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Wingmakers verschenken Sieg in turbulenter Schlussphase

38302 Zuschauer hatten sich am Freitagabend im Broughton-Stadion versammelt, und wer zu spät kam, hatte Glück - das Spektakel steigerte sich erst mit fortschreitender Spielzeit. Am Ende stand ein 2:2 zwischen den Broughton Wingmakers und Carmarthen United, ein Ergebnis, das beiden Teams schmeichelte und gleichzeitig niemanden so recht glücklich machte.

Dabei sah lange alles nach einem Heimsieg aus. Die Wingmakers, trainiert vom charismatischen Tupac Shakur - ja, er hört den Witz mit dem Namen angeblich immer noch geduldig an - starteten mit offenem Visier. Ganze 16 Torschüsse feuerten sie ab, während Carmarthen mit mageren vier Versuchen auskommen musste. Doch Fußball ist bekanntlich kein Schusswettbewerb, sondern ein Spiel mit manchmal unerklärlicher Logik.

Louis Bail eröffnete die Partie schon früh mit einer Reihe gefährlicher Abschlüsse. In der 37. Minute wurde sein Eifer endlich belohnt: Nach Pass von Jan Ganesvoort zog Bail von rechts in die Mitte und zimmerte den Ball trocken ins lange Eck - 1:0. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste er später. "Manchmal ist Denken beim Fußball überbewertet."

Zur Pause sah alles nach einer komfortablen Führung aus. Broughton hatte Carmarthen im Griff, das Pressing funktionierte, die Fans sangen mit Inbrunst, und Trainer Shakur klatschte zufrieden Beifall an der Seitenlinie. "Wir waren da, wo wir sein wollten", sagte er später. "Nur dummerweise dauert ein Spiel 90 Minuten."

Denn nach dem Seitenwechsel kam Carmarthen United wie verwandelt zurück. Trainer Gareth Bowen (der laut Vereinsangaben "nicht übermäßig viel redet, aber wenn, dann trifft er") hatte offenbar die richtigen Worte gefunden. In der 69. Minute schlug Elliot Lancaster zu - ein trockener Schuss aus 18 Metern, der Wingmakers-Keeper Harrison Anderson keine Chance ließ. Nur vier Minuten später drehte Domenik Pasieka, nach Vorlage von eben jenem Lancaster, die Partie komplett. 2:1 für Carmarthen - die Gästebank tobte, Shakur raufte sich die Haare, und das Publikum verstummte kurzzeitig.

Doch die Wingmakers wären nicht die Wingmakers, wenn sie nicht wenigstens für Dramatik sorgen würden. In der 77. Minute, kaum dass Shakur den jungen Adam Stevko eingewechselt hatte, stand der 22-Jährige im Mittelpunkt. Nach feinem Zuspiel von Olof Bengtsson schob Stevko eiskalt ein - 2:2. "Ich hab mir gedacht: Wenn ich schon reinkomme, dann mit Stil", lachte Stevko in der Mixed Zone.

Danach ging’s hin und her - allerdings eher in Richtung Carmarthen-Strafraum. Broughton drückte, drückte und drückte, aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein. In der 89. Minute verpasste Stevko per Kopf aus kurzer Distanz, in der Nachspielzeit hielt United-Keeper Samuel Neville einen letzten Verzweiflungsschuss von Callum Robinson fest.

Auch gelbe Karten durften nicht fehlen: Carmarthens Verteidiger Gerard Rochefort sah in der 41. Minute Gelb für ein rustikales Einsteigen ("Er hat mehr Ball als Mann getroffen - leider in der umgekehrten Reihenfolge", spottete ein Zuschauer), später traf es auf Broughtons Seite Mattias Kristinsson (70.) und Henry Graysmark (71.).

Statistisch betrachtet hätte Broughton gewinnen müssen: Mehr Ballkontakte, bessere Zweikampfquote (54,4 Prozent) und die erwähnten 16 Abschlüsse sprechen eine klare Sprache. Doch Carmarthen hatte die effizientere Phase - und wohl auch das Quäntchen Glück.

Trainer Shakur fasste es lakonisch zusammen: "Wir haben das Spiel in der Hand gehabt und dann verlegt. Vielleicht liegt’s noch irgendwo auf dem Rasen." Sein Gegenüber Bowen wirkte erleichtert: "Wir wussten, dass Broughton viel Druck macht. Wir wollten ruhig bleiben - und es hat irgendwann funktioniert."

Der Abend endete versöhnlich. Die Fans feierten trotzdem, als hätte ihr Team gewonnen, und Shakur klopfte jedem Spieler auf die Schulter. "Ein Punkt ist besser als kein Punkt", murmelte er in Richtung der Presse. Dann grinste er: "Aber beim nächsten Mal schießen wir vielleicht einfach drei Tore. Nur zur Sicherheit."

So bleibt es beim 2:2 - einem Spiel, das anfangs nach klaren Verhältnissen roch, dann aber zum kleinen Drama wurde. Vielleicht kein epochaler Fußballabend, aber einer, über den man am Samstag beim Frühstückskaffee noch schmunzelt. Und das ist ja auch schon was.

21.04.643987 17:42
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Holger Fach
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