechseln, unter anderem kam Karl Jansen zur Halbzeit für Walther Buchholz, später Friedrich Hermann für Nico Behrendt. Buchholz musste in der 72. Minute verletzt behandelt werden. Weiler nahm ebenfalls Veränderungen vor und brachte unter anderem Lennard Jansen, Yannik Arnold und Dieter Völker. Am Kräfteverhältnis änderte das wenig. Wusterwitz kämpfte, gewann 44,64 Prozent seiner Zweikämpfe und suchte bis zum Schluss den Weg nach vorn. Doch Weiler war mit 55,36 Prozent auch in dieser Statistik überlegen. Trainer Mino Raiola durfte zufrieden sein: "Wir wollten offensiv spielen und trotzdem nicht kopflos werden. Heute waren wir beides nicht - das ist im Fußball schon fast Luxus." Am Ende blieb Wusterwitz nur die Erkenntnis, dass ein 1:1 zur Pause noch lange kein Unentschieden ist. Weiler im Allgäu dagegen nahm drei Punkte, vier Tore und vermutlich reichlich gute Laune mit auf die Heimfahrt. Die Wusterwitzer Fans hatten immerhin etwas davon: Sie konnten früh gehen und mussten nicht über die Parkplatzsituation diskutieren. 14.08.2026 21:06 |
Sprücheklopfer
Bevor wir für einen Torwart 15 bis 20 Millionen Mark bezahlen, stelle ich mich selbst ins Tor.
Rainer Calmund