Cardiff Sports
+++ Sportzeitung für Wales +++

Wingmakers fliegen - Garcia und Bengtsson schießen Bridgend aus dem Stadion

Wenn ein Team 18 Torschüsse abfeuert und der Gegner gerade einmal einen zustande bringt, dann sagt das mehr als jede Taktiktafel. Die Broughton Wingmakers haben am 5. Spieltag der 1. Liga Wales vor 37.417 Zuschauern ein 2:0 gegen Bridgend Athletic eingefahren - ein Ergebnis, das sogar schmeichelhaft für die Gäste war.

Trainer Tupac Shakur (ja, der Name sorgt immer noch für Stirnrunzeln in der Pressekonferenz) grinste nach Spielschluss: "Wir wollten einfach Spaß am Ball haben. Und wenn man Spaß hat, kommen die Tore von allein." Spaß hatten seine Jungs vor allem in der ersten halben Stunde, als Olof Bengtsson und Vincent Garcia die Partie praktisch im Alleingang entschieden.

Bereits in der 3. Minute ließ Pau Ramiro mit einem satten Schuss aus 25 Metern aufhorchen - ein erstes Lebenszeichen, das Gästetorwart Finlay Almond zu einer Glanzparade zwang. Danach entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor: das von Almond. Garcia prüfte ihn in der 9. und 13. Minute, Bengtsson verzog in der 11., ehe in Minute 24 endlich der Bann brach. Ein feines Zuspiel von Haim Peretz, ein kurzer Haken von Bengtsson - und der Ball zappelte im Netz. "Ich hab’ gar nicht mehr überlegt, einfach durchgezogen", sagte der Schwede später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Selbstzufriedenheit pendelte.

Kaum war das Publikum mit dem Jubeln fertig, klingelte es erneut. Zwei Minuten nach dem 1:0 schickte Arkadiusz Baluszynski seinen Flügelpartner Garcia steil, der trocken ins rechte Eck vollendete - 2:0. Ein Doppelschlag, der Bridgend Athletic sichtbar den Wind aus den Segeln nahm. Trainer Jiri Hartl stand fassungslos an der Seitenlinie, gestikulierte wild und brüllte "Long balls, lads, long balls!", doch seine Elf brachte kaum einen Fuß in die gegnerische Hälfte.

Die Wingmakers kontrollierten Ball und Gegner (Ballbesitz 53,6 Prozent), spielten geduldig, fast schon verspielt. Nur eine Szene trübte das Bild: In der 30. Minute sah Rechtsverteidiger Mattias Kristinsson Gelb - ein harmloses taktisches Foul, das eher nach Pflichtkarte aussah. Nach der Pause durfte er dann trotzdem runter, ersetzt durch den 19-jährigen Sreto Krupnikovic. Der Youngster sollte sich allerdings als ungestüme Wahl erweisen: Nach einem rustikalen Einsteigen in der 63. Minute zeigte ihm der Schiedsrichter glatt Rot. "Er hat einfach zu viel Adrenalin gehabt", murmelte Shakur später. "Das war mehr Wrestling als Fußball."

Selbst in Unterzahl ließen die Wingmakers nichts anbrennen. Garcia, Bengtsson und der junge Callum Robinson prüften Almond weiter im Minutentakt, während auf der anderen Seite Bridgends einziger Torschuss - ein halbherziger Versuch von Riley Graysmark in der 70. Minute - von Keeper Harrison Anderson gemütlich aufgenommen wurde.

Bridgend, das laut Taktikplan offensiv und konterorientiert auftreten wollte, blieb wirkungslos. "Wir haben lange Bälle gespielt, aber die landeten meistens bei den Zuschauern", seufzte Hartl. "Vielleicht hätten wir Golfbälle nehmen sollen." Selbst der sonst so kämpferische Innenverteidiger Vitor Zorrilla sah noch Gelb, als er aus Frust Bengtsson umsäbelte - sinnbildlich für einen gebrauchten Abend.

In den letzten zehn Minuten gönnte Shakur seinen Routiniers eine Pause: Matthew Cromwell durfte runter, der 19-jährige Kai Poe bekam Applaus bei seinem Debüt. "Ich hab’ nur gehofft, keinen Fehlpass zu spielen", gestand Poe nach dem Spiel. Fehlpässe? Keine Spur - die letzten Minuten plätscherten dahin, während die Zuschauer bereits die Namen der Torschützen skandierten.

Statistisch war das ein Klassenunterschied: 18:1 Schüsse aufs Tor, 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe, zwei Tore, kein Gegentreffer. Die Wingmakers zeigten, dass sie in dieser Liga mehr als nur mithalten können. "Wir sind noch nicht auf Flughöhe", meinte Shakur augenzwinkernd. "Aber mit ein bisschen Rückenwind fliegen wir bald richtig."

Bridgend hingegen bleibt weiter ohne Auswärtssieg. "Wir hatten heute keinen guten Tag - und Broughton war einfach zu stark", gab Hartl unumwunden zu. "Aber wir nehmen wenigstens die Erfahrung mit. Und vielleicht auch ein paar Grasflecken."

Fazit: Ein souveräner, teils spektakulärer Auftritt der Wingmakers, die ihre Dominanz früh in Tore ummünzten und selbst in Unterzahl nie in Gefahr gerieten. Wenn sie diesen Rhythmus halten, wird es in Wales bald heißen: Wer gegen Broughton spielt, braucht nicht nur Mut, sondern auch einen sehr, sehr guten Torwart.

06.03.643987 09:56
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