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Zofingen stolpert, Ascona jubelt: Ein Tor genügt zum Auswärtssieg

Promotion League A | 14. Spieltag | 18.07.26 | SC Zofingen - FC Ascona 0:1

5000 Zuschauer im Stadion an der Aarauergasse sahen am Samstagabend ein Spiel, das weniger durch Tore als durch den zähen Willen beider Mannschaften in Erinnerung bleiben wird. Der FC Ascona entführte beim SC Zofingen mit einem 1:0 (1:0) drei Punkte - ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber auf dem Platz alles andere als emotionslos war.

Schon früh zeichnete sich ab, dass die Gäste aus dem Tessin nicht gekommen waren, um nur Postkartenmotive mit nach Hause zu nehmen. Bereits in der dritten Minute zwang der 19-jährige Jerome Preuss Zofingens Keeper Jean-Pierre Desjardins zu einer ersten Glanzparade. "Da dachte ich, das wird heute ein langer Abend", murmelte der Torwart später mit einem gequälten Lächeln.

Und tatsächlich: In der 20. Minute war auch er machtlos. Bryan Truyens, der erfahrene Flügelmann mit der Ruhe eines Schachspielers, legte den Ball punktgenau auf den jungen Mike Kluge ab. Der 19-Jährige zog trocken ab, und ehe die Zofinger Abwehr begriffen hatte, dass das keine Übung war, zappelte der Ball im Netz - 0:1. Es sollte der einzige Treffer des Abends bleiben, aber was für einer: Präzise, eiskalt, typisch Kluge.

Danach versuchte Zofingen, das Spiel an sich zu reißen. Mit 54 Prozent Ballbesitz und einer taktisch ausgewogenen Formation unter Trainer Müller - pardon, den Namen wollte niemand so recht verraten - sah auf dem Papier alles ordentlich aus. Auf dem Rasen allerdings verpuffte vieles im Ansatz. Alain Cartier prüfte zwar in der 4. Minute den Gäste-Keeper Marco Ackermann, doch der reagierte blitzschnell. Später hatte Jannis Kruse zweimal den Ausgleich auf dem Fuß (27. und 34. Minute), doch der Ball wollte einfach nicht rein.

Ascona wiederum kombinierte sich mit jugendlicher Frechheit durch die Zofinger Reihen. Manchmal zu verspielt, manchmal zu direkt - aber immer gefährlich. In der zweiten Hälfte schien der FC Ascona dann das Spiel endgültig kontrollieren zu wollen. Trainer Rainer Zufall - ja, so heißt er wirklich - entschied sich für frische Beine: Dimitar Slawkow kam zur Pause für den routinierten Pascal Schäfer. "Ich wollte, dass wir das Tempo hochhalten", erklärte Zufall später. "Und wenn man 15 Torschüsse hat, darf man sich ruhig mal belohnen."

Belohnt wurde sein Team zwar nicht mit weiteren Treffern, aber mit Anerkennung für ein diszipliniertes Spiel. Besonders der junge Phillipp Bertram (17) auf der linken Abwehrseite zeigte, dass Talent keine Frage des Alters ist - gleich zweimal (52. und 77.) wagte er sich nach vorne und sorgte für Unruhe.

Auf Zofinger Seite hingegen blieb vieles Stückwerk. Karsten Böttcher (78.) und Alain Mai (86.) versuchten es aus der Distanz, doch Ackermann im Ascona-Tor war an diesem Abend eine Wand. Und als in der 90. Minute Innenverteidiger Ben Menard den letzten verzweifelten Schuss abgab, da hatte man das Gefühl: Selbst wenn sie noch eine Stunde gespielt hätten, wäre kein Tor gefallen.

"Wir haben den Ball, aber nicht die Nerven gehabt", bilanzierte Zofingens Kapitän Menard mit einem Achselzucken. "Ascona war eiskalt - und wir waren eher lauwarm."

Die Statistik unterstreicht das nüchtern: 6:15 Torschüsse aus Sicht der Gastgeber, 45 Prozent Zweikampfquote, kein Treffer. Zwar hatte Zofingen mehr Ballbesitz, doch Ascona spielte zielstrebiger, mutiger, ja fast schon unbekümmert. "Meine Jungs haben einfach Spaß am Fußball", sagte Zufall und grinste. "Vielleicht ist das das Geheimnis."

Beim Abpfiff nach 90 umkämpften Minuten jubelten die Gäste ausgelassen, während Zofingen enttäuscht, aber nicht zerknirscht vom Platz schlich. Immerhin: Die Fans klatschten trotzdem - vielleicht, weil sie wussten, dass ihre Mannschaft gekämpft hatte. Oder weil sie froh waren, dass die Partie trotz Asconas 15 Schüssen glimpflich ausgegangen war.

"Wir müssen lernen, unsere Chancen zu nutzen", meinte Zofingens Mittelfeldmann Kruse. "Aber wenigstens wissen wir jetzt, dass wir auch gegen flinke Jungs aus dem Süden mithalten können - zumindest bis zur Torlinie."

Ein Spiel, das keinen Schönheitspreis gewinnt, aber in Erinnerung bleibt: wegen eines Teenagers, der mit einem trockenen Schuss den Unterschied machte. Und wegen eines Namens, den man sich merken sollte: Mike Kluge, 19 Jahre jung, Torschütze und - zumindest für einen Abend - der Mann, der Zofingen das Lächeln raubte.

Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn man schon gegen den Zufall verliert, dann bitte so charmant wie heute."

18.07.2026 21:07
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