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3. Bundesliga (1. Div) | 2. Spieltag | 12.08.26 | FC Wusterwitz - TSV Reichenbach 1:1 Dabei begann der FC Wusterwitz mit jener offensiven Grundhaltung, die Trainer Tom Fritz offenbar schon beim Aufwärmen bestellt hatte: kurze Pässe, viel Bewegung, bitte möglichst schnell Richtung Tor. Rafael Witte eröffnete bereits in der 2. Minute das Schussprogramm, Curt Fröhlich legte zwei Minuten später nach. In der 10. und 14. Minute tauchte Witte erneut gefährlich auf. Der Ball aber blieb standhaft - und im Tor blieb es zunächst still. Reichenbach ließ sich vom Wusterwitzer Tatendrang nicht beeindrucken. Der TSV übernahm mit 56,7 Prozent Ballbesitz zunehmend die Kontrolle und kombinierte geduldig durch das Mittelfeld. Slawomir Majewski und Joseph Cunningham prüften die Gastgeber, ehe sich Vitorino Makukula in der 30. Minute selbst belohnte. Nach Vorarbeit von Aitor Valdez traf der zentrale Mittelfeldspieler zum 1:0. Ein Angriff, zwei Beteiligte, ein Tor - Reichenbach zeigte, wie effizient Fußball sein kann, wenn man nicht jeden Ball vorher dreimal höflich fragt. Wusterwitz blieb dennoch gefährlich. 19 Torschüsse verbuchte der Gastgeber am Ende, Reichenbach kam auf acht. Besonders Luca Philipp entwickelte sich zur Dauerbeschäftigung für die Gästeabwehr. Der 23-Jährige schoss, lief, schoss wieder - und schoss später noch einmal. Zur Pause führte trotzdem der TSV, während sich auf den Rängen erste Zuschauer vermutlich fragten, ob Torschüsse neuerdings für die B-Note vergeben werden. "Wir hatten genug Möglichkeiten, aber der Ball wollte zunächst einfach nicht mit uns reden", hätte Tom Fritz nach dieser ersten Hälfte wohl sagen können. Die Formulierung ist szenisch nachempfunden, denn Originalzitate lagen nicht vor. Die Stimmung dürfte dennoch ungefähr so gewesen sein: Der Trainer schaut auf die Anzeigetafel, ein Spieler schaut auf seine Schuhe, und irgendwo raschelt eine sehr entschlossene Taktiktafel. Nach dem Seitenwechsel änderte Wusterwitz wenig an seiner offensiven Ausrichtung, erhöhte aber den Einsatz. In der 50. Minute kam Karl Jansen für Werner Runge, zehn Minuten später Walther Buchholz für Marco Müller. Die Gastgeber drängten nun mit wachsender Wucht. Reichenbach hatte zwar weiterhin mehr Ballbesitz, doch Wusterwitz gewann mehr Zweikämpfe - die Tacklingquote lag bei 53,7 Prozent gegenüber 46,3 Prozent des TSV. In der 63. Minute zahlte sich der Druck aus. Hanns Konrad bereitete vor, Luca Philipp vollendete zum 1:1. Philipp hatte damit nicht nur seinen eigenen Abend gerettet, sondern auch die Schussstatistik vor dem endgültigen Übergewicht bewahrt. "Ich dachte irgendwann: Wenn ich noch einmal schieße, nimmt der Ball vielleicht aus Mitleid den Weg ins Tor", könnte Philipp augenzwinkernd gesagt haben - ebenfalls als erfundene, szenische Stimme zu verstehen. Danach wurde es ein Spiel auf des Messers Schneide, wobei das Messer eher aus Kunststoff und die Schneide gelegentlich etwas stumpf wirkte. Witte, Philipp und später Friedrich Hermann suchten weiter den Abschluss. In der Nachspielzeit kamen Eri Bode und Curt Fröhlich noch zu Chancen. Reichenbach verteidigte, Wusterwitz warf alles nach vorn - doch ein weiterer Treffer fiel nicht. So blieb es beim 1:1. Reichenbach nimmt einen Punkt und die Erkenntnis mit, dass Ballbesitz allein keine Tore schießt. Wusterwitz darf sich über die Moral freuen - und darüber, dass 19 Torschüsse am Ende immerhin für einen Treffer und einen Punkt reichten. Der Fußball ist eben gerecht. Meistens. 12.08.2026 21:23 |
Sprücheklopfer
Wir waren alle vorher überzeugt davon, dass wir das Spiel gewinnen. So war auch das Auftreten meiner Mannschaft, zumindest in den ersten zweieinhalb Minuten.
Peter Neururer