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Ekstraklasa | 8. Spieltag | 12.07.26 | Wista Plock - BKS Gdansk 5:1 Gdansk, etwas überrumpelt, brauchte fast eine Viertelstunde, um zu merken, dass man hier nicht zum Sightseeing angereist war. Doch dann, in der 18. Minute, schlug die Jugend zurück: Der 19-jährige Jurek Scherfke verwertete eine butterweiche Flanke von Pattrick Fiedler und glich eiskalt aus. Trainer Mike Matt klatschte erleichtert: "Für einen Moment dachte ich, wir hätten den Bus im Strafraum vergessen." Doch wer geglaubt hatte, dass dieser Ausgleich das Spiel in ruhigeres Fahrwasser lenken würde, irrte. Plock spielte weiter, als sei das 1:1 nur eine unbedeutende Randnotiz im Drehbuch des Abends. Innes, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend gleich drei Tore in sein persönliches Archiv zu legen, legte in der 33. Minute nach - diesmal nach feinem Zuspiel von Krzysztof Zdebel. Und weil es so schön war, machte er in der 44. Minute den Hattrick perfekt, erneut gefüttert von Petrow. Drei Tore, drei verschiedene Arten von Präzision: einmal direkt, einmal platziert, einmal frech. "Ich wollte einfach Spaß haben", grinste Innes nach dem Spiel. "Und der Torwart hat mir den Gefallen getan." Zur Halbzeit führte Wista Plock 3:1, und die Statistiken erzählten die gleiche Geschichte: 11 Torschüsse für Plock, zwei für Gdansk, Ballbesitz 55 zu 45 Prozent - also keine Spur von Zufall. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig, außer dass Gdansk jetzt versuchte, mit drei frischen Verteidigern die Löcher zu stopfen. Mike Matt wechselte gleich dreimal in der 60. Minute, als würde er sagen: "Vielleicht hilft’s ja." Tat es aber nicht. Stattdessen klingelte es erneut - und das ausgerechnet durch Innenverteidiger Marcin Cyron, der in der 64. Minute nach einer Ecke von Jack Lessard per Kopf zum 4:1 traf. Cyron grinste danach: "Ich hatte gar nicht vor, da oben zu bleiben. Aber wenn man einmal fliegt, dann richtig." Das Publikum tobte, die Gäste wirkten ratlos, und Plock spielte mit einer Leichtigkeit, die fast schon unverschämt wirkte. In der 78. Minute setzte Michel Fernandes den Schlusspunkt. Nach feinem Pass des eingewechselten Alfonso Melendez schlenzte er den Ball ins rechte Eck - 5:1. Die letzten Minuten waren dann eher Schaulaufen als Wettkampf. Gdansk sammelte noch eine Gelbe Karte - die dritte des Abends - und versuchte, wenigstens das Ergebnis zu halten. Adams stand an der Seitenlinie und applaudierte seiner Mannschaft, während Innes vom Publikum gefeiert wurde. Mike Matt dagegen starrte auf den Rasen wie jemand, der gerade gemerkt hat, dass sein Navi in die falsche Stadt geführt hat. "Wir haben heute Lehrgeld gezahlt", sagte Matt nach dem Spiel. "Aber wenigstens war’s nicht langweilig." Innes wurde indes zum Mann des Abends gewählt - drei Tore, eine Vorlage, ein Grinsen, das auch nach dem Abpfiff nicht verschwand. Statistisch war es eine klare Angelegenheit: 19 Torschüsse zu 3, 55 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 57 Prozent für Plock - das war Dominanz in Reinkultur. Gdansk hatte keine Antwort, kein Rezept, kein Glück. Als die Fans nach dem Abpfiff "Wista, Wista!" skandierten, wirkte Trainer Adams fast verlegen. "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen offensiv spielen. Aber dass sie’s so wörtlich nehmen, überrascht selbst mich." Fazit: Ein Abend, an dem Erfahrung auf jugendliche Naivität traf - und Erfahrung klar gewann. Innes zeigte, dass 35 das neue 25 sein kann, Petrow und Lessard glänzten als Vorlagengeber, und Plock kletterte mit Stil in der Tabelle. Für Gdansk bleibt die Erkenntnis: Man kann mit 19 Jahren viel lernen - besonders von einem Gegner, der Fußball zelebriert wie ein gutes Konzert. Und irgendwo zwischen den Rängen hörte man einen Fan murmeln: "Wenn Bryan Adams so trainiert, will ich seine nächste Platte gar nicht erst hören - ich will Tickets fürs Rückspiel." 13.07.2026 03:55 |
Sprücheklopfer
Die italienischen Vereine sagen mir: Von der Ablösesumme für Emerson könnt ihr euch doch zwei Spieler kaufen. Ich antworte denen dann immer: Dann kauft euch die doch selbst.
Rainer Calmund