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Zimmermanns spätes Glück: Viking FK ringt Kongsvinger nieder

Eliteserien | 16. Spieltag | 20.07.26 | Viking FK - Kongsvinger FF 1:0

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott gerade im Urlaub ist - zumindest bis zur 89. Minute. Dann nämlich fand Hermann Zimmermann den Glauben wieder und bescherte Viking FK ein spätes, aber hochverdientes 1:0 gegen Kongsvinger FF. 20 554 Zuschauer in Stavanger feierten, als hätte ihr Team gerade die Champions League gewonnen.

Von Beginn an war klar, wer hier das Spiel machen wollte. Viking FK, von Trainer Markus Frey offensiv eingestellt, rannte an, kombinierte, flankte - und scheiterte immer wieder. Schon in der ersten Minute prüfte Andrej Anissin den gegnerischen Keeper, und das schien so etwas wie das Drehbuch für die nächsten 88 Minuten zu werden: Chancen im Minutentakt, aber kein Tor in Sicht.

"Ich dachte irgendwann, das Tor ist zugeschweißt", scherzte Frey nach dem Spiel. "Aber Hermann hatte wohl einen Schweißbrenner dabei."

Zimmermann hatte tatsächlich einen dieser Abende, an denen ein Spieler alles probiert. In der 3., in der 53. und sogar in der 85. Minute tauchte er gefährlich vor dem Tor auf, doch entweder flog der Ball in die Arme des Keepers oder knapp am Pfosten vorbei. Neben ihm ackerten Albert Rodriguez und der junge Ragnhild Hogmo auf den Flügeln, während Makis Kalitzakis aus der Zentrale die Fäden zog. Aber der erlösende Treffer wollte einfach nicht fallen.

Kongsvinger FF, das muss man fairerweise sagen, stellte sich tapfer in den Weg. Mit 42 Prozent Ballbesitz und gerade einmal zwei Torschüssen war das Team von Trainer Geir Berre (ja, der Bruder des gelbverwarnten Rechtsverteidigers Geir Berre - offenbar eine Familienangelegenheit) defensiv gut organisiert, offensiv aber harmlos. Die Gäste standen tief, verteidigten mit allem, was Beine hatte, und hofften auf den Zufall. "Wir wollten kompakt bleiben und auf unsere Momente warten", erklärte Kapitän Tommy Berre, der in der 40. Minute Gelb sah. "Leider kam der Moment nicht."

Viking dominierte: 14 Torschüsse, 57,5 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von fast 57 Prozent - die Zahlen erzählen die Geschichte eines Spiels, das eigentlich nur einen Sieger kennen konnte. Die Frage war: Würde dieser Sieg auch auf der Anzeigetafel erscheinen?

In der 89. Minute dann das Happy End. Nach einer unübersichtlichen Szene im Strafraum, als der Ball gefühlt drei Mal von einem Kongsvinger Bein abprallte, reagierte Hermann Zimmermann am schnellsten. Mit der Ruhe eines Uhrmachers schob er den Ball flach ins rechte Eck - 1:0. Das Stadion explodierte. "Ich habe gar nicht mehr nachgedacht, einfach nur draufgehauen", grinste der Matchwinner später. "Nach dem dritten vergebenen Versuch dachte ich, der Ball mag mich nicht - jetzt weiß ich, er wollte nur den richtigen Moment abwarten."

Kongsvinger FF versuchte in den letzten Minuten noch, den Ausgleich zu erzwingen, aber es blieb beim Versuch. Torwart Salvador Berjon im Viking-Tor musste nur zweimal ernsthaft eingreifen - eine beruhigende Bilanz für jeden Keeper.

Trainer Frey zeigte sich nach dem Schlusspfiff erleichtert: "So ein 1:0 in der 89. Minute fühlt sich an wie ein 5:0. Wir waren geduldig, haben an uns geglaubt und uns belohnt." Auf die Frage, ob er über die vielen vergebenen Chancen sauer sei, lachte er: "Sauer? Nein. Ich sage immer: Wer Chancen hat, macht irgendwann auch ein Tor. Und wenn’s halt erst kurz vor Schluss ist."

Die Gäste aus Kongsvinger hingegen wirkten bedient. "Wir haben zu wenig nach vorne gemacht", räumte Trainer Berre ein. "Aber mit dem Defensivverhalten bin ich zufrieden. Nur das Ergebnis - das war unhöflich spät."

Im Stadion blieb noch lange nach dem Schlusspfiff Gesang und Jubel. Ein älterer Fan im Viking-Trikot fasste es auf der Tribüne zusammen: "Wir gewinnen lieber einmal so als dreimal langweilig."

Am Ende stand also ein verdienter, wenn auch hart erarbeiteter Sieg für ein Team, das nie aufgab. Viking FK behauptet sich damit in der oberen Tabellenregion der Eliteserien, während Kongsvinger weiter nach seiner Offensivkraft sucht. Und Hermann Zimmermann? Der dürfte sich den Abend rot im Kalender anstreichen - schließlich war er es, der die Geduld einer ganzen Stadt belohnte.

Vielleicht hat der Fußballgott also doch nur auf die 89. Minute gewartet.

21.07.2026 15:45
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Ich dachte, der Torwart darf im Strafraum die Hände benutzen.
Oliver Kahn nachdem er in Rostock mit beiden Fäusten ein Tor erzielt hatte und dafür vom Platz gestellt worden war
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