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Liga-Pokal (Regionalliga B) | Viertelfinale - Rückspiel | 03.09.26 | Wuppertal - BV Cloppenburg 2:1 Dabei starteten die Gastgeber keineswegs schüchtern. Friedrich Bartsch prüfte früh die Cloppenburger Defensive, Arthur Elseneer schaltete sich von links ein, und der erst 18-jährige Martin Prinz tauchte wiederholt gefährlich auf. Wuppertal spielte mit kurzen Pässen und suchte konsequent die Flügel - eine Taktik, die auf dem Papier ordentlich aussah und auf dem Rasen zunächst immerhin für reichlich Beschäftigung sorgte. Nur im entscheidenden Moment fehlte die Präzision. Cloppenburg benötigte dagegen kaum Anlauf. In der 16. Minute schlug Robert Schwab zu. Xavier Arino hatte die Szene vorbereitet, Schwab vollendete zur Führung der Gäste. 1:0 - und plötzlich wurde es im Wuppertaler Stadion so still, dass man vermutlich hören konnte, wie irgendwo ein Stadionheft umblätterte. "Wir hatten die Chancen, aber Cloppenburg hatte das Tor", lautete nach dem Abpfiff die sinngemäße Analyse von Wuppertals Trainer Pedro Zoo. "Das ist im Fußball leider eine besonders beliebte Regel." Der Satz ist nicht als wörtliches Originalzitat überliefert, beschreibt den Spielverlauf aber ziemlich treffsicher. Wuppertal ließ sich vom Rückstand nicht beeindrucken. Bis zur Pause sammelten Bartsch, Prinz, Maik Zimmermann und ihre Mitspieler Chance um Chance. Allein Prinz suchte mehrfach den Abschluss. Der junge Angreifer spielte, als habe ihm jemand versprochen, dass der nächste Versuch ganz bestimmt sitzen werde. Das Versprechen hielt der Fußballgott zunächst nicht ein. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Wuppertal den Druck, ohne die Grundordnung zu verändern: ausgewogen, über die Außen, mit kontrolliertem Kurzpassspiel und ohne überhastetes Pressing. In der 57. Minute wurde dieser Aufwand belohnt. Arthur Elseneer bediente Isaac Kelly, der von rechts traf und den Ausgleich erzielte. Ausgerechnet ein Außenverteidiger brachte die Wuppertaler zurück ins Spiel - offenbar wollte sich die Abwehr an diesem Abend nicht auf ihre Kernaufgaben beschränken. Danach blieb Wuppertal die deutlich aktivere Mannschaft. 22 Torschüsse standen am Ende zu Buche, Cloppenburg kam auf fünf. Beim Ballbesitz lagen die Gastgeber mit 52,68 Prozent nur knapp vorn, doch der Unterschied in der Zielstrebigkeit war größer als die Zahlen vermuten ließen. "Wir haben weitergespielt und nicht angefangen, den Ball aus Angst vor ihm wegzutragen", hätte Torschütze Kelly nach dem Spiel wohl sagen können. Eine bemerkenswert vernünftige Strategie. In der 77. Minute sah Cloppenburgs Andre Schiller die Gelbe Karte, drei Minuten später folgte Gelb-Rot. Die Gäste mussten die Schlussphase in Unterzahl bestreiten - und hatten damit ungefähr so viel Ruhe wie ein Torwart beim Elfmeterschießen. Wuppertal nutzte den Vorteil schließlich in der 82. Minute. Elseneer, zuvor Vorbereiter beim ersten Treffer, vollendete nach Zuspiel von Massimiliano Pentone zum 2:1. Cloppenburg versuchte noch einmal zu reagieren, doch die Gastgeber brachten den Vorsprung über die Zeit. Wuppertal gewann verdient, wenn auch mit dem Umweg über eine gehörige Portion Dramatik. Elseneer war dabei der Mann des Abends: erst Assist, dann Siegtreffer. Im Pokal zählt bekanntlich nicht, wie elegant man durch die Tür kommt - Hauptsache, man steht am Ende im nächsten Raum. 04.09.2026 09:49 |
Sprücheklopfer
Ich rotiere höchstens, wenn ich Opfer des Rotationsprinzips werde.
Oliver Kahn